03.08.2010 · Autos verkaufen sich wieder besser - und damit steigen die Gewinne deutscher Autohersteller deutlich: Auch BMW verbesserte seinen Umsatz und machte im ersten Halbjahr wieder einen Milliardengewinn. Doch das beruhigt den Vorstandschef nicht.
Nach Daimler und Audi präsentiert sich auch BMW nach der schweren Branchenkrise wieder in glänzender Verfassung. Der Münchner Autokonzern hat angesichts der weltweit anziehenden Nachfrage im zweiten Quartal einen kräftigen Umsatz- und Gewinnsprung verbucht. Das teilte BMW am Dienstag mit. Zugleich warnte Konzernchef Norbert Reithofer allerdings davor, die Risiken für den Aufschwung zu unterschätzen. Zugleich warnte Konzernchef Norbert Reithofer allerdings davor, die Risiken für den Aufschwung zu unterschätzen.
Im zweiten Quartal vervielfachte BMW seinen Gewinn von 121 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 834 Millionen Euro und liegt damit wieder über Vorkrisenniveau. Der Umsatz stieg um 18,3 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro und damit schneller als der Absatz, der 12,5 Prozent zugelegt hatte. Im ersten halben Jahr verdiente BMW damit rund 1,16 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahr zwischen Januar und Juni noch ein Minus von 31 Millionen Euro stand.
BMW rechnet mit mehr als 1,4 Millionen verkauften Autos
BMW-Chef Reithofer erklärte die guten Zahlen mit den deutlichen Absatzzuwächsen und einem guten Modell-Mix. Zudem habe BMW seine Effizienz gesteigert. „Wir sind unseren Profitabilitätszielen für das Jahr 2012 einen großen Schritt näher gekommen“, sagte er. Auch für den weiteren Jahresverlauf rechnet der Konzern „mit einer dynamischen Ergebnisentwicklung“. BMW hatte bereits jüngst seine zuvor zurückhaltende Absatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr nach oben korrigiert.
BMW hat im ersten Halbjahr weltweit rund 696 000 Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls Royce ausgeliefert, 13,1 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Für 2010 rechnet das Unternehmen nun mit mehr als 1,4 Millionen verkauften Autos und will damit an die Zeit vor der Krise anknüpfen. Im Rekordjahr 2007 hatten die Münchner rund 1,5 Millionen Autos abgesetzt und 3,1 Milliarden Euro verdient. In diesem Jahr wird das Konzernergebnis deutlich über dem schwachen Vorjahr liegen, in dem BMW nur rund 210 Millionen Euro verbucht hatte. Bereits im ersten Halbjahr hat BMW mehr als fünfmal soviel verdient.
Konjunkurrisiken müssen im Auge behalten werden
BMW habe die Krise genutzt, um sich besser aufzustellen. „Die gute Geschäftsentwicklung ist für uns jedoch kein Grund, uns zurückzulehnen“, sagte Reithofer. Der Konzern werde sich weiter für die Zukunft „fit machen“. Zugleich warnte er davor, zu früh vollständige Entwarnung zu geben. „Wir müssen jedoch im Auge behalten, dass auch im zweiten Halbjahr eine Reihe von konjunkturellen Risiken besteht“, sagte Reithofer.
Vor allem das Segment Automobile trug zum kräftigen Ergebnisaufschwung bei. Man habe teurere Autos verkauft und weniger Rabatte geben müssen, erklärte BMW. Vor Steuern erwirtschaftete das Kerngeschäft des Konzerns 938 Millionen Euro. Vor einem Jahr stand hier noch ein Verlust von 158 Millionen Euro, im ersten Quartal lag
der Vorsteuergewinn des Auto-Segments mit 220 Millionen Euro ebenfalls deutlich niedriger.
Auch VW konnte seinen Gewinn im ersten Halbjahr wesentlich steigern (siehe VW steigert den Gewinn auf 1,8 Milliarden Euro) - gleiches gilt für weitere deutsche Großkonzerne (siehe Die Gewinne deutscher Großkonzerne steigen rasant).
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.378,81 | −1,10% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2442 | −0,37% |
| Rohöl Brent Crude | 105,45 $ | −1,31% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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