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Autobranche Volkswagen trotzt der Krise - noch

 ·  Volkswagen macht an diesem Donnerstag ausnahmsweise nicht mit spekulativen Kurskapriolen Schlagzeilen - sondern mit überraschender Krisenrobustheit. Anders als weite Teile der Konkurrenz bestätigte VW seine Erwartungen für das Jahr 2008. Ganz unberührt von der Krise ist der Konzern jedoch nicht.

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Europas größter Autobauer Volkswagen hat trotz der Krise in der Branche in den ersten neun Monaten 2008 bei Umsatz und Gewinn noch gut zugelegt - vor allem dank der guten Verkäufe und der Beteiligung an dem schwedischen Lkw-Hersteller Scania. Der Wolfsburger Konzern bestätigte anders als viele Konkurrenten seine Erwartungen für das Jahr 2008. VW gehe unverändert davon aus, bei Absatz, Umsatz und operativem Ergebnis die Vorjahreswerte zu übertreffen, teilte VW am Donnerstag in Wolfsburg mit.

„Volkswagen hat sich in einem schwierigen Umfeld bislang gut geschlagen“, erklärte VW-Chef Martin Winterkorn.„Mit seiner jungen und umweltfreundlichen Modellpalette, einer flexiblen Produktion, soliden Finanzen und einer herausragenden Mannschaft steht der Konzern auf einem festen Fundament.“

Operatives Ergebnis gesteigert

Das operative Konzernergebnis stieg von Januar bis September 2008 um 15,0 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro im Vergleich zur Vorjahresperiode. Die Umsatzerlöse lagen mit 85,4 Milliarden Euro um 5,5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 3,7 Milliarden Euro, 28,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Weltweit lieferte VW 4,8 Millionen Autos aus, eine Steigerung von 3,9 Prozent. Der weltweite Pkw-Marktanteil habe sich damit von 9,6 auf 10,1 Prozent erhöht. Trotz Finanzkrise und eines schwachen Branchenumfeldes legte VW auch im September mit 550.000 Auslieferungen noch um 0,7 Prozent zu.

Seat blieb das Sorgenkind

Die Marke Volkswagen-Pkw steigerte ihr operatives Ergebnis um 37 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Mehr Verkäufe und Kostensenkungen hätten Belastungen aus der ungünstigen Wechselkurssituation mehr als ausgleichen können. Dabei erwies sich die Konzerntochter Audi in den ersten neun Monaten abermals als Ertragsperle des Konzerns. Mit einem operativen Ergebnis von 2,1 Milliarden Euro trugen die Ingolstädter mehr zum Konzerngewinn bei als die Kernmarke VW mit ihren 1,9 Milliarden Euro. Der Anteil der tschechischen Tochter Skoda sank gegenüber dem Vorjahr auf 455 Millionen Euro. Die spanische Tochter Seat rutschte mit einem Minus von 30 Millionen noch tiefer in die roten Zahlen

Bei Volkswagen Nutzfahrzeuge führten ein um 10,5 Prozent höherer Absatz und Kostenoptimierungen zu einem gegenüber dem Vorjahr fast doppelt so hohen Ergebnis von 283 (148) Millionen Euro. Der schwedische Lkw-Bauer Scania wurde als neunte Konzernmarke konsolidiert. Sorgenkind blieb die spanische Tochter Seat, die einen Verlust von 30 Millionen Euro verbuchte, nach einem Minus von 12 Millionen im Vorjahreszeitraum. Einen wichtigen Beitrag zum Konzernergebnis leistete erneut die Dienstleistungssparte, die unverändert 744 Millionen Euro verdiente.

Ganz spurlos geht die Krise nicht vorbei

Ganz spurlos allerdings ist die Krise bislang auch an Volkswagen nicht vorbeigegangen: Das Unternehmen hat vor wenigen Tagen angekündigt, die Verträge von 750 Leiharbeitern bis Ende des Jahres auslaufen zu lassen. Weitere Kürzungen seien möglich, so der VW-Konzern, wenn sich die Marktbedingungen weiter verschlechtern sollten. Ohnehin reagiert VW schon auf die sinkende Nachfrage: Die Produktion ist eingeschränkt, Lieferzeiten gekürzt.

Zudem wurden einige im Werk Wolfsburg geplante Sonderschichten abgesagt. Bei dem Tochterunternehmen Skoda in Prag wurde die Produktion für eine Woche ausgesetzt. Die Folge: 13.000 Autos werden nun weniger vom Band laufen. Bei der Jahresproduktion von 700.000 Fahrzeugen solle es aber bleiben. Auch die Konzerntöchter Seat und VW Nutzfahrzeuge haben Produktionseinschränkungen verkündet.

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