07.04.2004 · Das bestehende Aktienoptionsprogramm, das in erster Linie die bloße Entwicklung des Aktienkurses zum Erfolgsmaßstab macht und von Aktionärsschützern hart kritisiert wurde, wird beendet.
Der Vorstand der Daimler-Chrysler AG wird künftig nach Prinzipien entlohnt, die eher den Grundsätzen guter Unternehmensführung (Corporate Governance) entsprechen, sich also weniger einseitig am Aktienkurs als Zielgröße für die Erfolgsbewertung ausrichten.
Das bestehende Aktienoptionsprogramm, das in erster Linie die bloße Entwicklung des Aktienkurses zum Erfolgsmaßstab macht und von Aktionärsschützern hart kritisiert wurde, wird beendet. Vom Geschäftsjahr 2005 an gibt es ein neues Vergütungsystem, in das eine Fülle von Erfolgskriterien einfließen. Dies gab Aufsichtsratschef Hilmar Kopper auf der Hauptversammlung von Daimler-Chrysler in Berlin bekannt.
Kleinaktionäre kritisieren Schrempp
Auf dem mit Spannung erwarteten Aktionärstreffen entlud sich viel Ärger. Vermögensverwalter sowie etliche Kleinaktionäre machten Vorstandschef Jürgen Schrempp für eine "massive Kapitalvernichtung" verantwortlich und legten ihm den Rücktritt nahe. "Aus der Hochzeit im Himmel wurde eine Bruchlandung auf Erden", sagte ein Aktionär mit Blick auf die Probleme bei der amerikanischen Tochtergesellschaft Chrysler.
Auch das verlustreiche Engagement bei Mitsubishi Motors sorgte für großen Unmut. Die dortige Entwicklung vergrößere den Zweifel am Unternehmensentwurf, sagte ein Vermögensverwalter. Schrempp schloß eine Trennung von Mitsubishi nicht aus, verteidigte aber seine Strategie: "Wenn es schwierig wird, darf man nicht davonlaufen und eine richtige Strategie ändern."
Schrempp bestätigt Prognose
Schrempp bestätigte die schon zur Bilanzpressekonferenz abgegebene Prognose, wonach 2004 das Konzernergebnis aus dem laufenden Geschäft leicht erhöht werden soll gegenüber dem Vorjahreswert von 5,1 Milliarden Euro. "Deutliche Ergebnisverbesserungen erwarten wir für die Jahre 2005 und 2006, wenn die Fahrzeuge aus den aktuellen Produktoffensiven voll verfügbar sein werden", sagte Schrempp. Für das erste Quartal 2004 kündigte er ein Ergebnis auf Vorjahresniveau an. Darin seien die weiteren Belastungen, die aus den neuen Vereinbarungen des Mautunternehmens Toll Collect mit der Bundesregierung resultieren, schon enthalten.
Gehälter künftig aus drei Komponenten
Die Gehälter der Daimler-Vorstände setzen sich künftig aus drei Komponenten zusammen: einem Basisgehalt, einem Jahresbonus und einer langfristig aktienorientierten Vergütung. Die Zielerreichung orientiert sich an der Kapitalrendite sowie an der Umsatzrendite im Vergleich zu ausgewählten Wettbewebern (BMW, VW, Ford, General Motors, Honda und Toyota). Der Aktienkurs fließt durch die Zuteilung sogenannter virtueller Aktien in die Vergütung ein.
Nach vier Jahren wird der Auszahlungsbetrag ermittelt, indem die sich aus dem Grad der Zielerreichung ergebende Anzahl der virtuellen Aktien mit dem dann gültigen Aktienkurs multipliziert wird. Der Auszahlungsbetrag, der sich daraus errechnet, muß zu einem Viertel zum Kauf von Aktien verwandt werden. Eine individualisierte Offenlegung der Vorstandsgehälter lehnt Daimler-Chrysler nach wie vor ab.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.376,76 | −0,07% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2541 | −0,26% |
| Rohöl Brent Crude | 107,26 $ | +0,38% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
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