28.09.2006 · Das hat BMW-Chef Norbert Reithofer gar nicht gefallen: Konkurrent Mercedes-Benz ist im Juli mit 92.700 verkauften Autos an den Münchnern vorbeigezogen. Jetzt will Reithofer mit BMW wieder auf die Überholspur.
Der neue BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer hat das Ergebnisziel seines Amtsvorgängers Helmut Panke bekräftigt. Danach soll der Autokonzern das Geschäftsjahr 2006 mit einem Vorsteuergewinn von 4 Milliarden Euro abschließen. Außerdem will BMW die Marken Mercedes-Benz und Audi auf Distanz halten. „Wir wollen 2006 erfolgreichster Premiumhersteller sein“, sagte Reithofer auf dem Autosalon in Paris.
Im September wird BMW nach seinen Worten bei den Verkäufen eine Trendumkehr erreichen, nachdem die Absatzzahlen der vorangegangenen Monate Juli und August rückläufig waren. Zu allem Überfluß war Mercedes-Benz mit 92.700 verkauften Autos im Juli erstmals an den Münchenern vorbeigezogen. Das soll sich bis zum Jahresende nicht wiederholen. Dann will BMW nicht nur mehr Autos verkaufen als Daimler-Chrysler mit der Premiummarke Mercedes-Benz, sondern auch mehr als im Vorjahr, als ein Rekordabsatz von 1,33 Millionen Fahrzeugen erzielt worden war. Ein konkretes Absatzziel blieb Reithofer in seinem ersten öffentlichen Pressegespräch als Vorstandsvorsitzender schuldig.
Neue Modelle sollen helfen
Helfen sollen neue Modelle. In Paris stellt BMW das neue Coupé der 3er-Reihe vor, den neuen Mini sowie den modellgepflegten Geländewagen X3. Dabei bleibt es nicht: „Wir können uns vorstellen, die 1er-Reihe analog zu unserer 3er-Reihe als Modellfamilie auszubauen“, kündigte Reithofer die Fortsetzung der unter Vorgänger Panke begonnenen Produktoffensive an. Und das Kultauto Mini soll in seiner Neuauflage künftig in vier verschiedenen Versionen erhältlich sein. Auf Jahressicht soll sich das kleinste Modell aus dem Hause BMW noch mindestens 180.000 Mal verkaufen, obwohl die Münchener im Juli und August wegen Modellwechsels und des Ausbaus des Werkes im britischen Oxford Absatzrückgänge verbucht hatten.
Unter Reithofer soll es neben mehreren Varianten innerhalb der BMW-Reihen auch zwei neue Modellreihen geben. Ein SAV-Coupé genannter sportlicher Geländewagen und ein Familienauto („Raumfunktionales Konzept“) sollen von 2008 an auf den Markt kommen. Das SAV-Coupé werde in dem amerikanischen Werk in Spartanburg gebaut, sagte Reithofer. Dort laufen bereits Z4 Roadster, Z4 Coupé und X5 vom Band, die vornehmlich auch in Amerika Käufer finden. Das Werk in Spartanburg will Reithofer bis Ende des Jahrzehnts auf eine Produktionskapazität von heute 140.000 auf dann 200.000 Fahrzeugen ausbauen.
Mega-Allianz läßt Reithofer kalt
Gleichzeitig soll das Einkaufsvolumen im Nafta-Raum steigen. Mit diesem natürlichen Hedging will der BMW-Vorstand die Wechselkursrisiken aus den Dollar-Schwankungen reduzieren. Die Währungsbelastungen, die im Vorjahr das Ergebnis mit 677 Millionen Euro belasteten, sieht Reithofer neben hohen Rohstoffkosten auch aktuell als Belastungsfaktor, die „im Ergebnis weggepuffert“ werden müßten. „Wir haben aber seit mehreren Jahren ohne Einbruch unsere Flughöhe gehalten, trotz dieser Belastungen“, sagte Reithofer. Nach Schätzungen von Analysten dürfte das Währungsthema bei BMW wieder mehr Gewicht gewinnen, weil die Dollar-Absicherungsquote für 2007 bei nur noch 30 Prozent liegen könnte. Bei einem gegenüber dem Dollar weiter steigenden Euro nähmen die Ergebnisbelastungen für BMW weiter zu.
Auf die Frage, ob eine globale Allianz des Wettbewerbers General Motors mit Renault und Nissan die eigenen Ziele beeinträchtige, antwortete Reithofer mit einem „klaren Nein“. BMW wolle mit „intelligenten Kooperationen“ schneller sein als der Wettbewerb. Als Beispiele nannte er den zusammen mit Peugeot-Citroën entwickelten 4-Zylinder-Motor für den Mini oder die Kooperation mit dem Zulieferer Magna Steyr. Letztere hatte dazu geführt, daß der X3 ein Jahr schneller auf den Markt gebracht werden konnte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.378,60 | −1,12% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2449 | −0,32% |
| Rohöl Brent Crude | 105,50 $ | −1,26% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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