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Automobile Analysten trotz Gewinnzuwachs bei Porsche enttäuscht

28.01.2005 ·  Porsche hat Gewinn und Umsatz erneut gesteigert. Zufrieden sind die Aktionäre dennoch nicht: Porsche-Chef Wiedeking will bis Juli 80.000 Sportwagen absetzen - deutlich weniger, als sich Analysten erhofft hatten.

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Der Sportwagenbauer Porsche will sich trotz steigender Nachfrage nach seinen Modellen noch nicht auf einen weiteren Gewinnzuwachs in diesem Geschäftsjahr festlegen.

Nach der Einführung neuer Versionen seiner Sportwagen 911 und Boxster werde der Absatz bis zum Ende des Geschäftsjahres 2004/05 (zum 31. Juli) auf mindestens 80.000 (Vorjahr 76.827) zunehmen, sagte Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking auf der Hauptversammlung am Freitag in Stuttgart. Das wäre ein Plus von mehr als vier Prozent. In den ersten sechs Monaten seien Absatz, Umsatz und Gewinn nach vorläufigen Zahlen weiter gestiegen. „Für das erste Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahres können wir die Fortsetzung unserer Erfolgsgeschichte liefern“, sagte Wiedeking.

Teure Absicherung der Währungsrisiken

Konkrete Ziele für die weitere Entwicklung des Ergebnisses nannte Wiedeking aber nicht. „Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatzwachstum und einem weiterhin hohen Ertragsniveau“, hatte Porsche zuvor lediglich mitgeteilt. Porsche sei optimistisch für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres. Seit zehn Jahren eilt Porsche vor Steuern stetig von Rekordgewinn zu Rekordgewinn. Im Geschäftsjahr 2003/04 lag das Ergebnis mit 1,09 Milliarden Euro erstmals über der Milliardenschwelle.

Der schwache Dollar hat aber die Strategie einer vollständigen Absicherung der Währungsrisiken von Porsche stark verteuert. Wiedeking versicherte, daß Porsche sich wegen der starken Abhängigkeit vom nordamerikanischen Markt dennoch auch künftig langfristig gegen Währungsschwankungen sichere. Derzeit laufe die Absicherung des an den Devisenmärkten unter Druck stehenden Dollar bis Anfang 2008. Auch nach diesem Zeitpunkt laufe die Absicherung aber nicht aus.

Umsatz bleibt hinter Absatzplus zurück

In der ersten Geschäftsjahreshälfte verzeichnete Porsche vor allem für die neue Version seines Sportwagen-Klassikers 911 eine deutlich höhere Nachfrage. Der Absatz des kleineren Boxster ging hingegen um knapp 26 Prozent zurück, nachdem die neue Version erst seit Herbst schrittweise auf den Märkten verfügbar ist. Die Verkaufszahlen kletterten insgesamt um 9,7 Prozent auf 35.660 Fahrzeuge. Der Umsatzzuwachs blieb von August bis Januar mit 3,4 Prozent auf 2,95 Milliarden Euro hinter der Absatzentwicklung zurück.

Beim Gewinn vor Steuern geht Porsche nach vorläufigen Zahlen für das erste Geschäftshalbjahr von einem Plus um 6,5 Prozent auf 225,0 Millionen Euro aus. Auch der Gewinn nach Steuern liege mit 125,0 Millionen Euro 3,4 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Porsche-Aktie verliert

Analysten äußerten sich unzufrieden. Michael Punzet von der Landesbank Rheinland-Pfalz sagte, der Ausblick sei enttäuschend. „Am Markt hatten viele darauf gehofft, daß Porsche ein Absatzziel von 85.000 Fahrzeugen nennen wird.“ Der Umsatz sei weniger stark gestiegen als der Absatz, merkte ein Analyst an. Porsche sei bei der Währungsabsicherung wohl nicht mehr so erfolgreich. An der Börse gaben die Porsche-Vorzugsaktien gegen einen freundlichen Trend 0,8 Prozent auf 508,25 Euro ab.

Die Aktionäre sollen je Vorzugsaktie 4 Euro erhalten, auf die im Besitz der Familie Porsche/Piech liegenden Stammaktien sollen je 3,94 Euro ausgeschüttet werden.

Wiedeking gegen Veröffentlichung der Gehälter

Wiedeking hat sich auf der Hauptversammlung strikt gegen die Offenlegung von Vorstandsgehältern ausgesprochen. Er sprach von einer Scheindebatte, die es größer in Deutschland noch nicht gegeben habe. „Bis heute erschließt sich mir nicht, wer von dieser Debatte wirklich profitiert.“

Er sei der festen Überzeugung, daß ein eventueller gesetzlicher Zwang zur Offenlegung der Vorstandsgehälter gegen die Verfassung verstoße, betonte Wiedeking. Ein solches Gesetz dürfte spätestens vor dem Bundesverfassungsgericht scheitern, sagte der Automanager unter Verweis auf das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.

Die Aktionäre hätten nichts davon, wenn sie wüßten, daß ein Produktionsvorstand mehr oder weniger erhalte als der Personalvorstand. Wichtig für den Anleger sei zu wissen, ob die Bezüge des Vorstands in einem angemessenen Verhältnis zum Unternehmenserfolg stehe, sagte Wiedeking. „Sicherlich geht es nicht an, daß die Vorstandsvergütungen steigen, wenn das Unternehmensergebnis sinkt.“ Sachwalter der Aktionärsinteressen sei der Aufsichtsrat und sonst niemand.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters und dpa
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