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Automobile Übernahmestreit: Fiat räumt GM mehr Zeit ein

24.01.2005 ·  Der weltgrößte Autobauer General Motors will die verlustreiche Autosparte von Fiat nicht übernehmen, obwohl er vertraglich dazu verpflichtet ist. Die Italiener gewähren eine Gnadenfrist - mindestens bis Anfang Februar.

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Die Fiat-Gruppe hat General Motors (GM) im Milliardenpoker um die Übernahme der verlustreichen Autosparte des italienischen Konzerns mehr Zeit eingeräumt. Fiat teilte am Montag mit, das Unternehmen werde eine Option, die General Motors zwingen würde, Fiat-Auto komplett zu übernehmen, nicht vor dem 2. Februar ausüben. Das Schiedsverfahren zur Klärung des Streits laufe nun noch bis zum 1. Februar.

GM besitzt 10 Prozent an Fiat-Auto. Bei dem Einstieg des amerikanischen Konzerns vor vier Jahren war vereinbart worden, daß Fiat zwischen 2005 und Mitte 2010 jederzeit den Rest der Autosparte an GM verkaufen kann. Fiat hätte ursprünglich ab Montag die Option ausüben können.

Fiat will drei Milliarden Dollar

Seit dem 16. Dezember verhandeln beide Seiten aber in einem Schiedsverfahren über eine mögliche Entschädigung für Fiat, wenn GM von seiner Verpflichtung freigestellt wird. Nach italienischen Presseberichten vom Dezember hatte GM zu Beginn der Verhandlungen eine halbe Milliarde Euro als Ausgleich angeboten. Fiat soll dagegen drei Milliarden Dollar verlangt haben.

Die Fiat-Gruppe, die im Zuge der Allianz mit GM 6 Prozent an dem amerikanischen Unternehmen erworben hat, betonte, die so genannte Put-Option sei „gültig und durchsetzbar“. GM vertritt dagegen den Standpunkt, daß dies nicht mehr der Fall sei, nachdem Fiat einige Vermögenswerte verkauft hat und Fiat Auto neues Kapital zugeschossen bekam.

GM fürchtet den „Junk“-Status

Sollte GM zu einem Kauf der Anteile gezwungen werden können, stünde der Konzern vor erheblichen Schwierigkeiten. Er ist gerade dabei, sein Europa-Geschäft zu sanieren und kämpft auch in Amerika mit hohen Kosten für die soziale Absicherung seiner Mitarbeiter. Zudem wären bei einem Abbau von Stellen und Fabrikschließungen beim italienischen Autobauer heftige politische Diskussionen zu erwarten. Fiat ist der größte private Arbeitgeber des Landes.

Fiat Auto steckt seit mehreren Jahren in der Krise und schreibt Verluste. Das Unternehmen sitzt mittlerweile auf einem Schuldenberg von acht Milliarden Euro. Die „Financial Times“ berichtete am Montag, daß Fiat Auto voraussichtlich noch für mindestens zwei Jahre in der Verlustzone bleiben werde. GM als weltgrößter Autoanbieter befindet sich derzeit selbst in Schwierigkeiten. Bei einer Übernahme von Fiat-Auto droht GM eine Herabstufung seiner Bonität durch Ratingagenturen, die dann möglicherweise auf „Junk“-Status gesenkt werden könnte.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP und Reuters
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