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Automobile Mercedes belastet Daimler

10.02.2005 ·  Durch einen drastischen Gewinneinbruch bei Mercedes ist der operative Gewinn des Autokonzerns Daimler-Chrysler 2004 deutlich geringer als erwartet gestiegen: um ein Prozent auf 5,75 Milliarden Euro. 2005 wird kaum Gewinnwachstum in Aussicht gestellt.

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Der Automobilhersteller Daimler-Chrysler hat mit einem operativen Gewinneinbruch im vierten Quartal die Markterwartungen deutlich verfehlt. Zur Ergebnisverbesserung trugen nach Konzernangaben vor allem die Sparte Chrysler und die Nutzfahrzeugsparte bei. Belastungen rührten dagegen aus der Mitsubishi Fuso and Bus Corporation und Toll Collect.

In der Mercedes Car Group brach der Operating Profit um 47 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro ein. Allein im vierten Quartal ging der Gewinn um 97 Prozent auf nur noch 20 Millionen Euro zurück. Im Jahr 2004 lieferte die Mercedes Car Group 1,226 Millionen Fahrzeuge aus. Der Mercedes-Absatz habe um 2 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Begründet wurde dies mit der Dollarschwäche, den hohen Anlaufkosten für neue Produkte und die Kosten für die Qualitätsverbesserung bei Mercedes-Benz sowie dem deutlich negativen Ergebnisbeitrag von Smart.

Hoffnung auf 2006 gesetzt

Das Konzernergebnis stieg von 0,4 Milliarden Euro auf 2,5 Milliarden Euro. Insgesamt hat der Konzern im Jahr 2004 4,7 Millionen Fahrzeuge verkauft (plus 8 Prozent). Der Umsatz stieg um 4 Prozent auf 142,1 Milliarden Euro. Daimler-Chrysler rechnet auch 2005 nur mit einem leichten Gewinnanstieg. Allerdings würden die Jahre 2006 und 2007 deutlich besser, weil sich dann die Produktoffensive voll auswirke, hieß es.

Vorstandschef Jürgen Schrempp hat sich zuversichtlich gezeigt, die Ertragsprobleme von Mercedes-Benz bald zu lösen. „Wir werden die Herausforderungen bei Mercedes-Benz-Pkw innerhalb von 12 Monaten in den Griff bekommen“, sagte er auf der Jahrespressekonferenz des Autokonzerns in Sindelfingen. Das neue Optimierungsprogramm CORE werde die Schwerpunkte Qualitätsoffensive, Kostenoptimierung und Erlössteigerung haben. Im Laufe des Jahres werde man erste Ergebnisse sehen. Schrempp sagte, auch ohne den schwachen Dollar wären die Ergebnisse in der MCG „nicht akzeptabel“ gewesen. Mercedes-Chef Eckhard Cordes schloß einen Personalabbau nicht aus. Betriebsbedingte Kündigungen sind aber aufgrund des Beschäftigungspaktes bis 2011 nicht möglich.

Die Kleinwagenmarke Smart habe den Absatz dank des neuen Viersitzers Forfour um 22 Prozent steigern können. Zu Smart sagte Schrempp: „Wir sind mit derwirtschaftlichen Entwicklung nicht zufrieden.“ Es werde an der Entwicklung eines langfristig tragfähigen Geschäftsmodells gearbeitet. Dazu gehöre auch, daß die Wirtschaftlichkeit des geplanten Geländewagens smart „formore“ nochmals auf den Prüfstand komme. Das Smart-Produktprogramm solle im Laufe der nächsten zwei Jahre attraktiver gestaltet werden. Auch die Einführung von Smart in den Vereinigten Staaten werde untersucht.

Chrysler glänzt wieder

Das einstige Sorgenkind Chrysler glänzte mit einem Gewinn von 1,4 Milliarden Euro nach einem Verlust von 500 Millionen Euro im Jahr davor. Die Nutzfahrzeuge konnten den Gewinn um 64 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro steigern. Der Konzernumsatz wuchs um vier Prozent auf 147 Milliarden Euro.

Das Nutzfahrzeuggeschäft legte kräftig zu. Der operative Gewinn stieg auf 1,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 800 Millionen); der Gewinn konnte trotz der Probleme bei dem japanischen Lastwagenbauer Fuso erzielt werden. Das kostete DaimlerChrysler 475 Millionen Euro. Auch das Geschäftsfeld Dienstleistungen trug mit einem Betriebsgewinn von 1,25 Milliarden Euro (nach 1,24 Milliarden Euro im Vorjahr) wieder erheblich zum positiven Gesamtergebnis bei. Toll Collect belastete diesen Bereich jedoch mit 472 Millionen Euro.

Aktie sackt ab

Die Aktien von Daimler-Chrysler gerieten nach der Vorlage der Geschäftszahlen unter Druck. „Die Zahlen waren sehr schlecht, was vor allem an der Mercedes Car Group liegt. Auch den Ausblick finde ich wenig aussagekräftig", sagte ein Händler. Kurz nach Handelsauftakt an der Frankfurter Börse rutschte das Papier um 2,35 Prozent auf 35,27 Euro und war damit Schlußlicht im Deutschen Aktienindex (DAX)

„Enttäuschend“, resümiert ein anderer Händler nach einem Blick auf das Zahlenwerk. Operativ habe der Konzern lediglich die Prognose von Merrill Lynch getroffen, und dort sei die Aktie mit „Sell“ eingestuft. Die Probleme lägen nun klar bei Mercedes.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, Reuters, AP, Dow Jones
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