09.05.2007 · Toyota hat die Zwei-Billionen-Yen-Grenze beim Betriebsgewinn geknackt und damit ein weiteres Rekordjahr beendet. 2008 will der Autobauer noch höher hinaus. Nicht ganz so gut läuft der Absatz auf dem heimischen Markt. Von Stephan Finsterbusch, Tokio.
Von Stephan Finsterbusch, TokioToyota Motor ist auf Expansionskurs. Nach einem weiteren Rekordjahr peilt Japans größter Autobauer für das im März 2008 zu Ende gehende Geschäftsjahr nun abermals steigende Ergebnisse an. Der Vorstand um Präsident Katsuaki Watanabe stellte den Aktionären am Mittwoch einen Reingewinn von mehr als 1,6 Billionen Yen (11 Milliarden Euro) in Aussicht. Der Betriebsgewinn soll mit 2,25 Billionen Yen (15 Milliarden Euro) höher ausfallen als im vorausgegangenen Jahr. Für die Erlöse prognostizierte das Management 25 Billionen Yen (166 Milliarden Euro). Das läge 8 Prozent über dem Umsatz von 2006.
In den ersten drei Monaten dieses Kalenderjahres verkaufte Toyota mit 2,34 Millionen Autos erstmals mehr Fahrzeuge als Branchenprimus General Motors. Damit stiegen die Japaner zum absatzstärksten Fahrzeughersteller der Welt auf. Diese Position wollen sie in den kommenden Quartalen verteidigen. Während die heimischen Konkurrenten Honda und Nissan mit schleppenden Verkäufen rechnen, nimmt Toyota für 2007 Rekordverkäufe von insgesamt 8,9 Millionen Autos ins Visier. Dafür fährt das Unternehmen in Asien, Europa und vor allem in Amerika die Produktionskapazitäten weiter hoch und investiert Milliarden von Euro in neue Anlagen und Betriebe.
Gewinnstärkster Autobauer der Welt
„Wir zielen darauf, die Ergebnisse von 2006 zu übertreffen“, erklärte Präsident Watanabe. Toyota ist heute nicht nur der absatzstärkste, sondern auch der gewinnstärkste Autohersteller der Welt. Seit Jahren hat es Beschaffungskosten und Zulieferer fest im Griff. Die Modelloffensive reicht vom Billigauto bis zur Luxuskarosse, vom umweltschonenden Hybrid- bis zum benzinfressenden Geländewagen. In internationalen Qualitätstabellen stehen die Japaner trotz der steigenden Zahl von Rückrufaktionen durch kleinere Defekte ganz oben. Auch beteiligte sich Toyota nur sehr behutsam an anderen Unternehmen. Anders als die deutschen Hersteller Mercedes und BMW versenkten die Japaner keine Milliarden von Euro in den Kauf ausländischer Marken.
Das gab dem Vorstand wichtige finanzielle Spielräume für Investitionen in das Kerngeschäft. So sind die seit den frühen sechziger Jahren von Toyota entwickelten schlanken Produktionsmethoden mit überaus geringen Lagerbeständen und zielgenauen Zulieferungen nicht nur für die Automobilindustrie von Wolfsburg bis Detroit zum Vorbild geworden. Sie haben Toyota auch an die Spitze der Branche gebracht. In diesem Jahr soll die Marke von neun Millionen abgesetzter Autos gestreift werden. Im vergangenen Jahr verkaufte Toyota in aller Welt 8,5 Millionen Fahrzeugen und damit so viele wie noch nie in der 70 Jahre alten Firmengeschichte.
Absatzrückgang auf dem Heimatmarkt
Das Unternehmen verzeichnete 2006 auf dem heimischen Markt zwar einen Rückgang der Absätze um 91.000 auf 2,27 Millionen Einheiten. Doch derzeit kommt Toyota in Japan auf einen Marktanteil von 46 Prozent. In den Vereinigten Staaten setzten die Japaner 2,94 Millionen Fahrzeuge ab. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einer Steigerung von 15 Prozent. In Europa entschieden sich 1,22 Millionen Kunden für einen neuen Wagen der Marke Toyota. Im Vorjahr waren es noch eine Million. In Asien verkaufte der gerade zum Weltmarktführer aufgestiegene Hersteller eine dreiviertel Million Modelle, im Rest der Welt waren es knapp 1,3 Millionen Autos.
So erlöste das Unternehmen im vergangen Jahr 23,9 Billionen Yen (160 Milliarden Euro). Das waren 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Betriebsgewinn stieg gegenüber dem Vergleichszeitraum um fast 20 Prozent auf 2,2 Billionen Yen (14,6 Milliarden Euro). Der Überschuss betrug 1,6 Billionen Yen (10,5 Milliarden Euro). Das entsprach einer Erhöhung von einem Fünftel. Vor diesem Hintergrund wird der Vorstand den Aktionären auf der Hauptversammlung im Sommer eine Dividende von 120 Yen je Aktie vorschlagen. Das sind 30 Yen mehr als im Vorjahr.
Dennoch gab der Kurs der Toyota-Aktie an der Tokioter Börse zur Wochenmitte leicht nach. Das Papier kostete 7200 Yen. Im Februar hatte der Preis bei 8 400 Yen gelegen. Investoren rechnen für die kommenden Monate mit einer stetigen aufwertenden japanischen Währung. Das könnte die für Toyota momentan günstigen Wechselkurseffekte eliminieren und den Gewinn des Konzerns beschneiden. Auch gelten die konjunkturellen Aussichten auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt als unsicher.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.379,82 | −1,03% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2447 | −0,33% |
| Rohöl Brent Crude | 105,40 $ | −1,36% |
| Gold | 1.579,50 $ | 0,00% |
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