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Aufsichtsräte danken ab Hypo Real Estate muss radikal umbauen

17.11.2008 ·  Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate hat im dritten Quartal einen Verlust von 3,1 Milliarden Euro eingefahren und tauscht nahezu den gesamten Aufsichtsrat aus. Mit einem radikalen Umbau will der neue Vorstandschef Axel Wieandt den Konzern vor dem Untergang retten. Dazu gehören zusätzliche Hilfen aus dem Rettungspaket.

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Der angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) wechselt nach der milliardenschweren Hilfsaktion von Bund und Banken fast seinen gesamten Aufsichtsrat aus. Acht Aufsichtsräte sind zurückgetreten, darunter auch der erst im Oktober zum Nachfolger von Klaus Viermetz berufene Aufsichtsratschef Klaus Pohle und der frühere Bundesbank-Präsident Hans Tietmeyer. Das zuständige Registergericht habe am Montag sieben neue Aufsichtsräte bestellt, teilte die Bank in München mit. Neuer Vorsitzender des Aufsichtsgremiums soll der 70 Jahre alte frühere Deutsche Bank-Manager Michael Michael Endres werden. Zuvor hatte die Hypo Real Estate einen hohen Jahresverlust angekündigt und erklärt, sie brauche weitere staatliche Hilfe. Die Umstrukturierung werde allen Beteiligten schwierige Entscheidungen abverlangen. Einzelheiten nannte der neue Vorstandschef Axel Wiandt nicht und ließ auch offen, ob es zu einem Stellenabbau kommen wird.

Mit Endres als neuem Aufsichtsratschef hat die Hypo Real Estate einen weiteren wichtigen Posten mit einem ehemaligen Deutsche Bank-Manager besetzt. Endres war vor zehn Jahren aus dem Vorstand der Deutschen Bank ausgeschieden und zuletzt noch als Vorstandsvorsitzender der Hertie-Stiftung aktiv. Auch Wieandt war vor wenigen Wochen auf dem Höhepunkt der Krise von der Deutschen Bank zu dem Münchner Immobilienfinanzierer gekommen.

Nur drei Aufsichtsräte bleiben

Von den alten Aufsichtsräten bleiben nur drei Mitglieder im Amt, die mit dem Großaktionär J.C. Flowers verbunden sind. Der Großaktionär, der rund 25 Prozent der Anteile an der HRE hält, soll die neue Zusammensetzung des Aufsichtsrats nach Informationen aus Finanzkreisen begrüßt haben. Neu in das Kontrollgremium kommen unter anderem der ehemalige Chef des Konkurrenten Eurohypo, Bernd Knobloch, der frühere Bundesbankvorstand Edgar Meister, der Ex-Chef der Berliner Bank Hans-Jörg Vetter, sowie die früheren Chefs der Dresdner Bank Bernhard Walter und der DGZ-Deka Bank Manfred Zaß.

Der Immobilienfinanzierer will sein Überleben mit einem radikalen Umbau sichern. Das Management der Hypo Real Estate überarbeite derzeit mit höchster Priorität das Geschäftsmodell, um es an die nachhaltig veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, sagte der neue Vorstandschef Axel Wieandt am Montag in München. Die Umstrukturierung werde allen Beteiligten schwierige Entscheidungen abverlangen. Einzelheiten zum künftigen Geschäftsmodell nannte er aber nicht und ließ auch offen, ob es zu einem Stellenabbau kommen wird.

Verlust von 3,1 Milliarden Euro

Im dritten Quartal hatte der Konzern nach den am Montag veröffentlichten endgültigen Zahlen einen Verlust von 3,1 Milliarden Euro eingefahren. Neben Milliardenabschreibungen auf die Tochter Depfa trugen dazu auch Belastungen aus der Pleite von Lehman Brothers in Höhe von 175 Millionen Euro und Abschreibungen durch die Lage in Island mit 43 Millionen Euro bei. Um eine Pleite zu
verhindern, hatte der Konzern in der vergangenen Woche 50 Milliarden Euro erhalten, die ihm Banken und Bund Anfang Oktober nach einer dramatischen Rettungsaktion zugesichert hatten.

Jetzt braucht die Hypo Real Estate zusätzlich zu der Liquiditätsgarantie von Bund und Banken über 50 Milliarden Euro noch weitere Hilfen. Wieandt sagte am Montag, die Unterstützung durch Finanzwirtschaft, Bundesbank, Bundesregierung und Finanzmarktstabilisierungsfonds sei „unerlässlich. Eine hinreichende Refinanzierung des Unternehmens allein über die Geld- und Kapitalmärkte ist der Hypo Real Estate Group vorerst nicht möglich“.

Um eine Pleite zu verhindern, hatte der Konzern in der vergangenen Woche 50 Milliarden Euro erhalten, die ihm Banken und Bund Anfang Oktober nach einer dramatischen Rettungsaktion zugesichert hatten. Zusätzlich will der Konzern nun weitere Unterstützung aus dem Rettungspaket des Bundes beantragen.

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Von Heike Göbel

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