Home
http://www.faz.net/-gqe-743jk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Ausfuhrstopp Merck liefert Krebsmedikament nicht mehr an griechische Kliniken

Das Pharmaunternehmen Merck will Griechenlands Krankenhäuser nicht mehr mit dem Krebsmedikament Erbitux versorgen. Die Schwierigkeiten in dem Land sind zu groß. In Apotheken wird das Medikament aber weiter verkauft.

© dapd Vergrößern Gemessen am Umsatz ist das Krebsmittel Erbitux das zweitwichtigste Medikament von Merck.

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck liefert das Krebsmedikament Erbitux nicht mehr an griechische Krankenhäuser. Das Mittel sei in Griechenland aber weiterhin erhältlich, Patienten könnten es über Apotheken beziehen, sagte ein Merck-Sprecher am Samstag. Finanzchef Matthias Zachert sagte der „Börsen-Zeitung“ (Samstagausgabe), in Griechenland sei der Konzern mit zu vielen Schwierigkeiten konfrontiert gewesen, es sei jedoch nur ein einziges Produkt betroffen.

Mehr zum Thema

Erbitux ist gemessen am Umsatz das zweitwichtigste Medikament von Merck. Merck war im Frühjahr wie andere deutsche Pharmakonzerne vom griechischen Schuldenschnitt betroffen. Die Regierung in Athen beglich unbezahlte Rechnungen staatlicher Krankenhäuser durch die Ausgabe von Anleihen. Diese werden erst in einigen Jahren fällig - viele Unternehmen haben die erhaltenen Bonds daher mit hohen Abschlägen verkauft.

In anderen Schuldenstaaten Lage entspannter

Bereits im Juni hatte der auf Blutplasmaprodukte spezialisierte Pharmakonzern Biotest  entschieden, wegen unbezahlter Rechnungen in Millionenhöhe seine Lieferungen nach Griechenland einzustellen. Andere deutsche Pharmakonzerne - darunter auch Merck – hatten damals mitgeteilt, Griechenland trotz der Zahlungsprobleme des staatlichen Gesundheitssystems weiter mit Arzneimitteln zu versorgen.

In anderen von der Schuldenkrise betroffenen Ländern sei die Lage entspannter, nur in Griechenland habe Merck Lieferungen eingeschränkt, sagte Merck-Finanzchef Zachert. „So hat zum Beispiel die spanische Regierung Maßnahmen ergriffen, um die Verbindlichkeiten gegenüber der pharmazeutischen Industrie abzubauen.“

Merck will Schulden abbauen

Angesichts der rekordniedrigen Zinsen will Merck den Geldbestand nicht weiter erhöhen sondern die Verschuldung weiter reduzieren und, wo es angebracht sei, kräftig ins Geschäft zu investieren. „Merck ist in einer Entschuldungsphase“, sagte Zachert.

Nach der milliardenschweren Übernahme des Laborausrüsters Millipore lastete auf dem Konzern ein Schuldenberg von über 5 Milliarden Euro - Ende Juni war er auf unter 3 Milliarden Euro geschrumpft. Die 2012 und 2013 fällig werdenden Anleihen werde Merck zurückzahlen, sagte Zachert.

Quelle: FAZ.net mit Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kreditraten Bald muss Griechenland wieder zahlen

Griechenland hat seine jüngste Kreditrate an den Internationalen Währungsfonds bezahlt. Doch die nächsten Zahlungstermine kommen schon. Mehr

09.04.2015, 15:54 Uhr | Wirtschaft
Europäisches Hilfsprogramm Griechische Reformliste hinterlässt positiven Eindruck

Politiker in Athen, Brüssel und Berlin sehen Chancen für die Reformvorschläge aus Griechenland. Mehr

24.02.2015, 15:59 Uhr | Politik
Griechischer Finanzminister Varoufakis verweigert Reformen

Griechenland droht das Geld auszugehen. Trotzdem deutet nichts auf eine Annäherung mit den Gläubigern hin. Im Gegenteil: Finanzminister Varoufakis bekräftigt noch einmal, dass er einer Fortsetzung des Austeritätsprogramms nicht zustimmen werde. Mehr Von Winand von Petersdorff, Washington

17.04.2015, 04:29 Uhr | Wirtschaft
Giannis Varoufakis Griechischer Finanzminister will gemeinsame Lösung

Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis tourt durch Europa. In London traf er seinen britischen Counterpart George Osborne, der vor einem Kräftemessen zwischen Griechenland und Europa warnte. Mehr

17.02.2015, 16:49 Uhr | Politik
Kurzlaufende Staatspapiere Kredit verschafft Griechenland Luft

Das verschuldete Griechenland muss in den kommenden Wochen einige Kredite bedienen. Da trifft es sich gut, dass das Land am heutigen Mittwoch 1,1 Milliarden Euro am Finanzmarkt aufnehmen konnte. Mehr

08.04.2015, 15:18 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 03.11.2012, 13:32 Uhr

Übertriebene Abstiegsangst

Von Lisa Becker

Viele Menschen in Deutschland sind durch Bildung sozial aufgestiegen. Und dieser Status soll auch an die kommende Generation weitergegeben werden. Oftmals um jeden Preis. Mehr 9 14


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden