07.03.2006 · Der Volkswagenkonzern hatte einen guten Start ins Jahr. Die Marke VW allerdings bleibt schwach. Der umstrittene Konzern-Chef Pischetsrieder präsentiert die Zahlen, will beim Sparen hart bleiben und gibt sich kämpferisch.
Die Spitze von Volkswagen sieht ohne die grundlegende Sanierung der kriselnden Kernmarke VW die Zukunft des gesamten Konzerns in Gefahr. Ohne Restrukturierung vor allem der deutschen VW-Werke wäre ein langfristig zukunftsfähiger Konzern „undenkbar“, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch am Dienstag in Wolfsburg.
„Es sind weiterhin erhebliche Anstrengungen notwendig, um die Zukunft der Volkswagen AG nachhaltig zu sichern“, sagte Vorstandschef Pischetsrieder, dessen eigene Zukunft bei VW nach Äußerungen von Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch als unsicher gilt. Piëch hatte gesagt, die anstehende Verlängerung des Vertrags von Pischetsrieder sei eine „offene Frage“. Pischetsrieder könnte auf eine starke Opposition der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat stoßen. Die Arbeitnehmerseite fordert Medienberichten zufolge von Pischetsrieder einen sanfteren Sanierungskurs.
Pischetsrieder will den Erfolg
Dies war in der Branche als „Demontage“ Pischetsrieders durch Piëch gewertet worden, da Piëch selbst unzufrieden mit seinem Nachfolger sei. Pischetsrieder, seit 2002 VW-Vorstandschef, machte erneut deutlich, daß er nicht an einen Rücktritt denke. Er wolle den Konzern zum Erfolg führen. Der VW-Vorstand lasse sich nicht „auseinander dividieren“. Als mögliche Nachfolgekandidaten von Pischetsrieder gelten Audi-Chef Martin Winterkorn und VW- Markenvorstand Wolfgang Bernhard.
Europas größter Autobauer stellt im Zuge eines umfassenden Sanierungsprogramms bis zu 20.000 Arbeitsplätze in seinen unrentablen und schwach ausgelasteten Werken in Westdeutschland auf den Prüfstand. Der Konzern verhandelt mit dem Betriebsrat über
Einsparungen.
Pischetsrieder bleibt hart beim harten Sparkurs
Pischetsrieder will nicht von seinem harten Sparkurs abweichen. Für den Konzern gebe es „keine Alternative“, sagte Pischetsrieder. Personalvorstand Horst Neumann erwartet in absehbarer Zeit eine erste Teileinigung mit dem Betriebsrat über die geplante Sanierung. Das Sanierungsprogramm sei für die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern in mehrere kleinere Pakete geteilt worden. In einem ersten Teilbereich könne bereits in absehbarer Zeit eine erste Einigung erzielt werden.
Wie bereits bekannt, stieg das Konzern-Ergebnis vor Steuern dank des Sparprogramms „For Motion“ 2005 im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 7 Prozent auf rund 95,3 Milliarden Euro. Der Konzern lieferte 5,24 Millionen Fahrzeuge an Kunden aus, das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. 2006 legte Volkswagen einen guten Start hin: Im Januar und Februar lieferte der Konzern nach vorläufigen Berechnungen weltweit 790.000 Fahrzeuge an Kunden aus, das ist ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Der VW-Konzern hat den operativen Gewinn vor Sondereinflüssen im vergangenen Jahr dank seines harten Sparkurses um 54 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro erhöht. Aus dem um 60 Prozent auf 1,1 Milliarden gestiegenen Nettogewinn sollen die Aktionäre eine um
je zehn Cent je Aktie erhöhte Dividende von 1,15 Euro auf die Stamm- und 1,21 Euro auf die Vorzugsaktien erhalten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.380,08 | −1,01% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2448 | −0,33% |
| Rohöl Brent Crude | 105,48 $ | −1,28% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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