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Automobile Es brodelt weiter bei Daimler-Chrysler

30.07.2005 ·  Daimler-Chrysler kommt nach dem Schrempp-Rücktritt nicht zur Ruhe. Der Aufsichtsrat versucht noch einmal, Mercedes-Chef Cordes zum Bleiben zu überreden. Sehr überzeugt davon scheinen beide Seiten allerdings nicht mehr zu sein.

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Der designierte Vorstandschef von Daimler-Chrysler Dieter Zetsche soll möglicherweise auch die Führung der Konzernmarke Mercedes-Benz übernehmen. Gedacht wird an ein bis zwei Jahre, bis ein neuer Manager für Mercedes-Benz gefunden ist. Das war am Samstag aus Kreisen des Aufsichtsrates zu erfahren.

Die Führungsposition bei Mercedes-Benz droht mit dem Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Schrempp vakant zu werden, weil Mercedes-Chef Cordes, ein Vertrauter von Schrempp, den Konzernaufsichtsrat ebenfalls um eine vorzeitige Auflösung seines Vertrages gebeten hat. Er will Daimler-Chrysler mit der Begründung verlassen, er besitze nicht mehr das Vertrauen des Kontrollgremiums.

So kommt das Unternehmen nach dem überraschenden Rücktritt von Schrempp nicht zur Ruhe. Denn aus dem Aufsichtsrat wird Cordes widersprochen: „Die Bitte um Vertragsauflösung ist seine Entscheidung; es gab keinen Druck.“ Hintergrund des Hin und Her ist der Machtkampf zwischen Zetsche und Cordes um die Nachfolge von Schrempp, der Daimler-Chrysler zum Jahresende verläßt. Nachdem sich der Aufsichtsrat für Chrysler-Chef Dieter Zetsche als neuen Vorstandvorsitzenden des Automobilkonzerns entschieden hat, habe Schrempps Lieblingsjünger Cordes im Affekt angekündigt, das Handtuch zu werfen, heißt es im Aufsichtsrat.

Cordes vertritt hingegen die Auffassung, es sei immer klar gewesen, daß der Verlierer der beiden das Unternehmen verlasse. Für Zetsche und Cordes gemeinsam sei die Daimler-Welt zu klein. Jetzt wird vom Aufsichtsrat noch einmal der Versuch unternommen, Mercedes-Chef Cordes umzustimmen. Sehr überzeugt davon scheinen beide Seiten allerdings nicht mehr zu sein. Die Suche nach einem Nachfolger von Cordes hat schon eingesetzt.

Über die Gründe für den so überraschend angekündigten Führungswechsel bei Daimler-Chrysler wird unterdessen weiter spekuliert. Schrempp selbst sagte, er habe schon seit längerem mit Aufsichtsratchef Kopper über seine Absicht gesprochen. EU-Kommissar Verheugen forderte derweil den Konzern auf, die Hintergründe für Schrempps Ausscheiden offenzulegen, um „wilde Spekulationen“ zu vermeiden. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) beschäftigt sich mit dem Vorgang und prüft - routinemäßig - den Börsenhandel angesichts der Kurssteigerungen der Daimler-Aktie von zeitweise um mehr als 10 Prozent.

Quelle: ank. / F.A.S. vom 31. Juli
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Von Heike Göbel

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