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Automobil Daimler-Manager machen Kasse

04.08.2005 ·  Nach dem Rücktritt von Jürgen Schrempp haben neben dem Mercedes-Chef Cordes sechs weitere Manager Aktienoptionen verkauft. Das dürfte den Konzern in nächster Zeit einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.

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Außer Mercedes-Chef Eckhard Cordes hat noch ein halbes Dutzend weiterer Daimler-Chrysler-Manager den jüngsten Kursanstieg der Aktien zum Verkauf ihrer Aktienoptionen genutzt. Das geht aus den von Daimler-Chrysler am Donnerstag im Internet veröffentlichten Transaktionen hervor.

Demnach veräußerten nach der Rücktrittsankündigung von Konzernchef Jürgen Schrempp vergangene Woche bis Montag weitere sechs Konzernmanager 135.000 aus Optionen gezogene Aktien mit einem deutlichen Kursgewinn von bis zu 17,7 Prozent. Zu den Verkäufern gehören unter anderem Einkaufsvorstand Thomas Sidlik, der Chef der Kleinstwagen-Marke Smart, Ulrich Walker, sowie der neue Chef der japanischen Nutzfahrzeugtochter Fuso, Harald Bölstler.

Zusätzlich „Barausgleich“ erhalten

Zusätzlich zu dem beim Verkauf erzielten Kursgewinn von zusammen rund 750.000 Euro erhalten die Manager vom Unternehmen noch einen sogenannten Barausgleich in Höhe von 5,73 Euro je Aktienoption, da der so genannte Referenzpreis der Optionen niedriger als der Ausübungspreis lag. Die Aktienoptionen haben die Manager im Rahmen eines vierjährigen Vergütungsplans erhalten, aus dem letztmals 2004 Optionen vergeben wurden. Nach Konzernabgaben hielt der zehnköpfige Vorstand Ende vergangenen Jahres 10,4 Millionen Aktien, Optionen oder Aktienbezugsrechte, was rund 1,027 Prozent des Kapitals entsprach.

Die Einlösung der Aktienoptionen kostet freilich auch Daimler-Chrysler Geld, und zwar pro Aktie 5,73 Euro. Das im Jahr 2000 von der Hauptversammlung verabschiedete Programm sieht nämlich vor, daß jeweils im Januar ein Referenzkurs festgelegt wird, der mindestens um 20 Prozent überschritten werden muß. Wenn die Führungskräfte dann die Optionen ausüben, bekommen sie diese Differenz vom Unternehmen bezahlt - unabhängig davon, wieviel Spekulationsgewinn sie noch zusätzlich erzielen können.Das Aktienoptionsprogramm bei Daimler-Chrysler hatten in den vergangenen Jahren vor allem Kleinaktionäre und Aktionärsvereinigungen heftig kritisiert. Klagen gegen das von der Hauptversammlung gebilligte Vergütungssystem blieben jedoch erfolglos.

Bafin prüft auf Insiderhandel

Mercedes-Chef Cordes hatte am Donnerstag vergangener Woche 92.500 Aktien aus Optionen veräußert. Cordes hatte lange als Kronprinz des zum Jahresende ausscheidenden Konzernchefs Schrempp gegolten, war bei der Nachfolgeregelung jedoch überraschend leer ausgegangen. Über den von Cordes' angebotenen Rücktritt hat der Aufsichtsrat bislang nicht entschieden. Statt Cordes war Chrysler-Chef Dieter Zetsche am Donnerstag vergangener Woche vom Aufsichtsrat zu Schrempps Nachfolger ernannt worden.

Unterdessen analysiert die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) routinemäßig das Geschehen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von Schrempps Rücktritt auf mögliche Hinweise auf Insiderhandel. Daimler-Chrysler-Aktien waren nach der Ankündigung um 11 Prozent gestiegen. Wann mit einem Ergebnis der Analyse zu rechnen ist, ist nach Angaben einer Bafin-Sprecherin derzeit offen.

Insgesamt haben 6000 Daimler-Mitarbeiter Aktienoptionen bezogen. Die meisten von ihnen können ihre Geschäfte unbemerkt von der Öffentlichkeit erledigen. Meldepflichtig nach dem Wertpapierhandelsgesetz sind Personen, die wesentliche Unternehmensentscheidungen zu treffen haben oder regelmäßig Zugang zu Insiderwissen haben. Nach Angaben eines Daimler-Chrysler-Sprechers beschränkt sich der Kreis der Meldepflichtigen auf 50 Vorstände und Bereichsvorstände des Konzerns.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AP, Bloomberg und Reuters
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Von Heike Göbel

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