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Autokrise General Motors warnt vor seiner Insolvenz

05.03.2009 ·  Die Opel-Muttergesellschaft General Motors zeichnet ein düsteres Bild. In ihrem Jahresbericht hat GM die eigene Überlebensfähigkeit in Frage gestellt. Auch die Wirtschaftsprüfer haben „substantielle Zweifel“ am Überleben des Autokonzerns.

Von Roland Lindner
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Der amerikanische Autokonzern General Motors Corp. rückt offenbar immer näher an die Insolvenz: In ihrem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht hat die amerikanische Muttergesellschaft von Opel selbst ihre Überlebensfähigkeit in Frage gestellt. General Motors wies darauf hin, dass die Wirtschaftsprüfer „substantielle Zweifel“ am Fortbestand des Konzerns geäußert haben. Der Aktienkurs des Unternehmens geriet am Donnerstag weiter unter Druck und verlor im Handelsverlauf mehr als 15 Prozent auf rund 1,85 Dollar.

Bereits bei der Vorlage seiner Quartalszahlen in der vergangenen Woche hatte General Motors mitgeteilt, dass die Wirtschaftsprüfer wohl eine formelle Einschätzung der Überlebensfähigkeit des Konzerns abgeben werden. Dies ist nun im Jahresbericht geschehen, und die Einschätzung ist negativ ausgefallen. Nach Angaben von General Motors begründen die Wirtschaftsprüfer ihre Zweifel am Fortbestand unter anderem mit wiederkehrenden Verlusten aus dem operativen Geschäft sowie mit dem Unvermögen, einen ausreichenden Mittelzufluss zu generieren, mit dem der Betrieb aufrechterhalten werden kann.

Eine ganze Reihe von Risikofaktoren

Die Einschätzung der Wirtschaftsprüfer heißt nicht, dass ein Insolvenzfall zwangsläufig eintreten wird. Sie unterstreicht aber, wie nahe das Unternehmen diesem Szenario mittlerweile gekommen ist. General Motors selbst kontert die von den Wirtschaftsprüfern angeführten Sorgen mit dem Verweis auf den Sanierungsplan, den das Unternehmen im Februar vorgelegt hat. Dieser Plan sieht unter anderem den Abbau von 47.000 Stellen sowie erhebliche Zugeständnisse der Gewerkschaften und der Gläubiger vor. General Motors hat außerdem zusätzlich zu den schon erhaltenen Staatskrediten von 13,4 Milliarden Dollar um weitere Finanzhilfen der amerikanischen Regierung von bis zu 16,6 Milliarden Dollar gebeten. Daneben rechnet das Unternehmen mit 6 Milliarden Dollar von Regierungen anderer Länder. Der Konzern gibt nun im Jahresbericht selbst zu, seine Zukunft hänge davon ab, diesen Sanierungsplan erfolgreich umzusetzen. Andernfalls könne das Unternehmen gezwungen sein, einen Insolvenzantrag zu stellen.

Video: Opel in Geldnot

General Motors führte in seinem Jahresbericht eine ganze Reihe von Risikofaktoren auf, die den Erfolg des Sanierungsplans gefährden und damit den Fortbestand des Unternehmens in Frage stellen könnten. Als eine der wichtigsten Variablen werden die Absatzmengen genannt. General Motors unterstellt in seinem Sanierungsplan, dass die Verkaufszahlen im laufenden Jahr gegenüber 2008 weiter rückläufig sein werden, sich dann aber im nächsten Jahr wieder erholen. Nun sagt General Motors, die Sanierung könnte behindert werden, sollte die Wende länger auf sich warten lassen oder der Abschwung im laufenden Jahr noch schwerwiegender ausfallen als angenommen.

Dramatischer Einbruch der Verkaufszahlen

General Motors musste im Februar auf dem Heimatmarkt einen dramatischen Einbruch seiner Verkaufszahlen um 53 Prozent hinnehmen. Der Konzern unterstreicht außerdem, dass er im Moment nur noch mit Staatshilfe am Leben erhalten wird. „Im vierten Quartal 2008 ist unsere verfügbare Liquidität unter ein Niveau gefallen, das zum Betrieb unseres Geschäfts notwendig ist“, heißt es im Jahresbericht. Nur die Finanzspritze der Regierung habe dem Unternehmen zunächst einmal Luft verschafft. Aus dem in der vergangenen Woche vorgelegten Quartalsbericht war schon hervorgegangen, dass die Liquiditätsdecke von General Motors im Schlussquartal 2008 ohne Staatshilfe auf 10 Milliarden Dollar geschrumpft wäre. Das Unternehmen braucht aber nach eigener Einschätzung Barbestände von 11 Milliarden bis 14 Milliarden Dollar, um seinen Betrieb und die Zahlungsfähigkeit aufrecht zu erhalten.

Mit Blick auf das laufende Jahr gab General Motors zu, es werde „sehr schwierig, ausreichend Liquidität zu bewahren“. General Motors sei dazu auf eine Aufhellung des wirtschaftlichen Umfelds, eine Verbesserung der Kreditmärkte, weitere Einschnitte oder die Trennung von Unternehmensteilen angewiesen – oder aber auf zusätzliche Regierungshilfen. Staatliche Finanzspritzen sowohl aus Amerika als auch aus anderen Ländern seien notwendig, um den Betrieb im derzeitigen Umfang fortzusetzen. Ohne Staatshilfe sei dagegen ein Insolvenzverfahren möglich. In seinem Sanierungsplan hat das Unternehmen darauf hingewiesen, eine Insolvenz könnte die Regierungen noch viel mehr Geld kosten als die Stützungsaktionen zur Vermeidung eines Zusammenbruchs. Der Konzern nannte dabei Beträge von mehr als 100 Milliarden Dollar.

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Jahrgang 1970, Wirtschaftskorrespondent in New York.

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