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Automobile „VW ist ein Drama“

02.06.2005 ·  Die deutschen Autobauer haben sich im Mai auf dem amerikanischen Markt wacker geschlagen - allein Volkswagen nicht. „Falsche Fahrzeuge, schlechte Händler, keine vernünftige Strategie“, sagt ein Experte.

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Die deutsche Automobilindustrie hat sich auf dem unverändert schwierigen amerikanische Pkw-Markt im Mai überwiegend robust gezeigt, nachdem im April noch durchgehend rückläufige Verkäufe gemeldet worden waren.

BMW, Mercedes-Benz, Porsche und Audi schnitten im Mai allesamt besser als der Gesamtmarkt ab. In absoluten Zahlen wurden zwar weniger Fahrzeuge abgesetzt, doch hatte der Mai im vergangenen Jahr zwei Verkaufstage mehr als in diesem Jahr, so daß bereinigt um diesen Effekt Pluszeichen vor dem Absatz standen.

„VW ist ein Drama“

Lediglich bei Volkswagen folgte die Nachfrage dem positiven Trend bei den anderen deutschen Hersteller nicht. VW wies ein - um die unterschiedliche Zahl der Verkaufstage bereinigtes - Absatzminus von 37 Prozent aus und verkaufte nur noch 16.297 Pkw im zurückliegenden Monat. „VW ist ein Drama“, befindet denn auch der Leiter des Center of Automotive Research an der Fachhochschule Gelsenkirchen, Ferdinand Dudenhöffer.

Dabei waren zu Jahresbeginn die Hoffnungen groß, daß der neue Jetta eine schnelle Trendwende für den seit Monaten rückläufigen Absatz bringt. Bislang ist das Gegenteil eingetreten. Der langsame Anlauf des Jetta, von dem erst eine von vier Motorvarianten verfügbar ist, belastet das Verkaufsergebnis mit einem Minus von 31 Prozent, der vor dem Modellwechsel stehende Passat trägt noch mal einen Rückgang von 66 Prozent bei, rechnen die Analysten der Hypo-Vereinsbank (HVB) vor.

Hausgemachte Probleme und keine Marktschwäche

Für Dudenhöffer sind dies hausgemachte Probleme und keine Marktschwächen. „Die falschen Fahrzeuge und schlechte Händler, es gibt keine vernünftige Strategie, und der Vertrieb muß neu geordnet werden“, resümiert der Automobilexperte die Misere für die Wolfsburger auf dem amerikanischen Markt im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Konzernvorstand Wolfgang Bernhard habe „einen großen Job vor sich und muß zuallererst in den Vereinigten Staaten aufräumen“, sagte er.

VW selbst nannte die Entwicklung am Donnerstag „absehbar“. Beim Jetta sei die Markteinführung „noch in vollem Gange und läuft damit weitestgehend nach den Plänen von Volkswagen of America“, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. „Unser Ziel ist es, unsere Produktqualität mit dem neuen Jetta deutlich zu steigern, deshalb gehen wir in der Markteinführung sehr sensibel vor“, führte der Sprecher aus. Im letzten Quartal dieses Jahres werde bei Jetta und Passat mit einer Absatzbelebung gerechnet.

BMW und Mercedes können zufrieden sein

Automobilmarktexperte Dudenhöffer nennt die Marken Mercedes-Benz und BMW dagegen „äußerst erfolgreich“. Beide hätten sich vor Jahren rechtzeitig auf den Trend zu Sport Utility Vehicles (SUV) eingestellt. „Mercedes kann zufrieden auf den Mai blicken“, heißt es auch in der HVB-Analyse. Bereinigt verkauften die Stuttgarter 6,4 Prozent mehr Fahrzeuge im Mai als noch im Jahr zuvor. Ein Erfolgsbringer war die neue M-Klasse (plus 80 Prozent). Die C- und E-Klasse verbuchten dagegen zweistellige Absatzrückgänge (21,4 Prozent beziehungsweise 23,2 Prozent).

BMW wies ein Absatzplus von 5 Prozent aus, wobei die Marke BMW nach zwei ungewöhnlichen schwachen Vormonaten mit einem Minus von 14,5 Prozent und 13,4 Prozent und wieder einen Zuwachs von 2,2 Prozent verzeichnete. Zur Begründung nannte der Konzern die hohe Nachfrage nach der neuen 3er-Reihe.

Porsche mit Verkaufsrekord

Der Sportwagenhersteller Porsche erzielte nach eigenen Angaben sogar einen „historischen Verkaufsrekord“, das Plus lag bei 33,7 Prozent. Getragen wurde das Wachstum den Angaben zufolge von den Modellen Boxster und 911.

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