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Automobile Daimler hält an Smart fest

21.03.2006 ·  Daimler-Chrysler will über die Zukunft der defizitären Kleinwagentochter Smart ausschließlich nach wirtschaftlichen Aspekten entscheiden und hält sich den Markteintritt in Amerika für den Zweisitzer offen.

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Der Autohersteller Daimler-Chrysler will bei seiner unrentablen Kleinwagenmarke Smart im kommenden Jahr die Verlustzone verlassen. Solange der Kleinwagenhersteller die geforderten Meilensteine erreiche, werde Daimler-Chrysler die Sanierung fortsetzen. „Wir werden 2007 die Gewinnschwelle bei Smart erreichen“, sagte Finanzchef Bodo Uebber am Montag abend in Stuttgart.

Die Entwicklung von Smart werde unter rein wirtschaftlichen Aspekten ständig beobachtet. Andere Argumente wie Flottenverbräuche oder der Markenwert spielten dabei keine Rolle. „Wir prüfen jeden Monat, jedes Quartal.“ Mit den Kostensenkungen komme Smart bislang wie geplant voran. Um die Gewinnschwelle zu erreichen, muß das Unternehmen das operative Ergebnis nach eigener Darstellung um rund 600 Millionen Euro Euro verbessern.

Mit der seit längerem erwarteten Entscheidung über einen Vertrieb der Kleinwagen in den Vereinigten Staaten will sich das Unternehmen Zeit lassen.“ Es besteht momentan kein Grund, die Entscheidung vorzuziehen“, sagte Uebber.

Investment-Holding fordert Verkauf

Mehrere Großaktionäre hatten sich zuletzt kritisch zu der seit 1998 Verluste schreibenden Kleinwagentochter Smart geäußert. Die mit 7,2 Prozent an Daimler-Chrysler beteiligte Investment-Holding des Emirats Kuwait hatte Ende Januar den Verkauf von Smart gefordert.

Daimler-Chrysler hat die Verluste von Smart niemals offiziell bekannt gegeben. Ein Münchener Großaktionär will mit Sonderprüfungen die Geschäftsführung bei Smart und der Luxusmarke Maybach untersuchen lassen und den Konzern zur Offenlegung der Geschäftszahlen zwingen.

Unter der eigenständigen Marke Smart bietet Daimler-Chrysler hauptsächlich in Europa zwei Kleinwagen an: Den zweisitzigen “fortwo“ sowie den viersitzigen “forfour“. In Nordamerika ist der Zweisitzer lediglich in Kanada auf dem Markt. Mit weltweit 143.000 verkauften Fahrzeugen im vergangenen Jahr blieb der Absatz jedoch weit hinter den einst hochgesteckten Erwartungen zurück. Noch vor zwei Jahren hielt Daimler-Chrysler Verkäufe von 200.000 Smart-Fahrzeugen pro Jahr für möglich. Bis 2010 sollte der Absatz mit weiteren Modellen sogar auf 300.000 Einheiten ausgebaut werden.

Verlust auf fast 3 Milliarden Euro geschätzt

Die hohen Investitionen in den Markenaufbau und für ein eigenständiges Vertriebsnetz machten Smart zusammen relativ geringen Stückzahlen zu einer zunehmenden Belastung für Daimler-Chrysler. „Seit 1998 dürfte smart den Konzern inklusive der operativen Verluste zwischen 2,5 und 3 Milliarden Euro gekostet haben“, schätzt Analyst Stephan Droxner von der Landesbank Baden-Württemberg.

Die nächste Generation des Smart-Zweisitzers soll im April 2007 auf den Markt kommen. Im Gegensatz zu dem aktuellen Fahrzeug erfüllt der neue “fortwo“ die Auflagen der amerikanischen Behörden und könnte somit erstmals auch in den Vereinigten Staaten angeboten werden. Das Marktpotential beziffert Daimler-Chrysler auf rund 20.000 Fahrzeuge im Jahr. Noch ungeklärt ist derzeit, ob Smart in Amerika über die Mercedes- und Chrysler-Händler vertreiben würde oder ob sogar Dritte den Auftrag bekämen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, Dow Jones
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