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Automobile Mercedes bringt Daimler-Chrysler Gewinneinbruch

28.04.2005 ·  Der operative Gewinn von Daimler-Chrysler hat sich im ersten Quartal mehr als halbiert. Vor allem die Mercedes Car Group bereitet den Stuttgartern Sorgen - und fast eine Milliarde Euro Verlust.

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Die kostenträchtige Sanierung der Kleinstwagensparte Smart und das Qualitätsprogramm für Mercedes haben bei dem früher erfolgverwöhnten Luxuswagenhersteller zu einem Verlust von beinahe einer Milliarde Euro im ersten Quartal dieses Jahres geführt. Das Minus bei der Mercedes Car Group (Mercedes, Smart und Maybach) bei wird aber teilweise ausgeglichen durch andere Sparten, sodaß der Gesamtkonzern, die Daimler-Chrysler AG, im ersten Quartal noch ein operatives Ergebnis von 628 Millionen Euro ausweisen kann.

Das sind zwar fast 60 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis wäre aber nach den Worten von Daimler-Chrysler-Finanzvorstand Bodo Uebber "beinahe stabil", wenn man den einmaligen Aufwand von 800 Millionen Euro für die Smart-Sanierung herausrechnete. Dann ergäbe sich ein Rückgang des operativen Ergebnisses von knapp 8 Prozent.

Rauher Wettbewerb

Der Verlust von Mercedes wird also weitgehend ausgeglichen durch deutlich bessere Ergebnisse in der Nutzfahrzeug- und in der Finanzdienstleistungssparte. Einmalig positiv schlägt die Schadensersatzzahlung von Mitsubishi über 276 Millionen Euro für versteckte Qualitätsmängel bei dem japanischen Nutzfahrzeughersteller Fuso zu Buche. Bei dem früheren Sorgenkind Chrysler ist das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent zurückgegangen, während Analysten einen Anstieg erwartet hatten.

Das Minus wird vom Konzern einerseits auf den schwachen Dollar, andererseits auf einen schlechteren Absatz an die Händler zurückgeführt. Für alle Autosparten erwartet Daimler-Chrysler, in diesem Jahr trotz des "rauhen Wettbewerbsumfelds" den Absatz steigern zu können. Das operative Ergebnis soll gegenüber dem Vorjahr leicht steigen, wenn man den Aufwand für die Smart-Sanierung (die insgesamt mit 1,2 Milliarden Euro veranschlagt wird) vernachlässigt, sagte Uebber und bestätigte damit die Prognose von Konzernchef Jürgen Schrempp von der Hauptversammlung Anfang April. Damit traf Daimler-Chrysler offenbar die Erwartungen der Börse. In einem insgesamt schwachen Markt legte der Daimler-Chrysler-Kurs nach Veröffentlichung der Quartalszahlen zeitweise sogar leicht zu.

Ohne Rücksicht auf die Rendite

Nachdem Mercedes Ende März den Rückruf von 1,3 Millionen Autos angekündigt hat, erwartet Uebber in diesem Jahr keine ähnlichen Aktionen mehr, wie der Finanzvorstand in einer Telefonkonferenz mit Analysten und Journalisten sagte. Sollte ein Rückruf von Fahrzeugen jedoch notwendig sein, werde dieser jedoch ohne Rücksicht auf die Rendite gestartet. "Wir sollten alles tun, um die Probleme zu lösen, da ist der Rückruf nur ein Element", sagte Uebber, und: "Wir haben wirklich Fortschritte gemacht."

Warten auf die Ergebniswende

Die neuesten Pannenstatistiken zeigten, daß Mercedes jeweils in der Spitzengruppe sei. Auf die Frage, ob die Mercedes Car Group (mit Mercedes, Smart und Maybach) in diesem Jahr einen Verlust ausweisen müsse oder ob diese Sparte ihren Rückstand im Laufe des Jahres aufholen könne, sagte Uebber: "Ich hatte gehofft, diese Frage nicht zu hören."

Die Ergebniswende erwarte Mercedes im zweiten Quartal, und im dritten Quartal werde eine deutliche Verbesserung zu sehen sein. Für den Absatz hofft man in Stuttgart auf den Erfolg der drei neu vorgestellten Modellreihen, dem Geländewagen M-Klasse sowie den Sportstourern B-Klasse und R-Klasse, die von den Kunden hervorragend aufgenommen würden. Das von dem neuen Mercedes-Chef Eckhard Cordes aufgelegte Restrukturierungsprogramm "Core" für die Mercedes Car Group soll dieser Sparte bis 2007 eine Ergebnisverbesserung um 3 Milliarden und eine Umsatzrendite von 7 Prozent bescheren.

Quelle: @sup.; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. April 2005
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Von Heike Göbel

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