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Autobauer in der Krise Warum eine Fusion von Opel und Peugeot Sinn macht

 ·  Offiziell ist eine Fusion zwischen den beiden in Schwierigkeiten steckenden Autobauern Opel und Peugeot auch heute kein Thema gewesen, als beide Unternehmen in Brüssel verhandelten. Dennoch halten sich hartnäckig Gerüchte, dass es genau dazu kommen könnte. Gründe gibt es einige.

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Mit zahllosen Dementis hat der Autohersteller General Motors (GM) immer wieder auf neuerliche Verkaufsspekulationen um seine deutsche Tochtergesellschaft Opel reagiert. „Opel steht nicht zum Verkauf“, erklärte der GM-Vizechef und Opel-Aufsichtsratsvorsitzende Stephen Girsky zum Beispiel Anfang Oktober. GM stehe voll hinter Opel. Das Unternehmen sei entscheidend für den künftigen GM-Erfolg in Europa.

Dennoch halten sich hartnäckig die Gerüchte, GM könne Opel abspalten und in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem französischen Partner PSA Peugeot Citroen einbringen. An diesem ist General Motors seit März 2012 mit 7 Prozent beteiligt. Gespeist werden die Spekulationen zwar aus Kreisen einschlägiger Investmentbanken, die naturgemäß ein eigenes Interesse an solchen Transaktionen haben, weil sie ihnen hohe Gebühren für ihre Dienstleistungen als Berater einbringen. Weniger plausibel klingen die Berichte über entsprechende Überlegungen im GM-Konzern deshalb allerdings nicht.

Harte Sanierung im Stillen

Die Entscheidung über die künftige Gestalt der Verbindung zwischen GM und Peugeot – so heißt es immer wieder – dürfte aller Voraussicht nach noch in diesem Jahr getroffen werden. Über die wichtigsten Umrisse könnte schon in den nächsten Wochen während eines Treffens von GM-Chef Daniel Akerson und dem Peugeot-Konzernlenker Philippe Varin entschieden werden.

Als beste Möglichkeit wird genannt, dass GM und Peugeot ihr jeweiliges Autogeschäft in Europa – im Falle von GM also die deutsche Marke Opel – in einem Gemeinschaftsunternehmen kombinieren und unter dem Dach des PSA-Konzerns ansiedeln. Das hätte große Vorteile: Vor allem wäre das neu geschaffene Unternehmen nicht selbst an der Börse notiert. Es unterläge nicht den am Aktienmarkt üblichen Transparenzpflichten in der Berichterstattung und könnte deshalb auch eine harte Sanierung weitgehend im Stillen durchziehen.

Ähnlichkeiten mit der Fiat-Verbindung

Nicht nur rein optisch würde GM den Ausstieg bei Opel vollziehen, sondern auch finanziell. Zwar hatte Opel im dritten Quartal des vergangenen Jahres nach Angaben Girskys einen positiven Geldzufluss. Doch sollte das Unternehmen in diesem Jahr wegen des schrumpfenden Absatzes auf dem europäischen Markt, wo so wenige Autos verkauft werden wie seit zwanzig Jahren nicht mehr, wieder Kapital verbrennen, dann wäre die Distanz zu Opel noch einmal vergrößert.

Insofern dürfte GM auch daran gelegen sein, den Anteil an Peugeot nicht auf mehr als 10 Prozent hinaus auszudehnen. An dem Gemeinschaftsunternehmen könnten beide Seiten die Hälfte der Anteile besitzen. Ungefähr so hatte GM jedenfalls vor Jahren auch die inzwischen wieder aufgelöste Verbindung mit dem italienischen Partner Fiat organisiert.

Mitgift in Milliardenhöhe

Als Preis für den Ausstieg bei Opel wird immer wieder die Summe von fünf Milliarden Dollar genannt. Das ist die Summe, die Fiat-Chef Sergio Marchionne dafür verlangt haben soll, dass er die Sanierung von Opel übernimmt. Wie hoch eine solche Mitgift ausfallen würde, dürfte jedoch davon abhängen, wie weit die Sanierung von Opel bis zu der Transaktion voranschreitet.

Wären die Fabriken in Bochum, Eisenach und Kaiserslautern, die als entbehrlich gelten, schon geschlossen, wäre Opel für einen potentiellen Partner auch weniger belastend. Schließlich würde der Peugeot-Konzern, der Kreditgarantien in Milliardenhöhe von der französischen Regierung erhalten hat, nicht als der böse Angreifer dastehen wollen, der in Deutschland Fabriken schließt.

Bereits jetzt ist die Zusammenarbeit eng

Tatsächlich werden dem Vernehmen nach mehrere verschiedene Alternativen diskutiert. Opel und Peugeot arbeiten – gemäß der im Februar 2012 vereinbarten Allianz – schon jetzt in der Logistik, in der Entwicklung von vier Grundgerüsten für Vans und Kleinwagen sowie im Einkauf zusammen. Sogar die gemeinsame Produktion der Limousinen aller drei Marken in Rüsselsheim wurde nach Informationen dieser Zeitung im Juli 2012 ernsthaft erwogen.

Warum sollte dann nicht auch eine Fusion zumindest möglich sein? „Die Teams von GM/Opel und PSA arbeiten daran, schriftliche Vereinbarungen abzuschließen; gleichzeitig denken wir über weitere Schritte der Zusammenarbeit nach“, sagte GM-Vize Girsky Anfang November.

Der Druck ist groß

Noch gibt es offenbar aber keine festen Entscheidungen. Der Druck, über die weitere Entwicklung der Allianz von Opel und Peugeot zu bestimmen, wächst jedoch. GM hat angekündigt, bis Ende Februar dieses Jahres ein Sanierungskonzept mit den Betriebsräten für Opel auszuhandeln. Also müssen bis dahin die wichtigsten Dinge geklärt werden.

Andererseits dürfte die französische Peugeot-Familie, die die Kontrolle über den Konzern behalten möchte, weniger Interesse an schnellen Entscheidungen haben. Auch müsste wohl eigentlich dem designierten neuen Opel-Chef Karl-Thomas Neumann, der noch gar nicht von seinem alten Arbeitgeber Volkswagen herüber gewechselt ist, Gelegenheit gegeben werden, auf die Pläne Einfluss zu nehmen.

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