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Automobile Der Opel-Chef tritt zurück

 ·  Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke tritt überraschend zurück. Als Nachfolger ist Strategiechef Thomas Sedran im Gespräch.

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Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke ist von seiner Position als Vorstandsvorsitzender zurückgetreten. Das teilte die Adam Opel AG am Donnerstag ohne Angabe von Gründen mit. Nach Informationen dieser Zeitung zieht damit der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) die Konsequenz aus Strackes anhaltender Erfolglosigkeit in der Sanierung des Unternehmens. GM-Vorstandschef Daniel Akerson selbst sei am Donnerstag am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim gewesen und habe die Entscheidung getroffen. Stracke ist der dritte Opel-Chef in drei Jahren, der zurücktritt.

Der als guter Entwicklungsingenieur geltende Manager, der erst seit April 2011 Chef von Opel war, soll nun „Sonderaufgaben“ für GM übernehmen. Beobachter zeigten sich überrascht, dass Karl-Friedrich Stracke überhaupt so lange dem Druck standgehalten hat, da er von Anfang an mit heftigem Widerstand von Seiten des Betriebsrats und der Gewerkschafter der IG Metall zu kämpfen hatte.

Im März dieses Jahres war der von ihm ausgearbeitete Geschäftsplan, der die Wende zur Profitabilität bringen sollte, im Aufsichtsrat gescheitert. Seither treten die Verhandlungen mit Betriebsrat und Gewerkschaft über Stellenabbau und Werksschließungen auf der Stelle. Ein weiterer Lohnverzicht der Belegschaft soll die Kosten senken.

Strackes Position übernimmt nun kommissarisch der GM-Vize Stephen Girsky, der ohnehin schon dem Opel-Aufsichtsrat vorsitzt. Als wahrscheinlichster dauerhafter Nachfolger für Stracke wird in Kreisen des Betriebsrats der Opel-Strategiechef Thomas Sedran genannt. Sedran war erst vor wenigen Monaten von der Sanierungsberatung Alix Partners als Vorstandsmitglied zu Opel gewechselt. Er genießt die Unterstützung der Arbeitnehmerseite.

GM sei „zu Recht ungeduldig“, sagte Stracke noch am Mittwoch

Gerade erst hatte Stracke auf Erfolge in der Sanierung des angeschlagenen Autoherstellers gepocht, der in den vergangenen zehn Jahren mehr als 10 Milliarden Euro an Verlusten aufgehäuft hat. GM sei „zu Recht ungeduldig mit uns“, sagte Stracke der „Bild“-Zeitung noch am Mittwoch. „Deswegen müssen wir so schnell wie möglich wieder profitabel werden. Wir dürfen unserer Mutter nicht länger auf der Tasche liegen.“

Obwohl tatsächlich das Gegenteil der Fall sein dürfte, äußerte der Betriebsrat sein Bedauern über den Rücktritt. Stracke habe sein Amt „unter schwierigen Bedingungen angetreten“, teilte Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug mit. Man respektiere diesen Schritt und bedanke sich für seine Arbeit und sein Engagement. „Wir wünschen Herrn Stracke alles Gute für seine neue Aufgabe bei General Motors.“

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Von Patrick Welter

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