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Autobahnbau Polen droht ein Debakel zur Fußball-EM

 ·  Der chinesische Staatskonzern Covec stellt die Arbeit an der Autobahnstrecke von Berlin nach Warschau ein, über die viele Fans kommendes Jahr zur EM anreisen sollen. Auch im Nationalstadion gibt es Ärger. Fast ein Drittel der Bauprojekte ist in Verzug.

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Ulrich Paetzold
Ulrich Paetzold (UPae) - 07.06.2011 22:00 Uhr

Solche Angebote hätte der Auftraggeber unproblematisch ausschließen können

Die im Artikel widergegebenen Zahlen zeigen nicht, wie grotesk billig COVEC angeboten hat, nämlich mehr als 70% unter der offiziellen Kostenschätzung. "Mehr als ein Drittel" bezieht sich auf den Unterschied des COVEC Angebots zum nächsten zugelassenen europäischen Angebot.
In der EU-Vergabe-Richtlinie (2004/18), heißt so etwas "Ungewöhnlich niedriges Angebot" (Art. 55), staatliche Beihilfe wird in Art. 55.3 behandelt. Allerdings ist das alles nicht zwingend, sondern gibt nur die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen, ein solches Angebot abzulehnen. Der polnische Auftraggeber hat von diesen Möglichkeiten keinen Gebrauch gemacht, sondern die wenig plausiblen Erklärungen von COVEC akzeptiert.
Der polnische Auftraggeber hat auch keinen Gebrauch von der Möglichkeit gemacht, COVEC aus dem Grunde auszuschließen, daß China dem Vergabeabkommen (GPA) der Welthandelsorganisation (WTO) bislang nicht beigetreten ist und daher keinen Anspruch auf Teilnahme an öffentlichen Vergabeverfahren in der EU hat.
+
EU-Aktionen zu diesem Thema:
- das Europäische Parlament, 12/5/2011, Entschließung
- der Wirtschafts- und Sozialausschuß, 5/5/2011, Stellungnahme
- die Kommission, 7/6/2011, öffentliche Konsultation (bis 2/8/2011)

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Dirk Mathias Händler

Die Chinesen als Partner

Man könnte sagen, dass die Polen eben unendlich naiv waren und nicht wussten, was es mit den Chinesen auf sich hat. Ein Vorkommentator hat das unten gut auf den Punkt gebracht. Schlimmer aber ist, dass Deutschland nicht weniger naiv und selbstzerstörerisch mit diesem Problem umgeht. Neben dem Verschenken von Hochschulabschlüssen an unterqualifizierte Kandidaten oder dem Verschenken hier geleisteter Entwicklungen an China (die uns die darauf basierenden Produkte dann selbst wieder "billig" verkaufen) könnte man die Entwicklungshilfe an China und noch so viel mehr nennen. Aber mit dem Argument "billig" kommt man auch hierzulande viel zu weit. Mal sehen, wann unser Schweinefleisch dann auch aus China kommt und wie der entsprechende Lebensmittelskandal dann aussieht.

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Dirk Gruenwald

Wie in Afrika?

Dort setzen die Chinesen ausschließlich Arbeiter aus China ein. Einheimische sind dort kaum zu finden.
In Polen sollte es wohl anders sein, wie ich dem Artikel entnehme. Aber das widerspricht eben dem Konzept der Chinesen und man muß sich eigentlich nicht wundern, dass das Projekt gescheitert ist.
Gleiches sehen wir doch bei ZTE und Huawei im Netzwerkbereich: dort, wo sie mit billigen chinesischen Arbeitern und Staatssubventionen hantieren, sind wie "erfolgreichg". Dort, wo sie nicht darauf bauen können, haben sie keine Chance.
Übrigens: so ich die Berichte aus Afrika richtig interpretiere, regt sich dort auch schon erheblicher Widerstand gegen die Methoden der chinesischen Staatskonzerne. Ein nachhaltiges Erfolgsmodell scheint dies auch nicht zu sein ...

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dgonline (dgonline) - 07.06.2011 01:15 Uhr

Pacta sunt servanda

Es ist offenbar doch ein Unterschied, ob man eine Piste durch die afrikanische Steppe betoniert oder eine Autobahn durch Europa bauen soll. Von sich aus aus offensichtlicher Überforderung ein Projekt abzubrechen, dürfte der absolute GAU und ein Versagenseingeständnis sein - zumal der chinesische Staat dahinter steht und gewisse finanzielle Verluste kein Problem darstellen. Dass es sich um einen Invest handeln würde war ja vermutlich klar.
Alles in allem würde ich sagen, eine gute Nachricht u.a. für deutsche Unternehmen und ihre Beschäftigen (nicht nur in der Baubranche, sondern im Projektgeschäft allgemein). Sicher werden auch hier Projekte in der Regel teurer als geplant und sicher dauern sie oft ein bisschen länger als veranschlagt - aber am Ende wird geliefert !

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Werner Richter
Werner Richter (WR71277) - 07.06.2011 00:41 Uhr

China wollte ja mit Macht den Auftrag...

...und es so billig machen wie zu Hause. Noch geht das in Europa und natürlich auch in Polen nicht zu chinesischen Löhnen und Arbeitszeiten. Die Herrschaften die den Zuschlag erteilt haben, waren wohl auch noch etwas unerfahren in der Baubranche. Oft macht der Billigste noch während der Bauphase Pleite - geht natürlich nicht bei einem chinesischen Staatsbetrieb, aber die Auswirkungen sieht man jetzt trotzdem. Schade für die Fans und Polen!

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Claus Behrens
Claus Behrens (chipin) - 07.06.2011 00:25 Uhr

Autobahnbau in Polen

Was vielen in Deutschland, vielleicht in der EU allgemein unbekannt ist, ist die Tatsache, dass China dabei ist, sich große Teile des afrikan. Kontinents zum eigenen Hinterhof zu machen. Hier werden Straßen im großen Stil geplant und gebaut, um an die Bodenschätze zu kommen. Danach ist es dann ein Kinderspiel für die Chinesen, an die Bodenschätze zu gelangen
Was die Chinesen in Polen ursprünglich wollten, ist ein Vorzeigeobjekt zu errichten, mit dem man Europa hätte "erobern" können.
Aber das, was in Polen nicht geklappt hat, ist die Zusammenarbeit mit den Kräften vor Ort.
Ist es damit wirklich noch ein Problem der Chinesen oder versuchen die Polen jetzt, zu ihrem Recht zu kommen, was man ihnen vermeintlich vorher verwehrte?

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Volker Krüger

Chinesen

Was erwartet man, wenn man mit den Chinesen Geschäfte macht.
Es werden Versprechen gemacht, dann wird abgekupfert bzw. ausgenutzt und zum Schluß wird man in den A..... getreten.
Und Recht bekommt niemand im Reich der Mitte.

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Jahrgang 1972, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Beruf und Chance“.

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