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Automobile Volkswagen enttäuscht Börse mit Quartalszahlen

28.04.2006 ·  Der Sparkurs bei Volkswagen zeigt erste Erfolge: Der operative Gewinn ist im vergangenen Quartal sehr deutlich gewachsen, doch Experten hatten mit mehr gerechnet. Die Börse quittiert die Zahlen mit massiven Verkäufen.

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Der Autobauer Volkswagen hat den operativen Gewinn im ersten Quartal deutlich gesteigert, die Schätzungen von Branchenexperten mit seinen Zahlen aber klar verfehlt. Vor Sondereinflüssen habe sich das operative Ergebnis binnen Jahresfrist um 55 Prozent auf 726 Millionen Euro erhöht, teilte der Wolfsburger Autobauer am Freitag mit.

Von Reuters befragte Analysten waren im Schnitt von 920 Millionen Euro ausgegangen. Der Saldo aus Erlösen durch den Verkauf von Beteiligungen sowie Aufwendungen für die eingeleitete Sanierung des Konzerns habe das Ergebnis in Höhe von knapp 90 Millionen Euro belastet, hieß es. Allein beim Verkauf der IT-Tochter Gedas an die Telekom-Tochter T-Systems hatte Volkswagen laut Branchenkreisen fast 450 Millionen Euro eingenommen - dies zeigt, wie sehr die Restrukturierung bereits das Budget von Europas größtem Autohersteller belastet.

Börsianer reagierten nach Vorlage der Quartalszahlen umgehend mit massiven Verkäufen, die VW-Aktie verlor zeitweise mehr als vier Prozent Prozent an Wert. Am Vormittag notierte das Papier des Autobauers bei 63,10 Euro noch 2,4 Prozent im Minus und war stärkster Verlierer im Deutschen Aktienindex. Analysten führten den schwächer als erwarteten Gewinnanstieg vor allem auf die Markengruppe Volkswagen mit der kriselnden Stammmarke VW an der Spitze zurück. Der operative Gewinn der Gruppe, zu der auch die Töchter Skoda, Bentley und Bugatti gehören, belief sich vor Sonderposten auf 134 Millionen Euro und lag damit deutlich unter den Erwartungen der Branchenexperten. Diese hatten im Schnitt mit 312 Millionen Euro gerechnet.

Ein Analyst sagte: „Das ist ein klares Signal an den Betriebsrat.“ Vor der Veröffentlichung der Zahlen hatten Branchenexperten gemutmaßt, Volkswagen könne den auszuweisenden Gewinnanstieg in der Quartalsbilanz, soweit buchhalterisch möglich, in Grenzen halten wollen, um seine Verhandlungsposition mit dem Betriebsrat nicht zu untergraben. Der Konzern stellt im Zuge der angekündigten Sanierung bis zu 20.000 Arbeitsplätze in seinen schwach ausgelasteten Montage- und Komponentenwerken in Westdeutschland in Frage. Das ist ein Fünftel der Belegschaft. Erste Ergebnisse der Verhandlungen mit dem Betriebsrat sollen auf der Hauptversammlung am nächsten Mittwoch bekanntgegeben werden.

Der Umsatz von Europas größtem Autokonzern stieg dank Höchstwerten beim Absatz im Auftaktquartal des Jahres um 21 Prozent auf 25,3 Milliarden Euro. Die Auslieferungen an Kunden waren dank zahlreicher neuer Modelle in den ersten drei Monaten um 15 Prozent auf 1,36 Millionen Fahrzeuge gestiegen.

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Von Heike Göbel

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