08.03.2005 · Die VW-Markengruppe schreibt rote Zahlen, das China-Geschäft bröckelt. Europas größter Autobauer blickt lieber in die Zukunft und verspricht einen höheren Gewinn für 2005. Ein Wort wird in Wolfsburg noch häufiger zu hören sein: Sparen.
Gestützt auf zahlreiche Modellneuheiten und ein massives Sparprogramm will Europas größter Autobauer Volkswagen (VW) im laufenden Jahr einen höheren Gewinn erzielen als im Vorjahr.
„Das operative Ergebnis nach Sondereinflüssen des Jahres 2005 wird sich gegenüber 2004 verbessern - um wieviel, hängt von heute nicht prognostizierbaren externen Umständen ab“, teilte Europas größter Autobauer am Dienstag in Wolfsburg mit.
Aktie dreht ins Minus
In den beiden ersten Monaten des Jahres lieferte der Konzern weltweit 687.000 Fahrzeuge an Kunden aus, 0,5 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis im ersten Quartal werde nicht befriedigend ausfallen, warnte VW.
Die im Deutschen Aktienindex (Dax) notierte VW-Aktie drehte angesichts des Ausblicks ins Minus und war mit 36,80 Euro um 1,45 Prozent schwächer.
Gewinn in China mehr als halbiert
VW begründete den Rückgang der Auslieferungen mit dem schwachen China-Geschäft. Auf dem chinesischen Markt habe VW 33.000 Autos weniger ausgeliefert, in anderen Märkten sei der Absatz insgesamt um 30.000 Einheiten gestiegen.
„Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Volkswagen-Konzern in China neu auszurichten, um unsere Marktführerschaft zu behaupten und von der wachsenden Nachfrage in China deutlicher zu profitierten“, sagte Konzernchef Bernd Pischetsrieder am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz. Die Neuausrichtung umfasse alle Geschäftsprozesse, fügte er hinzu. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte sich der operative Gewinn der beiden Gemeinschaftsunternehmen in China auf 222 Millionen Euro von 561 Millionen im Vorjahr mehr als halbiert.
Absatzflaute zwingt zum Sparen
Die Markengruppe Volkswagen ist im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht. Das operative Ergebnis der Markengruppe (VW-Pkw, Skoda, Bentley, Bugatti) betrug minus 44 Millionen Euro, nach plus 486 Millionen Euro im Vorjahr. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten VW-Geschäftsbericht hervor. Ertragsbringer des Konzerns waren vor allem Audi sowie die Finanzdienstleistungs-Sparte.
Die Lage auf den wichtigen Automobilmärkten bleibe schwierig, teilte VW mit. Wegen der anhaltenden Absatzflaute der Branche konzentriert sich der Wolfsburger Konzern darauf, durch Einsparungen seine Ertragskraft zu steigern.
Bernhard soll den Sparkurs fortführen
Bereits 2004 hatte VW dank schneller Erfolge seines Sparprogramms „For Motion“ besser abgeschnitten als befürchtet. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen sackte um zwölf Prozent auf 2,01 Milliarden Euro ab, blieb damit aber über der von Vorstandschef Bernd Pischetsrieder zur Jahresmitte auf 1,9 Milliarden Euro gesenkten Prognose.
Den von Pischetsrieder im vergangenen Jahr eingeschlagenen Sparkurs soll der ehemalige Daimler-Chrysler-Manager Wolfgang Bernhard fortführen. Der 44-Jährige hatte sein Amt als Vorstandsmitglied bei Volkswagen Anfang Februar angetreten. Auf der Bilanzpressekonferenz wird sich Bernhard erstmals den Fragen der Journalisten zu seinen Plänen bei VW stellen.
11,6 Millionen Euro Vorstandsbezüge
Vorstandschef Pischetsrieder hat im vergangenen Jahr 2,63 Millionen Euro Gehalt kassiert. Das geht aus dem am Dienstag in Wolfsburg veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Wieviel es im Jahr zuvor war, teilte Volkswagen nicht mit.
Der VW-Chef bekam ein Grundgehalt von 831.000 Euro und einen Bonus von 1,8 Millionen Euro. Der gesamte Vorstand erhielt Bezüge von 11,6 Millionen Euro, nach 13,8 Millionen Euro im Jahr 2004. Der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch empfing 247.000 Euro. Der Volkswagen-Vorstand hatte im vergangenen Jahr dem Corporate Governance Kodex zugestimmt und als Folge nun zum ersten Mal die Bezüge einzeln ausgewiesen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.380,08 | −1,01% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2448 | −0,33% |
| Rohöl Brent Crude | 105,48 $ | −1,28% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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