26.07.2007 · Die Sanierung beim zweitgrößten amerikanischen Autobauer Ford trägt Früchte. Nach sieben Verlustquartalen in Folge ist der Konzern in die Gewinnzone zurückgekehrt.
Erstmals seit Anfang 2005 schrieb der Konzern, der mit dem Abbau tausender Stellen Milliardensummen einspart, auch wieder mit der Autosparte schwarze Zahlen. Das Nettoergebnis im zweiten Quartal betrug 750 Millionen Dollar nach einem Verlust von 317 Millionen Dollar vor einem Jahr. Der Gewinn auf vergleichbarer Basis lag bei 13 Cent je Aktie, während Analysten im Schnitt einen Verlust von 37 Cent erwartet hatten. Die Anleger zeigten sich erfreut: Der Ford-Aktienkurs stieg nach Bekanntgabe der Zahlen am Donnerstag vorbörslich um 3,5 Prozent.
Zu dem Gewinn trug vor allem das lange kriselnde Autogeschäft bei. Damit verdiente Ford vor Steuern und Sonderposten 378 Millionen Dollar. Die Finanzsparte fuhr 62 Millionen Dollar netto ein. Im besonders schwierigen Nordamerika-Geschäft konnte Ford den Verlust auf 279 Millionen Dollar begrenzen. Das Unternehmen begründete die positive Entwicklung mit den besseren Preisen im Autogeschäft und Einsparungen. Ford steckt mitten in einer Umstrukturierung. Insgesamt sollen in Nordamerika bis zu 45.000 Arbeitsplätze wegfallen und 16 Werke geschlossen werden.
Interessenten für Jaguar und Land Rover
Für Deutschland, wo Ford weit über 20.000 Mitarbeiter beschäftigt, nennt der Konzern keine detaillierten Geschäftszahlen. In Europa begann Ford schon vor sieben Jahren mit einem drastischen Stellenabbau, Werksschließungen und Modelloffensiven. Davon profitiert der Konzern jetzt - inzwischen gilt Ford Europe sogar als Vorbild für die Sanierung der amerikanischen Sparte. Hier verbuchte Ford im Quartal einen Anstieg des Vorsteuergewinns auf 262 Millionen Dollar.
Weiteres Geld könnte dem Konzern der Verkauf von Unternehmensteilen in die Kassen spülen. Ford prüft im Detail die Veräußerung seiner Marken Jaguar und Land Rover. Erste Interessenbekundungen seien eingegangen. Zudem überprüft Ford die Strategie bei seiner schwedischen Auto-Tochter Volvo. Diese Analyse solle bis Ende des Jahres
abgeschlossen sein.
Tarifverhandlungen unter neuen Vorzeichen
Der Gewinn der Autosparte könnte aber Fords Tarifverhandlungen erschweren. Denn die positiven Zahlen liefern der Gewerkschaft United Auto Workers neue Argumente. UAW-Chef Ron Gettelfinger hatte bereits im Vorfeld seine Lohnforderungen auch damit begründet, dass die finanzielle Lage der Autosparte besser sei als viele glaubten. In den Verhandlungen will Ford seine Arbeitskosten auf das Niveau der japanischen Konkurrenten bringen. Wie seine Rivalen General Motors und Chrysler leidet Ford vor allem unter der Konkurrenz aus Asien. Die US-Giganten reagierten zu langsam auf die wachsende Nachfrage nach kleineren und sparsameren Autos in Zeiten hoher Benzinpreise.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |