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Attacke auf den Chef Commerzbank-Aktionäre beantragen Sonderprüfung

 ·  Commerzbankchef Blessing muss sich auf Protest wegen der Übernahme der maroden Dresdner Bank gefasst machen. Drei Kleinaktionäre beantragen eine Sonderprüfung und haben auf die Tagesordnung der Hauptversammlung den Abstimmungspunkt gesetzt, Blessing das Vertrauen zu entziehen.

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Commerzbank-Vorstandssprecher Martin Blessing muss sich auf den Protest der Kleinaktionäre wegen der Übernahme der maroden Dresdner Bank gefasst machen. Wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung (HV) am 15. Mai hervorgeht, beantragen die drei Aktionäre Richard Mayer, Heide Spichale-Lackner und Winnfried Lubos deshalb eine Sonderprüfung. Darüber hinaus haben sie auf die Tagesordnung den Abstimmungspunkt gesetzt, Blessing das Vertrauen zu entziehen. Schließlich wollen die drei Kleinaktionäre die Bezüge des Aufsichtsrats deutlich kürzen und stärker an die Dividendenausschüttung koppeln.

Wegen der 5 Milliarden Euro teuren Übernahme der Dresdner Bank benötigt die Commerzbank staatliche Hilfen über 18,2 Milliarden Euro. Neben stillen Einlagen über 16,2 Milliarden Euro ist auch eine Kapitalerhöhung ohne Bezugsrecht der Altaktionäre vorgesehen, mit der der Bund dann eine Sperrminorität (25 Prozent und eine Aktie) an dem Institut übernimmt. Über die Kapitalerhöhung von 295 Millionen Aktien zu 6 Euro je Titel werden die Aktionäre abstimmen. Dafür würde nach dem Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz (FMStErgG) eine einfache Mehrheit reichen. Das Gesetz wird der Bundesrat an diesem Freitag absegnen. Die Zustimmung der Bundesländer wird erwartet.

Die Präsenz ist entscheidend

Für den Fall, dass das FMStErgG doch nicht umgesetzt wird, sieht die Commerzbank als Alternative eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht vor. Der Bezugspreis beträgt 6 Euro und das Verhältnis sieben neue Aktien für 20 alte. Um auf ein glattes Bezugsrecht zu kommen, umfasst die Kapitalerhöhung bis zu 310 Millionen Aktien. Die Aktien, die nicht von den Altaktionären gezeichnet werden, übernimmt dann der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 4,22 Euro ist es für die Aktionäre attraktiver, Commerzbank-Aktien an der Börse statt über das Bezugsrecht zu erwerben.

Sollte die Präsenz ähnlich hoch sein wie auf der HV im vergangenen Jahr, als 46 Prozent des Grundkapitals anwesend waren, kann der Commerzbank-Vorstand mit der Mehrheit auf seiner Seite rechnen. Der frühere Dresdner-Bank-Eigentümer Allianz hält mittlerweile knapp 19 Prozent an der Commerzbank und die italienische Versicherungsgruppe Generali 6 Prozent. Es gilt als sicher, dass die beiden Großaktionäre den Vorstand unterstützen. Damit dürften auch die Anträge der Kleinaktionäre für die eine einfache Mehrheit nötig ist, keinen Erfolg haben.

Sollte die Präsenz aber deutlich über 50 Prozent liegen, kann es eng werden. Denn dann kommt es auf die institutionellen Investoren an. Der Aktionärsdienstleister Riskmetrics gibt Empfehlungen für die Abstimmungen ab, an die sich in der Regel institutionelle Aktionäre aus den Vereinigten Staaten orientieren. Den Statuten von Riskmetrics zufolge dürfen bei Kapitalerhöhungen nur Bezugsrechte bis zu 20 Prozent des Grundkapitals ausgeschlossen werden. Diese Marke wird durch den Einstieg des Bundes um fünf Prozentpunkte übertroffen, so dass Riskmetrics eine Ablehnung empfehlen müsste.

Vorstand stellt sich auf langwierige Diskussionen ein

Vor diesem Hintergrund kommt dem Commerzbank-Vorstand das neue Finanzmarktstabilisierungsgesetz gelegen, denn hier reicht für eine Kapitalerhöhung ohne Bezugsrecht eine einfache Mehrheit. Gemäß Aktiengesetz wäre hierzu eine Dreiviertel-Mehrheit nötig. Dann wäre die Hauptversammlung für die Commerzbank zur Zitterpartie geworden.

Allerdings stellt sich der Vorstand auf langwierige Diskussionen ein: Die HV in Frankfurt-Höchst ist auf zwei Tage angesetzt worden. Für hitzige Debatten dürfte die beantragte Sonderprüfung der Dresdner-Bank-Übernahme sorgen. Vorstand und Aufsichtsrat lehnen diese natürlich ebenso ab wie den Vertrauensentzug für Blessing. Er habe jederzeit die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters angewandt, heißt es in der Stellungnahme.

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Jahrgang 1967, Redakteur in der Wirtschaft.

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