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Autobahnen Tempolimit: Eine Nullnummer

28.12.2006 ·  Der Chef des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, fordert ein Tempolimit auf Autobahnen. Seine Begründung: Klimaschutz. Der Zweck mag nobel sein, das Mittel allerdings grundfalsch. Über Preise statt Gängeleien sollte man das Problem lösen. Ein Kommentar von Lukas Weber.

Von Lukas Weber
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Da hat der Chef des Umweltbundesamtes zum Ende des Jahres noch einmal richtig Fahrt aufgenommen, um bei Deutschlands Autofahrern auf die Bremse zu treten. Beim Tempo besserer Reisebusse soll bald für alle Schluß sein, um das Klima zu retten. Bis zu einem Drittel Einsparung an Kohlendioxyd verspricht Andreas Troge – im Einzelfall und je nachdem, aus welchem Tempo man herunterbremst.

Ein Gesamtwert ist das nicht, der läßt sich nicht messen, weil sich Verkehr fast immer unter Troges Limit bewegt. Wenigstens freut die vom Amt geforderte Gängelei jene, die keine Raser mögen – also alle, die schneller unterwegs sind als sie selbst. Und sie ärgert die Schweizer, die nach Deutschland kommen, um ihren Porsche auszufahren.

Demnächst mit dem Flieger

Sie stört freilich auch den Geschäftsmann sonntags auf der Autobahn; dessen Arbeitszeit ist teuer. Statt müde vor sich hin zu dackeln, nimmt er demnächst von Köln nach Berlin den Flieger. Die anderen fahren mit dem am Tempolimit gesparten Sprit etwas weiter weg in den Urlaub.

Nicht langsamer, sondern weniger Verkehr sollte deshalb das Ziel heißen. Man erreicht es über Preise, nicht über Verbote. Wer Spaß daran hat, kann dann fürs gleiche Geld kürzer, aber schneller fahren. Er läuft dafür künftig zum Briefkasten, seine Emission an Kohlendioxyd ist dabei zu vernachlässigen. Das ist Tempo null, ganz ohne Verordnung.

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Jahrgang 1957, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend und Wirtschaft“.

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