23.04.2009 · Der weltgrößte Autozulieferer wird von der Krise auf dem Automobilmarkt hart getroffen. Bosch-Chef Franz Fehrenbach kündigte am Donnerstag einen weiteren Stellenabbau an.
Der weltgrößte Autozulieferer Bosch muss wegen der Autokrise für 2008 einen dramatischen Gewinneinbruch verkraften und kündigt einen weiteren Stellenabbau an. Das Ergebnis nach Steuern schmolz im vergangenen Jahr um 87 Prozent auf 372 Millionen Euro. Das sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach am Donnerstag in Gerlingen bei Stuttgart. In diesem Jahr werde der Konzern voraussichtlich einen Verlust schreiben. Grund sei die dramatische Autokrise.
Als Reaktion auf die Krise hat der Branchenprimus bereits 3000 Mitarbeiter entlassen - bislang allerdings nur im Ausland. „Leider ist absehbar, dass sich diese Zahl im weiteren Jahresverlauf noch wesentlich erhöhen wird“, sagte Fehrenbach. Auch in Deutschland „wird unser Personalstand tendenziell sinken.“ Für 93.000 Mitarbeiter weltweit hat der Konzern außerdem die Arbeitszeit verkürzt.
2009 sieht sich der Autozulieferer und Technologiekonzern in einem der schwierigsten Jahre der Unternehmensgeschichte. „Wir sparen in allen Bereichen und auch allen Ebenen, aber nicht bei unseren wichtigsten Zukunftsausgaben“, sagte Fehrenbach. Die Erlöse werden im laufenden Jahr voraussichtlich „sehr deutlich“ sinken, sagte der Bosch-Chef. „Der Umsatz ging im ersten Quartal in einem Maße zurück, wie wir das seit vielen Jahrzehnten nicht erlebt haben.“ Besonders stark betroffen sei die Kraftfahrzeugtechnik, mit der der Konzern knapp 60 Prozent seines Umsatzes macht.
„Die ersten drei Monate dieses Jahres markieren den Tiefpunkt“
„Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass die ersten drei Monate dieses Jahres den Tiefpunkt markieren und die nächsten Quartale nicht mehr ganz so negativ ausfallen werden“, sagte Fehrenbach. Im zweiten Halbjahr werde es voraussichtlich erste Ansätze einer Stabilisierung geben.
In Deutschland hat Bosch wegen der Krise für 32.000 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet, bei 26.000 Beschäftigten wurde die Wochenarbeitszeit um bis zu fünf Stunden verkürzt. „Wir wollen unsere Kernmannschaft so weit wie möglich halten, wo es allein um konjunkturelle Beschäftigungsschwankungen geht“, sagte Fehrenbach. „Gleichzeitig aber gilt: Wir dürfen ohnehin anstehende strukturelle Anpassungen nicht hinauszögern, die sich aus einer bereits länger anhaltenden Verlustlage oder aus absehbaren Überkapazitäten ergeben.“
Weltweit beschäftigte Bosch zum Jahresbeginn knapp 282.000 Menschen. Im vergangenen Jahr schrumpfte das operative Ergebnis um mehr als die Hälfte auf 1,5 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis brach um drei Viertel auf 942 Millionen Euro ein. Der Umsatz ging leicht um 2,6 Prozent auf 45,1 Milliarden Euro zurück.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.378,81 | −1,10% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2442 | −0,37% |
| Rohöl Brent Crude | 105,45 $ | −1,31% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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