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Automobile GM will keine Fiat-Autos

01.02.2005 ·  General Motors wird sich nach Aussagen von Marktteilnehmern mit 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro von der Verpflichtung freikaufen, die angeschlagene Fiat-Autosparte zu übernehmen.

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Der amerikanische Autokonzern General Motors (GM) wird sich nach Einschätzung von Finanzmarktteilnehmern mit einer Milliardenzahlung von der Verpflichtung freikaufen, die angeschlagene Autosparte des italienischen Industriekonzerns Fiat zu übernehmen.

Die Italiener besitzen eine Verkaufsoption für Fiat Auto, die GM aber nicht mehr anerkennt. Für eine außergerichtliche Einigung blieb beiden Unternehmen am Dienstag nur noch bis Mitternacht Zeit. Dann könnte Fiat die Option ausüben und es käme wohl zu einem langwierigen Rechtsstreit. Im vergangenen Monat haben die Aktien von Fiat von der Aussicht auf eine außergerichtliche Einigung profitiert und sieben Prozent zugelegt. Am Dienstagmittag notierten sie 1,3 Prozent im Minus.

„Fiat müßte Option am Mittwoch ausüben“

An den Finanzmärkten wird erwartet, daß Fiat gegen eine Zahlung zwischen 1,5 und 1,8 Milliarden Euro auf die Option verzichtet und zudem von GM eine höhere Beteiligung an gemeinsamen Unternehmen erhält. Dennoch ist eine Einigung noch immer nicht gesichert, da beide Seiten weiterhin auf ihren Positionen beharren.

„Wenn es keine Einigung gibt, wird Fiat die Option am Mittwoch ausüben müssen“, verlautete aus dem Konzern nahe stehenden Kreisen. „Es ist bis jetzt so viel posiert worden, daß dies die einzig verbleibende Möglichkeit wäre, das Gesicht zu wahren.“ Das Direktorium von GM hat für den Tagesverlauf eine Sitzung anberaumt, allerdings wurden keine Einzelheiten zur Tagesordnung bekannt.

Analysten: Fiat würde vor Gericht siegen

Die Verkaufsoption für den Turiner Konzern ist Teil einer breit gefaßten Allianz zwischen Fiat und GM, die im Jahr 2000 vereinbart wurde, um auf den Märkten in Europa und Südamerika Kosten einzusparen. Die Kooperation mit GM hatte damals den Vorzug vor der vom deutsch-amerikanischen Unternehmen Daimler-Chrysler angestrebten 100-prozentigen Übernahme der Fiat-Autosparte erhalten. Der inzwischen verstorbene Fiat-Patriarch Gianni Agnelli hatte damals nicht die Kontrolle über die Autosparte abgeben wollen.

GM hält die Option allerdings nicht mehr für gültig und begründet dies mit dem Verkauf der Finanzierungssparte von Fiat Auto sowie mit einer Kapitalerhöhung, durch die sich die GM-Beteiligung an der Autofirma auf zehn Prozent halbiert habe. Analysten halten es für wahrscheinlich, daß das italienische Unternehmen vor Gericht Recht bekommen würde.

Italiener befürchten Standort-Schließungen

Darin liegt die Erwartung der Finanzmärkte auf eine Einigung in letzter Minute begründet. Eine Übernahme der unprofitablen Fiat Auto wäre für GM eine zusätzliche Belastung, hat der Konzern doch ohnehin mit Verlusten in Europa zu kämpfen. Sollte GM selbst an seinen Aussichten vor Gericht zweifeln, wäre eine Zahlung an Fiat die einfachste Lösung. Allerdings würden auch die 1,8 Milliarden Euro, die am Markt am häufigsten kolportiert werden, kaum mehr als die Verluste von Fiat Auto in einem Jahr abdecken.

Italienische Politiker und Gewerkschaftler befürchten, eine Übernahme durch GM würde zur Entlassung tausender Mitarbeiter und zur Schließung von Produktionsstätten von Italiens Traditionsunternehmen führen.

Am Dienstag büßten die Aktien von Fiat an der Mailänder Börse 1,2 Prozent auf 6,28 Euro ein.

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