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Automobile BMW eröffnet ein neues Werk in Leipzig

13.05.2005 ·  BMW investiert Millionen im Osten Deutschlands. „Ohne Förderung hätten wir das nicht gemacht“, gesteht BMW-Chef Panke ein. Flexibile Arbeitszeiten sollen die Kostennachteile Deutschlands ausgleichen.

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Mit einem deutlichen Bekenntnis zum Standort Deutschland, aber auch mit der Forderung, die Wettbewerbsbedingungen zu verbessern, hat der Automobilhersteller BMW am Freitag unter Anwesenheit von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sein neues Werk in Leipzig eröffnet.

"Der Standort Deutschland hat nach wie vor die Voraussetzung für Erfolg im internationalen Wettbewerb", sagte der Vorstandsvorsitzende Helmut Panke. "Es ist aber unbestreitbar, daß wir mit eindeutig zu hohen Kosten zu kämpfen haben, und daß dieser Standort in weiten Bereichen überreguliert ist." In dem neuen BMW-Werk in Leipzig - einer der größten Investitionen in Ostdeutschland seit der Vereinigung - werden seit März jeden Tag 160 Einheiten der neuen Dreier-Serie gefertigt. In zwei bis drei Jahren will BMW die Produktion auf 650 Fahrzeuge hochfahren. Dann sollen am Standort Leipzig 5.500 Mitarbeiter direkt und weitere 5.000 indirekt beschäftigt werden. BMW will in Leipzig 1,3 Milliarden Euro investieren, rund 360 Millionen davon stammen aus den verschiedenen öffentlichen Fördertöpfen.

Schröder: Hegde-Fonds genau anschauen

Mit einem Seitenhieb auf die Kapitalismus-Kritik der SPD warnte Panke, "dem Standort Deutschland aus kurzfristig-populistischen Überlegungen Schaden zuzufügen". Schröder entgegnete, daß BMW im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen seine Mitarbeiter an den Gewinnen beteilige. Wenn das der Geist des Kapitalismus sei, wer hätte dann etwas daran auszusetzen?

Er habe nichts gegen Private-Equity, versicherte Schröder, aber man müsse sich besonders "das Wirken von Hedge-Fonds genau angucken". Hingegen warnte der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) davor, den Eindruck zu erwecken, ausländisches Kapital sei in Deutschland nicht willkommen.

Flexibilität gleicht Kostennachteile aus

Panke lobte, das Beispiel Leipzig zeige, wie man mit hoher Flexibilität trotz der Kostennachteile in Deutschland Autos produzieren könne. Die zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern vereinbarte "BMW-Formel für Arbeit" sei auch ausschlaggebend gewesen, daß man sich 2001 in der Standortauswahl zwischen 250 Regionen für Leipzig entschieden habe.

Je nach Kundennachfrage betrage die Betriebsnutzung in dem neuen Werk zwischen 60 bis 140 Stunden in der Woche. Da im Rahmen des Flächentarifvertrags viele verschiedenen Arbeitszeitmodelle vereinbart worden seien, habe man die persönliche Arbeitszeit der Mitarbeiter von den Maschinenlaufzeiten entkoppeln können. So könne man die installierten Kapazitäten bei Bedarf um bis zu 40 Prozent erhöhen, ohne zusätzliche Prämien zahlen zu müssen. Dieses Modell gleiche einen Teil der Kostennachteile in Deutschland aus, versicherte Panke. Das Werk in Leipzig sei ein klares Signal dafür, daß am Standort Deutschland mit hoher Flexibilität viel erreicht werden könne.

„Ohne Förderung hätten wir das nicht gemacht“

Das BMW-Gelände, das so groß ist wie 265 Fußballfelder, wird bisher nur zu einem Sechstel genutzt. Panke sagte, man könne am Standort weiter wachsen und auch andere Fahrzeuge produzieren, einschließlich der für 2008 geplanten neuen Modelle. Der bis dahin erwartete Jahresabsatz von 1,4 Millionen BMW-Fahrzeugen werde mit den neuen Kapazitäten in Leipzig erreicht. Der Kapitaleinsatz von 1,3 Milliarden Euro sei nur eine Anfangsinvestition. Mit jedem Modellwechsel würden weitere folgen, die zusammengenommen deutlich höher ausfallen dürften als die ursprüngliche Summe.

Der BMW-Chef gestand zu, daß die Subventionen bei der Standortentscheidung eine wichtige Rolle gespielt hätten. "Ohne Förderung hätten wir das nicht gemacht." Das Geld diene dazu, die weiterhin bestehenden Nachteile für Investoren in Ostdeutschland auszugleichen. Seit der Standortentscheidung 2001 habe BMW 4 Milliarden Euro in den Ausbau der bestehenden deutschen Werke investiert und 1,4 Milliarden Euro im Ausland.

Quelle: itz., F.A.Z., 14.05.2005, Nr. 111 / Seite 9
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