Home
http://www.faz.net/-gqi-rg0j
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Automobile Autobauer leben weiter vom Export

05.12.2005 ·  Nach fünf Jahren Stagnation erwartet die Automobilindustrie in Deutschland auch für 2006 kein außerordentliches Wachstum. Allerdings rechnet der Branchenverband mit Vorzieheffekten aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die deutsche Auto-Industrie erwartet nach fünf Jahren der Stagnation auch für das kommende Jahr kein starkes Absatzwachstum in Deutschland.

Die Neuzulassungen dürften 2006 auf 3,35 Millionen Pkw nach geschätzten 3,34 Millionen im auslaufenden Jahr steigen, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Montag in Frankfurt mit. Für das laufende Jahr würde das ein Plus von zwei Prozent bedeuten. „Die deutsche Automobilindustrie wird auch 2006 vor allem vom Export leben“, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk. Das Rekordergebnis dieses Jahres von 3,75 Millionen exportierten Fahrzeugen lasse sich wegen der stagnierenden Märkte wohl aber nicht mehr steigern, sondern werde auf diesem Niveau verharren.

Vorzieheffekte wegen Mehrwertsteuererhöhung erwartet

Wegen der geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer rechnet der Branchenverband für Anfang 2007 im Inland mit einen Rückgang der Nachfrage. Im kommenden Jahr werde es deswegen zu einem „Vorzieheffekt“ in Form leicht steigender Autokäufe kommen.

Im November verringerten sich die Pkw-Neuzulassungen in Deutschland nach Schätzungen des VDA um drei Prozent auf 277.000 Fahrzeuge. Dabei produzierte die Branche neun Prozent mehr, rund zwölf Prozent mehr exportierten deutsche Hersteller ins Ausland. Das Weihnachtsgeschäft lasse sich „ganz gut an“, teilte der Verband mit.

Hoffen auf bessere Konsumstimmung

In den ersten elf Monaten dieses Jahres kletterten die Neuzulassungen auf 3,1 Millionen und damit um 2,7 Prozent. „Die deutsche Automobilindustrie hat sich 2005 wacker geschlagen“, resümierte Gottschalk. Im kommenden Jahr werde mit der Großen Koalition voraussichtlich „mehr Berechenbarkeit in die Politik einziehen“, so daß sich die Konsumstimmung hoffentlich verbessere. „Im Jahr 2006 werden sich zwar die steuerlichen Be- und Entlastungen noch in etwa die Waage halten, die Summe der Risiken und Lasten ist aber hoch“, sagte der VDA-Präsident.

Die Branche hoffe auf Unterstützung durch sinkende Ölpreise im kommenden Jahr, hieß es. Auch die anziehende Konjunktur und neue Modelle könnten helfen. „Alles hängt dann am Verbraucher, der sich natürlich der weiteren Belastungen im Folgejahr bewußt ist“, sagte Gottschalk. Die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Prozent Anfang 2007 werde zwar im vierten Quartal 2006 zu einem Vorzieheffekt von bis zu 80.000 Neuzulassungen führen. Der Übernachfrage folge dann aber die Unterauslastung, faßte der VDA-Chef zusammen.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 12 16

30.05.2012 11:40 Uhr
  Vortag
Dax 6.324,86 −1,13%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.378,60 −1,12%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2449 −0,32%
Rohöl Brent Crude 105,50 $ −1,26%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.