27.10.2006 · Hohe Sanierungskosten haben das Ergebnis des Volkswagenkonzerns im dritten Quartal belastet. Der Nettogewinn ging um 92 Prozent zurück. Unterdessen beantragte VW beim Bundeskartellamt die Erlaubnis, seine Beteiligung am Lastwagenhersteller MAN aufzustocken.
Hohe Sanierungskosten haben das Ergebnis des Volkswagenkonzerns im dritten Quartal belastet. Der Nettogewinn ging um 92 Prozent auf nur noch 23 Millionen Euro zurück. Auslöser sind Aufwendungen von rund 700 Millionen Euro für Abfindungen und den neuen Tarifvertrag, wie der Konzern mitteilte. Ohne diese Effekte sieht das Bild heller aus: Das Ergebnis vor Sondereinflüssen stieg um fast 90 Prozent auf knapp eine Milliarde Euro.
Über die ersten neun Monate gesehen, hat der Konzern Umsatz und Nettogewinn kräftig gesteigert. Der Umsatz kletterte um rund 12 Prozent auf 77 Milliarden Euro, der Gewinn nach Steuern stieg um 76,6 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Im Ergebnis stecken Sonderbelastungen aus der Sanierung und anderen Effekten von 1,7 Milliarden Euro.
Problemmärkte zeigen sich verbessert
Weniger schlecht lief es für VW in den Problemmärkten Vereinigte Staaten und China: In Nordamerika wurde der Verlust bis Ende September halbiert auf 450 Millionen Euro. Der Umsatz stieg dank neuer Modelle um mehr als zehn Prozent. In China zeigt der VW-Schwenk zu speziell für das Land konzipierten Modellen Erfolge: Der Vorjahresverlust wurde in einen Gewinn von 72 Millionen Euro gedreht. Mit 17,5 Prozent Anteil ist VW nach eigenen Angaben dort Marktführer.
Die Markengruppe aus VW, Skoda und Bentley erzielte einen operativen Gewinn bis Ende September von rund einer Milliarde Euro, nur knapp weniger als die Audi-Grupe aus Audi, Seat und Lamborghini. Die Nutzfahrzeugsparte legte auf niedrigem Niveau zu, die Gewinne der Finanztochter waren bei über 700 Millionen Euro konstant. Die Investitionen wurden insgesamt drastisch um mehr als zwei Milliarden Euro gekürzt.
Antrag bei Kartellamt Erlaubnis für höheren MAN-Anteil
VW hat unterdessen beim Bundeskartellamt die Erlaubnis beantragt, seine Beteiligung am Münchner Lastwagenhersteller MAN zu erhöhen. Eine VW-Sprecherin erklärte, der Konzern habe die Aufstockung der bestehenden Minderheitsbeteiligung von rund 15 Prozent auf mehr als 25 Prozent beantragt. Der Anteil soll aber unter 30 Prozent bleiben. Noch seien keine Anteile zugekauft worden, er werde die Prüfung des Kartellamtes abgewartet. Wenn VW seinen Anteil über 30 Prozent steigert, müßte der Konzern den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot vorlegen.
VW versucht derzeit, aus den Lkw-Konzernen MAN und Scania einen Großkonzern zu schmieden. Bei beiden Firmen ist VW Hauptaktionär, eine Fusion soll Kostenvorteile von 500 Millionen Euro pro Jahr bringen. VW-Chef Bernd Pischetsrieder hat MAN und Scania eine Frist bis Mitte November gesetzte, um Gespräche über die Pläne aufzunehmen.
Ein MAN-Sprecher sagte, der Antrag von VW komme erwartungsgemäß: Er entspreche der Ankündigung des Wolfsburger Konzerns, seinen Anteil an MAN auszubauen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.379,82 | −1,03% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2447 | −0,33% |
| Rohöl Brent Crude | 105,40 $ | −1,36% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
Anonym bewerben? Ist das gut?