21.04.2005 · Nach dem Ergebnisanstieg im Auftaktquartal hat Volkswagen weitere gute Nachrichten für Aktionäre: Der frühere Daimler-Chrysler-Manager Wolfgang Bernhard wird bereits am 1. Mai Chef der angeschlagenen VW-Markengruppe.
Nach dem Ergebnisanstieg im Auftaktquartal will Europas größter Autobauer Volkswagen 2005 beim Gewinn weiter an Tempo zulegen. Sorgen bereitet derzeit vor allem das China-Geschäft, in dem der Absatz in den ersten drei Monaten drastisch einbrach.
Die Sanierung der Kernmarke VW soll der frühere Daimler-Chrysler-Manager Wolfgang Bernhard vorantreiben, der bereits zum 1. Mai Chef der besonders unter Ertragsschwäche leidenden VW-Markengruppe wird.
Dividende bleibt stabil
„Der Kern unseres Konzerns, die Marke Volkswagen, wird so neue Strahlkraft gewinnen“, sagte Vorstandschef Bernd Pischetsrieder am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Hamburg. Er bekräftigte, daß der Sparkurs auch in den anderen Konzernbereichen in den nächsten Jahren fortgesetzt werde. „Wir werden den Schwung des Umdenkens, den 'For Motion' in unserem Unternehmen hervorgerufen hat, auch in den nächsten Jahren beibehalten.“
Aktionärssprecher lobten die trotz des Gewinneinbruchs im vergangenen Jahr stabil gehaltene Dividende von 1,05 Euro je Stamm- und 1,11 Euro je Vorzugsaktie. „Es ist immer gut, wenn man einen großen Aktionär mit leeren Taschen hat. Dann bekommen die Kleinen auch was“, sagte Ulrich Hocker von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Wegen des vom Management versprochenen Gewinnanstiegs hoffe er für 2005 auf eine höhere Ausschüttung. Das Land Niedersachsen ist mit 20 Prozent größter VW-Eigner.
Ertragsrückgang auch in Pischetsrieders drittem Jahr
VW hatte 2004 dank schneller Erfolge seines Sparprogramms „For Motion“ besser abgeschnitten als der Konzern selbst befürchtet hatte. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen sackte zwar um zwölf Prozent auf 2,01 Milliarden Euro ab, blieb aber über der zur Jahresmitte auf 1,9 Milliarden Euro gesenkten Prognose.
Unter dem Strich blieb ein Reingewinn von 716 Millionen Euro, 28,6 Prozent weniger als im Jahr davor. Damit mußte Pischetsrieder auch für das dritte Jahr seit seinem Amtsantritt 2002 den Aktionären einen Ertragsrückgang erklären.
Aktie profitiert von Kaufempfehlung
Kleinaktionäre sagten, ihre Hoffnungen auf bessere Zeiten bei VW ruhten auf Bernhard. „Wir sind froh, daß Sie gekommen sind und hoffen, daß Sie die Wende ins Positive schaffen“, sagte Hansgeorg Martius von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK).
Pischetsrieder versprach für 2005 steigende Gewinne. Der in den ersten drei Monaten um 40 Prozent auf 464 Millionen Euro gestiegene operative Gewinn stehe für das niedrigste Quartalsergebnis in diesem Jahr. „Die folgenden drei Quartale werden auf jeden Fall besser ausfallen als das erste Quartal.“
Die VW-Aktie legte um über 2 Prozent auf 33,70 Euro zu und profitierte dabei von einer Kaufempfehlung der Großbank HVB.
VW liefert weniger Fahrzeuge aus
VW hatte den operativen Gewinn von Januar bis März vor allem dank weiterer Sparerfolge gesteigert und die Markterwartungen übertroffen. Die Auslieferungen an Kunden verringerten sich um rund zwei Prozent auf 1,183 Millionen Fahrzeuge. Dabei brachen die Auslieferungen in der vom China-Geschäft dominierten Region Asien-Pazifik um 25,9 Prozent auf 147.000 Einheiten ein. Analysten halten es für möglich, daß VW wegen Marktanteilsverlusten auf dem hart umkämpften chinesischen Automarkt 2005 einen Verlust ausweisen wird.
Ohne China erhöhte der Konzern die Auslieferungen an Kunden im ersten Quartal um 3,2 Prozent auf 1,068 Millionen Fahrzeuge. In China habe VW 57.000 Einheiten weniger als vor Jahresfrist ausgeliefert. Die VW-Markengruppe, zu der neben der Hauptmarke auch Skoda, Bentley und Bugatti gehört, verringerte ihre Auslieferungen weltweit um knapp fünf Prozent auf 798.000 Einheiten. Mit 1,9 Prozent deutlich niedriger war der Rückgang der Markengruppe Audi auf 295.000 Fahrzeuge. Die kleinste Sparte der Nutzfahrzeuge erhöhte ihre Auslieferungen um mehr als 37 Prozent auf 90.000 Einheiten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.379,82 | −1,03% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2447 | −0,33% |
| Rohöl Brent Crude | 105,40 $ | −1,36% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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