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Automobile Die Lage bei Volkswagen ist ernst

14.12.2005 ·  Der neue VW-Arbeitsdirektor Horst Neumann hat davor gewarnt, den „Ernst der Lage“ bei Volkswagen zu unterschätzen. „Wenn wir jetzt nicht aufpassen, wird uns der Wettbewerb abhängen“, sagte Neumann.

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Der neue VW-Arbeitsdirektor Horst Neumann hat davor gewarnt, den „Ernst der Lage“ bei Volkswagen zu unterschätzen. Volkswagen sei zwar „kein Krisenfall“, sagte Neumann der VW- Mitarbeiterzeitung. „Aber wir müssen uns in den nächsten Jahren sehr anstrengen, um wieder nach vorne zu kommen - dort, wo Volkswagen hingehört.“ An einer Senkung der Personalkosten führe kein Weg vorbei. „Ein Unternehmen, daß kein Geld verdient, kann es sich nicht leisten, 20 Prozent über Flächentarif zu bezahlen.“

Neumann betonte: „Es kann auch nicht sein, daß wir bei der derzeitigen Auslastung der Werke weiterhin 100 Prozent der Beschäftigten an Bord haben.“ Bei allen notwendigen Schritten gehe es aber um Menschen und nicht um lästige Kostenfaktoren.

Kosten, Qualität, Produkte

Der 56jährige Neumann nimmt als Arbeitsdirektor eine Schlüsselstellung bei dem Autobauer ein. Volkswagen fährt derzeit angesichts hoher Kosten und Überkapazitäten einen harten Sparkurs. Die Markengruppe VW schrieb im dritten Quartal wieder rote Zahlen. Tausende von Stellen sollen abgebaut werden.

„Wenn wir jetzt nicht aufpassen, wird uns der Wettbewerb abhängen“, sagte Neumann. VW brauche dringend wettbewerbsfähige Kosten, überzeugende Qualität und innovative Produkte. Das Unternehmen dürfe nie „die Härte des Wettbewerbs aus den Augen verlieren“. Innerhalb weniger Jahre hätten japanische Automobilhersteller den amerikanischen Markt angegriffen und die heimischen Anbieter an die Wand gedrückt. „Heute bauen asiatische Hersteller enorme Kapazitäten mitten in Europa auf.“

Ja zur Mitbestimmung

Neumann gab zudem ein Plädoyer für die Mitbestimmung ab. „Eine kluge Mitbestimmung stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und ist ein Standortvorteil für Deutschland insgesamt.“

Der frühere Personalchef der VW-Tochter Audi ist seit Anfang Dezember Nachfolger von Peter Hartz. Hartz war im Sommer im Strudel der VW-Affäre um Schmiergelder und Lustreisen auf Firmenkosten zurückgetreten. Neumann war im VW-Aufsichtsrat gegen die Stimmen unter anderem von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) gewählt worden. Auch Konzernchef Bernd Pischetsrieder war gegen die Ernennung Neumanns. Neumann galt als Kandidat von IG Metall-Chef und VW-Aufsichtsrat Jürgen Peters. Die Gewerkschaft hat ein Vorschlagsrecht für den VW-Arbeitsdirektor.

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