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Automobile Mercedes-Chef Cordes verkauft Daimler-Aktien

02.08.2005 ·  Der beim Führungswechsel bei Daimler-Chrysler leer ausgegangene Mercedes-Chef Cordes hat sich von Aktien des Unternehmens getrennt: Anzeichen für einen endgültigen Abgang des Topmanagers.

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In der Führungskrise um Mercedes-Chef Eckhard Cordes verdichten sich die Anzeichen für einen endgültigen Abgang des Topmanagers. Cordes löste bereits am vergangenen Freitag eine Option zum Kauf von 92.500 DaimlerChrysler-Aktien ein und verkaufte die Papiere dann mit einem Gewinn von 5,18 Euro je Papier an der Frankfurter Börse weiter. Cordes verdiente damit vor Steuern 497.150 Euro, geht aus einer Pflichtmitteilung des Autokonzerns im Internet hervor. Der Aktienverkauf hatte ein Volumen von 3,661 Millionen Euro.

Ein Daimler-Chrysler-Sprecher sagte auf Anfrage, Cordes habe die Option erst einen Tag nach der Bekanntgabe des Schrempp-Rücktritts und der Quartalszahlen veranlaßt. „Von einem Insidergeschäft kann in keiner Weise die Rede sein“, sagte der Sprecher. Im betreffenden Stock Option Plan aus dem Jahr 2003 sei ein Kurs von 34,40 Euro als Ausübungspreis festgelegt. Die Daimler-Chrysler-Aktie war am Donnerstag nach dem überraschenden Personalwechsel um zeitweise zehn Prozent auf rund 40,00 Euro in die Höhe geschossen. Am Freitag zog Cordes dann die Option für 92.500 Aktien zu 34,40 Euro, die er noch am selben Tag weiter verkaufte. Als Verkaufspreis ergab sich dann laut dem Stock Option Plan der Schlußkurs vom Freitag (39,58 Euro).

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) prüft derzeit routinemäßig den Börsenhandel mit Aktien des Autoherstellers im Vorfeld der Rücktrittsankündigung von Schrempp. Einen konkreten Verdacht für Insider-Geschäfte gebe es aber nicht, sagte eine Behördensprecherin.

Cordes hatte fest damit gerechnet, seinen Mentor Jürgen Schrempp als Daimler-Chrysler-Vorstandschef zu beerben. Aus Verärgerung über die Nominierung von Chrysler-Chef Zetsche bot er am Donnerstag dem Aufsichtsratsvorsitzenden Hilmar Kopper dann überraschend seinen Rücktritt an. Der Aufsichtsrat sucht jetzt fieberhaft nach einem Nachfolger für Cordes als Mercedes-Chef, tuit sich aber offenbar schwer mit der Entscheidung. Medienberichten zufolge steht kein geeigneter Nachfolger zur Verfügung. Zudem sind viele der Verantwortlichen im Urlaub.

Cordes gilt als Zögling des noch bis Jahresende amtierenden Konzernchefs Schrempp. Bei einer erfolgreichen Sanierung der angeschlagenen Nobelmarke Mercedes hätte er sich für dessen ursprünglich erst 2008 anvisierte Nachfolge empfohlen. Nun mußte er seinem Rivalen Zetsche den Vortritt lassen.

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Von Heike Göbel

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