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Automobile Porsche steuert auf Leipzig zu

23.06.2005 ·  Porsche verteilt Info-Häppchen: Leipzig hätte gute Chancen auf die vierte Modellreihe, wenn sie denn gebaut wird. Die Hoffnung treibt die Aktie hoch - und Spekulationen über das Auto an.

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Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche favorisiert sein Werk in Leipzig als Produktionsstandort für eine mögliche vierte Baureihe. An der Börse sorgte die bevorstehende Entscheidung über den Bau eines weiteren Modells für Phantasie und trieb die Porsche-Aktie auf ein Allzeithoch.

„Es spricht vieles für Leipzig“, sagte ein Porsche-Sprecher am Donnerstag in Stuttgart. Einerseits habe sich Konzernchef Wendelin Wiedeking wiederholt zum Standort Deutschland bekannt, andererseits könne die vierte Baureihe nicht im Werk Stuttgart-Zuffenhausen gebaut werden. In dem Stammwerk werden alle Motoren produziert, zudem laufen der Sportwagen 911 und der Roadster Boxster dort vom Band. Leipzig ist für die Endmontage des in Bratislava gefertigten Geländewagens Cayenne zuständig.

„Es ist aber bislang weder eine Entscheidung über den Bau einer vierten Modellreihe noch eine Entscheidung über den Produktionsstandort gefallen“, fügte der Sprecher hinzu. Die Entscheidung soll im Sommer zeitnah zur Mitte September stattfindenden Internationalen Automobilausstellung (IAA) bekannt gegeben werden. Seit mehr als einem Jahr berät Porsche über eine Ausweitung seiner Modellpalette.

Hohe Anforderungen an vierte Baureihe

Porsche fährt nach einer tiefen Krise seit zehn Jahren Rekordgewinne ein. Eine vierte Baureihe könnte von dem hochprofitablen Hersteller frühestens im Jahr 2009 auf den Markt gebracht werden und soll dann für weiteres Wachstum sorgen. Mit der bestehenden Flotte will Porsche bis 2008 den Absatz von zuletzt rund 76.800 Fahrzeugen auf rund 100.000 Fahrzeuge steigern.

Unternehmenskreisen zufolge muß eine vierte Baureihe bei geringen Kosten an die Absatzerfolge des Cayenne anknüpfen können. Der gemeinsam mit Volkswagen entwickelte Geländewagen hat den Absatz bei Porsche seit Markteinführung Ende 2002 kräftig angekurbelt. Im vergangenen Geschäftsjahr 2003/04 (zum 31. Juli) machte der Cayenne mehr als die Hälfte des gesamten Neufahrzeug-Geschäfts aus, während Porsche von den beiden anderen Baureihen weniger Fahrzeuge verkaufte als 2002.

„Familien-Porsche“ mit drei Sitzreihen?

Um die Kosten eines neuen Modells gering zu halten, erwägt Porsche wie bei der Entwicklung des Cayenne eine Partnerschaft mit anderen Herstellern oder die Nutzung einer vorhandenen Fahrzeug-Plattform.

Weitere Details der Planungen gab das Unternehmen bisher nicht bekannt, daher wird in der Fachpresse seit Monaten über verschiedene Modellvarianten spekuliert (Der Geheimniskrämer Porsche). Zuletzt hieß es in den Berichten, Porsche plane einen viertürigen „Familien-Porsche“ mit drei Sitzreihen.

Porsche-Aktien auf Allzeithoch

An der Börse waren die Porsche-Aktien am Donnerstag erneut gesucht und markierten bei 639 Euro ein Rekordhoch. Im weiteren Handelsverlauf schwächte sich der Anstieg auf ein Plus von ein Prozent auf 633,42 Euro ab. Die Investmentbank UBS hob wegen des stärkeren Dollar-Kurses ihr Kursziel für die Vorzugsaktien auf 650 von 600 Euro an. Porsche ist seit dem 4. Mai 1984 an der Börse notiert. Damals waren Porsche mit 1.020 Mark gestartet, was um Aktiensplits bereinigt 50 Euro entspricht.

„Die Aussicht auf die vierte Baureihe hilft den Aktien“, sagte Michael Punzet, Analyst bei der Landesbank Rheinland-Pfalz. Auch die am Mittwoch zwischen Betriebsrat und Management erzielte Einigung auf eine Beschäftigungssicherung bis 2010 für zwei Drittel der Belegschaft wurde Händlern zufolge positiv an den Finanzmärkten aufgenommen. Mit längeren und flexibleren Arbeitszeiten sowie Investitionen von rund 200 Millionen Euro in eine Lackiererei soll die Produktivität im Stammwerk Stuttgart erhöht werden (Stuttgart wird Porsches „Weltmotorenwerk“). Wie hoch die Einsparungen sind, die Porsche bei seinem Beschäftigungspakt mit dem Betriebsrat herausgeholt hat, ist bisher noch nicht bekannt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters und dpa
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