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A 380 : Auch Airbus sagt dem Riesenflieger leise Servus

Ein A 380 auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens Bild: Kerstin Papon

Nach dem Plan von Boeing, die Produktion seiner 747-800 in Kürze zu halbieren, rückt auch Airbus von seinem ehemaligen Prestigeprojekt ab. Die Tage für das größte und teuerste Flugzeug der Welt sind gezählt.

          Wegen ausbleibender Neubestellungen will Airbus die Produktion seiner A 380 drastisch kürzen. Statt der 27 Passagierjets, die der Hersteller in Toulouse bislang im Jahr herstellte, soll die Jahresproduktion dieses Typs von 2018 an auf nur noch 12 Einheiten runtergefahren werden, teilte Airbus am Rande der Luftfahrtschau im britischen Farnborough mit.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für Experten zeichnet sich damit das Ende jener Riesenflugzeuge ab, die im Zeitalter der Globalisierung als ideale Verkehrsmittel zwischen den Flughafen-Drehkreuzen in Europa, Asien und Amerika konzipiert waren. Doch die Nachfrage im internationalen Luftverkehr entwickelte sich anders als geplant: Statt der vierstrahligen Riesenflugzeugen, die hohe Betriebskosten nach sich ziehen, sind schon allein aus Kostengründen kleinere und effizientere Jets mit nur zwei Motoren bei den namhaften Fluggesellschaften gefragt.

          Ebenso wie jetzt Airbus läutete daher auch dessen Rivale Boeing das Ende des „Jumbo-Zeitalters“ ein: Zu Jahresbeginn verkündete der Hersteller aus Seattle, der seit Jahrzehnten im Segment der Großraum-Flugzeuge vertreten ist, dass er die Produktion des aktuellen Modells 747-800 von bislang 12 Einheiten im Jahr auf nur noch sechs halbieren will. Allerdings hat Boeing von seinem ehemaligen Verkaufsschlager, der seit 1969 auf dem Markt ist, bislang 1500 verkauft.

          Vergleichsweise ernüchternd fällt die Verkaufsbilanz für den A 380 aus. Die einst angepeilte Marke von 1200 produzierten Einheiten erwies sich beizeiten als unrealistisch. Stattdessen wurden bislang 193 Flugzeuge dieses Typs ausgeliefert. Unter den Abnehmern sind keine amerikanische Fluggesellschaften und nur wenige aus China oder Südostasien zu finden. Stattdessen ist Emirates aus Dubai der mit Abstand wichtigste Kunden, der von seinen insgesamt 140 Bestellungen bereits 81 Großraum-Flugzeuge auf ausgewählten Langstrecken einsetzt.

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          Der A 380 ist mit einem Entwicklungsetat von rund 25 Milliarden Euro das teuerste Flugzeug der Branche. Entsprechend hoch ist der Stückpreis dieses Typs, der mindestens 550 Passagiere befördern kann, mit gegenwärtig 433 Millionen Dollar kalkuliert. Um wenigstens die laufenden Kosten für das Prestigeprojekt zu decken, ist eine Jahresproduktion von 27 Flugzeugen im Jahr erforderlich. Die jetzt angekündigte Halbierung dürfte sich daher für Airbus auf Dauer kaum rechnen: „Dieses Ziel lässt sich für Airbus kaum mehr korrigieren“, ist Richard Aboulafia, Luftfahrtspezialist der amerikanischen Beratungsfirma Teal Group, überzeugt. Es dürfte daher der Abschied vom A 380 auf Raten sein.

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