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Automobile Stellenabbau bei Mercedes im Gespräch

25.07.2005 ·  Bei Mercedes droht ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen. Der Konzern will Personalkosten senken. Wegen der Beschäftigungssicherung bis 2012 soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben.

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Beim Autobauer Daimler-Chrysler gibt es Pläne für einen Stellenabbau in Deutschland. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hatte am Wochenende schon darüber berichtet. Nach Angaben eines Sprechers werde es aber wegen der Beschäftigungssicherung bis 2012 keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Konzernchef Jürgen Schrempp und Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm hätten in einem Gespräch deutlich gemacht, daß diese für die Beschäftigten in Deutschland geltende Vereinbarung unverändert stehe.

Klemm berichtete am Montag in Stuttgart, Personalanpassungen in einzelnen Werken sollten im wesentlichen über befristeten Personalaustausch vollzogen werden. Gebe es darüber hinaus weitere Personalüberhänge, dann müsse dieses Problem durch Vereinbarungen zum freiwilligen Ausscheiden gelöst werden. Die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter wurde nicht genannt. Klemm erklärte, dies werde nicht ohne entsprechende finanzielle Anreize möglich sein. „Details eines entsprechenden Programms werden in den nächsten Monaten verhandelt und vereinbart“, hieß es in der Mitteilung des Gesamtbetriebsrats.

Es gebe keine Entscheidung über einen Personalabbau, betonte der Sprecher und fuhr fort: „Die in Medien genannte Zahlen sind reine Spekulation“. Mercedes-Chef Eckhard Cordes hatte bereits im Februar bei der Vorstellung des Milliarden-Sparprogramms CORE erklärt, daß Personalmaßnahmen nicht ausgeschlossen seien. Angesichts des Beschäftigungspaktes kämen aber nur freiwillige Maßnahmen, Nicht- Wiederbesetzung von Stellen und Stellenverlagerungen in Frage, hatte er seitdem mehrfach erklärt.

Die im Juli 2004 getroffene Beschäftigungssicherung gilt für rund 160.000 Mitarbeiter. Nach einem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ werde ein Abbau von 5000 Stellen diskutiert. Das liege vor allem an der schwächerne Auslastung im Mercedes-Werk Sindelfingen.

40 Prozent Gewinneinbruch?

Analysten gehen davon aus, daß Daimler-Chrysler trotz der allmählichen Genesung des Patienten Mercedes-Benz für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch von fast 40 Prozent ausweisen muß. Die Zahlen werden am Donnerstag veröffentlicht. 20 von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Experten erwarten im Schnitt einen operativen Konzerngewinn (Operating Profit) von 1,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,09 Mrd Euro). Allein für die Sanierung der Kleinwagenmarke smart wollte DaimlerChrysler im Quartal weitere Kosten von bis zu 400 Millionen Euro verbuchen. Insgesamt haben die Stuttgarter dann 1,2 Milliarden Euro ausgegeben, um die bislang defizitäre Tochter profitabel zu machen.

Unter dem Strich dürfte der Konzern zwischen April und Juni 559 Millionen Euro und damit weniger als im Vorjahr verdient haben (577 Mio Euro). Beim Umsatz rechnen die Analysten mit einem leichten Anstieg von 37,07 auf 37,53 Milliarden Euro.

Mercedes im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des Interesses dürfte am Donnerstag die Entwicklung in der Mercedes Car Group (Mercedes-Benz, Smart, Maybach). Nach dem Ertragsschock im ersten Quartal - ausgelöst durch smart und Rückstellungen für die Qualitätsprobleme - mit einem Minus von fast einer Milliarde Euro, erwarten die meisten Analysten nun den Beginn einer Trendwende. Die Investmentbank JP Morgan sieht bei Mercedes bereits die Null-Linie erreicht, da sich die neuen Modelle (A-, B- und M-Klasse) sowie der wieder stabile Absatz der E-Klasse positiv auswirkten. Im Durchschnitt sagen die befragten Analysten jedoch noch einen Verlust von etwa 140 Millionen Euro voraus. Vor einem Jahr hatte die MCG noch mit 703 Millionen Euro Gewinn geglänzt.

Die amerikanische Tochter Chrysler bewerten die Analysten trotz eines deutlichen Rückgangs als relativ stabilen Ertragsbringer mit einem erwarteten operativen Gewinn von 400 Millionen Euro (Vj: 521 Mio Euro). Unklar ist bislang aber, ob sich bereits Spuren der neuen Rabattschlacht mit General Motors und Ford an den Margen ablesen lassen werden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AP
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