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Auto General Motors und Ford erleiden Absatzeinbruch in Amerika

04.10.2005 ·  Sowohl GM als auch Ford mußten auf ihrem Heimatmarkt im September große Absatzeinbrüche hinnehmen: Bei einigen Modellen, wie zum Beispiel großen Geländewagen, sank der Absatz um mehr als 50 Prozent. Schuld sind vor allem die hohen Bezinpreise.

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Die Serie schlechter Nachrichten für die beiden angeschlagenen amerikanischen Autohersteller General Motors (GM) Corp. und Ford Motor Co. reißt nicht ab: Sowohl GM als auch Ford mußten auf ihrem Heimatmarkt im September Absatzeinbrüche hinnehmen. Das schlechte Geschäft traf dabei insbesondere die großen Modelle wie die sportlichen Geländeautos (SUV), die traditionell die wichtigsten Gewinnbringer für die amerikanischen Unternehmen sind.

Eine Abschwächung bei den SUVs gibt es in Amerika schon seit einigen Monaten, allerdings hat sich die Lage im September dramatisch zugespitzt. Die nach dem Hurrikan „Katrina“ weiter gestiegenen Benzinpreise dürften die Entwicklung beschleunigt und Verbraucher von Großraumautos mit hohem Kraftstoffverbrauch ferngehalten haben. Bei einigen Modellen, zum Beispiel den Ford-SUVs Explorer und Expedition ist der Absatz gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Daneben scheint auch das Geschäft mit den noch größeren Pritschenwagen (Pick-Up-Trucks), das im bisherigen Jahresverlauf noch robust war, allmählich unter Druck zu geraten. So gab es bei dem erfolgreichsten amerikanischen Pick-Up-Modell, der F-Serie von Ford, im September einen Absatzrückgang um 30 Prozent. Noch im August meldete Ford für die F-Serie ein Absatzplus.

Absatzminus von 24 Prozent

Die Abschwächung bei den großen Automodellen ging auch an erfolgreichen Unternehmen nicht vorbei. So meldete der japanische Hersteller Toyota für sein SUV-Modell Sequoia einen Absatzrückgang um fast die Hälfte. Viele Verbraucher kaufen im Moment lieber kleinere SUV-Modelle auf Personenwagenbasis - sogenannte Crossovers. Auch benzinsparende Hybrid-Modelle wie der Toyota Prius haben einmal mehr gut abgeschnitten. Die schwache Entwicklung bei den SUVs veranlaßte die Kreditbewertungsagentur Standard & Poor's, vor einer weiteren Herabstufung des Rating von GM und Ford zu warnen. Die Anleihen beider Unternehmen waren schon im Frühjahr als Ramsch (“Junk“) eingestuft worden. In der vergangenen Woche hatte bereits die Rating-Agentur Fitch die Bewertung für GM weiter zurückgenommen.

GM mußte insgesamt im September ein Absatzminus von 24 Prozent hinnehmen, bei Ford waren es 19 Prozent. Offenbar hat das im Juni begonnene Rabattprogramm, das Kunden die gleichen Preisnachlässe gewährt wie Mitarbeitern, weiter an Wirkung verloren. GM hat damit im Juni einen Absatzsprung um 47 Prozent geschafft, im Juli waren es noch 15 Prozent, und im August gab es schon einen Rückgang um 13 Prozent. Das Mitarbeiterrabattprogramm bei GM ist vor wenigen Tagen ausgelaufen. Auch von den Wettbewerbern Ford und Chrysler, die nach dem Erfolg der GM-Aktion ähnliche Programme gestartet haben, erwarten Analysten eine Abkehr von den Mitarbeiterrabatten. Nicht alle Großraummodelle haben sich im September schlecht entwickelt. Chrysler, die amerikanische Tochtergesellschaft des Daimler-Chrysler-Konzerns, meldete zum Beispiel für den Pick-Up Dodge Ram ein deutliches Absatzplus.

Chrysler mit Zuwachs

Insgesamt schnitt Chrysler im September weitaus besser ab als seine amerikanischen Wettbewerber und schaffte einen Zuwachs von 4 Prozent bei den Verkaufszahlen. Auch die japanischen Hersteller Toyota, Honda und Nissan haben einzelne Schwachpunkte an anderer Stelle ausgeglichen und ein Absatzplus von jeweils mehr als 10 Prozent erreicht. Die Bilanz der deutschen Hersteller war durchwachsen: BMW und Mercedes-Benz schafften jeweils ein leichtes Absatzplus, bei Porsche gab es einen Rückgang um 9 Prozent. Volkswagen und Audi wollten ihre Verkaufszahlen erst im Laufe des Dienstags (nach Redaktionsschluß) vorlegen. Der Gesamtabsatz auf dem amerikanischen Automarkt ging im September gegenüber dem Vorjahr um knapp 8 Prozent zurück.

Quelle: lid., F.A.Z., 05.10.2005, Nr. 231 / Seite 19
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