05.11.2004 · Im Tarifvertrag bei Volkswagen gibt es eine Revisionsklausel mit der die Beschäftigungsgarantie gekippt werden kann. Das Managment wird wie die Belegschaft auf Gehaltserhöhungen vorerst verzichten.
Volkswagen kann die Zusage, die Beschäftigung in den sechs westdeutschen Werken bis 2011 auf dem aktuellen Niveau zu halten, zur Not kurzfristig zurücknehmen. Der Tarifvertrag, auf den sich Arbeitgeber und IG Metall am Mittwoch geeinigt haben, enthält eine Revisionsklausel.
Danach verpflichten sich VW und die Gewerkschaft, „bei wesentlichen Änderungen der Grundannahmen oder der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ ein Überprüfungsgespräch zu führen. Sollte dies scheitern und auch eine Schlichtungsstelle keine Einigung erzielen, kann der Vertrag mit einer nur dreimonatigen Frist gekündigt werden. Dies bestätigte IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine auf einer Pressekonferenz in Hannover.
VW schützt sich durch Revisionsklausel
Volkswagen hat sich nach Angaben Meines dazu verpflichtet, den geplanten kleinen Geländewagen auf der Golf-Plattform sowie den Golf Variant im Werk Wolfsburg zu bauen; der Nachfolger des Modell Passat werde im Werk Emden gefertigt. Außerdem habe VW zugesagt, im Werk Kassel einen „innovativen Getriebetyp“ herzustellen.
Von den Beschäftigungszusagen, die an diese Investitionsentscheidungen geknüpft sind, kann sich VW gemäß Revisionsklausel lösen, wenn zum Beispiel der Markt insgesamt einbricht oder der Absatz einzelner Modelle hinter der Planung zurückbleibt. Meine vertrat indes die Ansicht, daß VW die Klausel nur in Anspruch nehmen würde, „wenn der Himmel einstürzt“. Er sei sich „sehr sicher“, daß sich das Unternehmen an den Bestandsschutz halte.
Von Lohnerhöhung gar keine Rede
Die für die 103.000 VW-Beschäftigten der Volkswagen AG vereinbarte Einmalzahlung von 1000 Euro entspricht nach Angaben der IG Metall einer durchschnittlichen Lohnerhöhung von 1,35 Prozent. Nachvollziehbar ist diese Berechnung nicht. Denn in den vergangenen Jahren haben die Mitarbeiter jeweils einen Bonus von 1100 bis 1500 Euro erhalten. Doch dieser Bonus fällt nun weg. Da die vereinbarte Einmalzahlung niedriger ist, der für 2006 avisierte Erfolgsbonus wohl sehr schmal ausfallen dürfte, und da im übrigen eine Nullrunde vereinbart wurde, kann von einer Erhöhung der Löhne bei VW wohl gar keine Rede sein.
Wie berichtet, spart VW durch diesen Tarifabschluß von 2006 an gut eine Milliarde Euro Arbeitskosten ein. Die Große Tarifkommission der IG Metall befaßt sich an diesem Freitag mit dem mühsam ausgehandelten Vertrag. Meine erwartet zwar eine „kritische Diskussion, aber ein deutlich positives Votum“.
Vorstand verzichtet auf Einkommens-Erhöhungen
Der Konzern-Vorstand hat in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat beschlossen, ebenso wie die Belegschaft bis Anfang 2007 auf Einkommens-Erhöhungen zu verzichten. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Freitag einen entsprechenden Medienberichte. Diese Abmachung sei am Donnerstag getroffen worden. Die Top-Manager sollen außerdem im selben Zeitraum keinerlei Sonderzahlungen erhalten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |