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Autohersteller „Für Opel bliebe am Ende nur noch die Mittelklasse“

Die Umbaupläne für den kriselnden Autohersteller Opel werden konkreter: Nach Informationen der F.A.Z. soll der französische Partner Peugeot Citroën künftig auch das Grundgerüst für kleinere Autos entwickeln. Für das Entwicklungszentrum von Opel in Rüsselsheim bedeutet das nichts Gutes.

© DAPD Vergrößern Ein Gebäude von Opel in Rüsselsheim: Mit der Übertragung der Corsa-Plattform an den PSA-Konzern dürften weitere Stellen im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum wegfallen.

Für Tausende Ingenieure und Designer im Entwicklungszentrum von Opel in Rüsselsheim wird die Luft immer dünner. Um die Milliardenverluste des Unternehmens zu beenden, muss Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke auf Geheiß des amerikanischen Mutterkonzerns General Motors (GM) eng mit dem französischen Allianzpartner PSA Peugeot Citroën zusammenarbeiten. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus Kreisen des Betriebsrats sollen die Franzosen künftig auch das Grundgerüst für kleinere Autos wie den Kleinwagen Opel Corsa und den Minivan Meriva entwickeln. Ein Unternehmenssprecher wollte dies nicht kommentieren.

Werke nur zu zwei Dritteln ausgelastet

Die Entwicklung der nächsten Version des Familienwagens Zafira wurde laut Betriebsratskreisen in Rüsselsheim schon eingestellt, um sie an den PSA-Konzern zu übertragen. Die engere Kooperation mit den Franzosen ist Teil des längerfristigen Rettungsplans für Opel, gehört aber nicht zu der abgespeckten, am Donnerstag im Aufsichtsrat verhandelten Variante des Plans, die sich Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke von der Arbeitnehmerseite hat absegnen lassen.

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Doch selbst aus diesem Plan geht die prekäre Lage hervor: Das Papier geht davon aus, dass Opel auch im Jahr 2016 nur eine Million Autos produzieren und verkaufen wird. Dabei hat das Unternehmen genug Beschäftigte und Fabriken, um 1,5 Millionen Einheiten herzustellen. Die Werke sind also nur zu zwei Dritteln ausgelastet.

Mit der Übertragung der Corsa-Plattform an den PSA-Konzern würden voraussichtlich weitere Stellen im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum eingespart. Auch für die Beschäftigten in der Produktion ist die enge Kooperation mit den Franzosen keine gute Nachricht. Der Corsa, so wird in Kreisen des Betriebsrats befürchtet, dürfte künftig wohl so entwickelt werden, dass er gut auch in den Werken von PSA in Frankreich vom Band laufen könnte. Damit wäre neben dem Zafira-Werk in Bochum, das Ende 2016 geschlossen wird, auch das Corsa-Werk in Eisenach gefährdet. Denn in der kleinen Fabrik in Thüringen wird ansonsten nur der Kleinstwagen Opel Adam hergestellt. Größere Autos, vor allem die sportlichen Geländewagen (SUV), werden ohnehin beim amerikanischen Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) entwickelt.

Aderlass an den deutschen Standorten

„Für Opel selbst blieben am Ende als wirklich eigene Autos in Zukunft nur noch die Modelle der Mittelklasse, vor allem die Limousine Insignia und der Kompaktwagen Astra“, sagt ein Gewerkschafter. Umgekehrt erhält jedoch auch Opel etwas vom PSA-Konzern: Die Mittelklasselimousinen Peugeot 208 und Citroen C5 könnten künftig von Opel für den PSA-Konzern gebaut werden. Dennoch führt die Zusammenarbeit insgesamt zu einem Aderlass an den deutschen Standorten. Auch der Kompaktwagen Astra wird künftig nicht mehr in Deutschland produziert, sondern läuft an den billiger und flexibler arbeitenden Standorten in England und Polen vom Band.

Mit Investitionen in neue Produkte, niedrigeren Kosten und der Erschließung neuer Märkte will Opel die Wende schaffen. Wirklich Neues gab es am Donnerstag aus dem Geschäftsplan allerdings nicht zu erfahren. Die Aussagen entsprachen im Kern den Eckpunkten, die schon im Mai bekanntgegeben wurden. Die Überkapazitäten wurden zumindest öffentlich gar nicht adressiert. Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug bezeichnete den Geschäftsplan für die Jahre 2012 bis 2016 dennoch als gute Grundlage für die Zukunft von Opel.

Quelle: F.A.Z.

 
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