02.08.2005 · Der Automobilzulieferer Continental hat seinen Umsatz und Ertrag im ersten Halbjahr deutlich gesteigert. Für Bremsspuren sorgt allerdings die schleppende Geschäftsentwicklung in Amerika, die der Vorstand auch auf „interne Fehler“ zurückführt.
Der Autozulieferer Continental hat im ersten Halbjahr Umsatz und Ertrag erneut gesteigert, kommt aber bei der Sanierung seines verlustreichen Reifengeschäfts in den Vereinigten Staaten langsamer voran als geplant. Das Unternehmen geht nun nicht mehr davon aus, im vierten Quartal 2005 in diesem Geschäftsfeld wieder schwarze Zahlen zu schreiben, teilte Continental am Dienstag in Hannover mit. Dies sei aber kein „Katastrophen-Szenario.“ Der Markt habe sich schlechter entwickelt als erwartet. Vorstandschef Manfred Wennemer räumte zudem „interne Fehler“ ein.
Insgesamt stieg der Umsatz von Januar bis Ende Juni vor allem durch die Übernahme des Hamburger Mitbewerbers Phoenix um 10,6 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28,5 Prozent auf 687 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2004 hatten allerdings Kosten von 64,5 Millionen Euro für die Schließung der Reifenproduktion im amerikanischen Werk Mayfield das Ergebnis belastet. Unter dem Strich erwirtschaftete Continental im ersten Halbjahr 2005 mit rund 81 500 Beschäftigten einen Gewinn von 410 Millionen Euro - ein Plus von fast 60 Prozent.
Positive Marktreaktion
An der Börse kletterte die Continental-Aktie mit einem Plus von rund zwei Prozent an die Spitze im Aktienindex DAX. Händler sagten, die Zahlen lägen über den Markterwartungen. Nach Ansicht des Analysten Rolf Woller von der Hypovereinsbank bieten die Zahlen des zweiten Quartals von Continental eine positive Überraschung, besonders wenn man die schwierigen Marktbedingungen berücksichtige. Die Restrukturierung der Sparte Phoenix verlaufe besser als erwartet. Das US-Autoreifengeschäft dürfte im ersten Halbjahr 2006 die Gewinnschwelle erreichen.
Das Unternehmen bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr. Der Konzern sei seinem Ziel, 2005 zum vierten Mal in Folge neue Spitzenwerte bei Umsatz und Ergebnis zu erzielen, „ein gutes Stück näher“ gekommen, hieß es. Eine konkretere Prognose wollte Vorstandschef Wennemer allerdings nicht abgeben. „Die Industrie, in der wir uns bewegen, ist im Moment sehr volatil“, sagte er. In Asien und Europa laufe das Geschäft sehr gut, in den Vereinigten Staaten dagegen sei die Situation „unübersichtlich“.
„Verlagerung nicht optimal gelaufen“
In den Vereinigten Staaten macht Continental dem Vernehmen nach im Autoreifengeschäft derzeit einen operativen Verlust zwischen 70 und 150 Millionen Euro. Wennemer wollte keine Prognose darüber abgeben, wann das Unternehmen dort wieder Gewinne einfährt. „Wir machen sicherlich jeden Fehler nur ein Mal. Wir werden nicht zum zweiten Mal ein Ziel angeben und dann dort stehen und sagen, wir werden das nicht erreichen.“, sagte er.
Wennemer räumte ein, die Verlagerung der dicht gemachten Reifenproduktion von Mayfield in andere Werke sei „nicht optimal gelaufen“. Zudem gebe es „signifikante“ Kostensteigerungen bei den Rohstoffen. Finanzvorstand Alan Hippe werde nun einen „detaillierten Plan“ vorlegen, wie Continental die Probleme in den Vereinigten Staaten beheben wolle, sagte Wennemer. Hippe hatte nach dem Ausscheiden von Reifenchef Martin de Louw im Mai zusätzlich die Verantwortung für das amerikanische Reifengeschäft übernommen.
Wennemer kündigte zudem an, die Aktionäre auch künftig an der Gewinnentwicklung teilhaben zu lassen: „Es gibt sicherlich alle Zeichen, das wir die gute Dividende aus dem letzten Jahr auch in diesem Jahr wieder zahlen können.“ Für 2004 war eine Dividende von 0,80 Euro pro Aktie ausgeschüttet worden, im Jahr zuvor gab es 0,52 Euro pro Aktie.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.379,33 | −1,06% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2442 | −0,37% |
| Rohöl Brent Crude | 105,45 $ | −1,31% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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