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Automobile VW erklärt „Auto 5000“ zum Tarif-Vorbild

23.06.2006 ·  Das Volkswagen Modellprojekt Auto 5000 soll bei Verhandlungen um einen neuen Haustarif Vorbild sein, kündigt Personalvorstand Neumann an. Das hieße mehr Arbeit, aber wohl nicht mehr Geld. Die IG Metall wehrt sich.

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Für die Sanierung der ertragsschwachen Marke VW soll die Tochter „Auto 5000“ nach den Vorstellungen des Vorstands das Vorbild sein.

„Auto 5000 ist keine Blaupause für VW, aber VW kann von Auto 5000 lernen“, sagte Personalvorstand Horst Neumann am Freitag in Wolfsburg. Bei der Neufassung des Haustarifvertrages sollten die Erfolge der VW-Tochter „eine große Rolle spielen“. Die rund 3800 Beschäftigten von Auto 5000 erhalten monatlich rund 2600 Euro. Dafür müssen sie bis zu 42 Stunden wöchentlich arbeiten. Die nach Haustarif bezahlten VW-Beschäftigten kommen schon mit 28,8 Stunden in der Woche auf den gleichen Lohn.

„Wir haben einen klasischen Lohnkonflikt“

Im Zuge der Sanierung will Volkswagen zur 35-Stunden-Woche bei gleichem Lohn zurückkehren. Dies lehnen Betriebsrat und IG Metall ab. Der Konzern will die Produktivität seiner sechs westdeutschen Montage- und Komponentenwerke stark erhöhen. Dabei könnten bis zu 20.000 Arbeitsplätze wegfallen. Das wäre ein Fünftel der VW-Belegschaft in Westdeutschland. Konzernchef Bernd Pischetsrieder will den Streit mit der Belegschaftsvertretung über die Reduzierung der Arbeitskosten möglichst in sechs Wochen beigelegt haben.

Die IG Metall bekräftigte, daß sie Anfang Juli eigene Vorschläge vorlegen will. „Wir werden eigene Forderungen für ein Gesamtkonzept formulieren“, sagte ein Gewerkschaftssprecher in Wolfsburg. Streitpunkt zwischen Gewerkschaft und Unternehmen ist laut IG Metall nicht eine längere Arbeitszeit, sondern die Bezahlung dafür. „Wir haben keinen Arbeitszeitkonflikt, sondern einen klassischen Lohnkonflikt. Die wollen schlicht weniger bezahlen“, sagte der IG-Metall-Sprecher.

Porsche vor Sperrminorität

Unterdessen strebt der Sportwagenkonzern Porsche bei Volkswagen eine Sperrminorität an: Porsche teilte am Freitag in Stuttgart mit, weitere 3,9 Prozent der Stammaktien erwerben und damit seinen Anteil auf 25,1 Prozent der Stimmrechte erhöhen zu wollen. Eine entsprechende Anfrage sei beim Bundeskartellamt eingereicht worden. Porsche rechnet nach eigenen Angaben mit einer zügigen Freigabe. Eine Entscheidung darüber, wann die Beteiligungserhöhung erfolgen solle, sei aber noch nicht getroffen worden. Porsche ist bereits jetzt vor dem Land Niedersachsen größter Einzelaktionär bei VW.

Porsche will mit der milliardenteuren Beteiligung seine Zusammenarbeit mit dem Wolfsburger Konzern absichern, zu dem auch die Tochter Audi gehört. Neben der Zusammenarbeit bei den Geländewagen Cayenne und Touareg wollen Porsche und VW auch bei Hybrid-Antrieben und bei der geplanten vierten Porsche-Baureihe Panamera kooperieren. VW wird für die 2009 viertürigen Modell-Reihe lackierte Rohkarossen liefern. Die Porsche-Vorzugsaktien behaupteten sich am Freitag nahezu unverändert bei 748,54 Euro, die VW-Aktien zogen um 3,2 Prozent auf 54,60 Euro an.

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