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Assekuranz ADAC greift die Autoversicherer an

27.06.2007 ·  Bisher hat der Automobilclub lediglich Versicherungsverträge vermittelt. Jetzt versuchen sich die gelben Engel auch noch als Schutzengel: Der ADAC greift die etablierte Assekuranz mit einer eigenen Autoversicherung an.

Von Carsten Knop
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Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) will in diesem Jahr zum ersten Mal die Zahl von 16 Millionen Mitgliedern überschreiten. Zudem wird gemeinsam mit der Zürich-Versicherung eine Autoversicherungsgesellschaft gegründet und das sogenannte ADAC-Vorteilsprogramm ausgebaut, in dessen Rahmen ADAC-Mitgliedern von Partnerunternehmen Rabatte gewährt werden.

Wie ADAC-Präsident Peter Meyer im Rahmen der Vorlage der Jahresbilanz für 2006 sagte, hat der Automobilclub die Zahl seiner Mitglieder im vergangenen Jahr im Saldo um 334.000 auf 15,8 Millionen Mitglieder gesteigert. Angesichts der abnehmenden Bevölkerung in Deutschland sei dies ein Grund zur Freude. Der ADAC habe damit in den vergangenen fünf Jahren 1,3 Millionen Mitglieder gewonnen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hingegen habe in dieser Zeitspanne in der gleichen Größenordnung Gewerkschaftsmitglieder verloren.

Bislang lediglich Vermittler

Vor allem zur Bindung seiner Mitglieder verstärkt der ADAC seine Tätigkeit im Versicherungsgeschäft. Am gemeinsamen Unternehmen mit der Zurich wird der ADAC 49 Prozent der Anteile halten. Der ADAC ist bisher lediglich als Vermittler von Autoversicherungen tätig. Partner ist derzeit neben der Zurich die Kravag, diese Zusammenarbeit wird aber auslaufen. Zum Jahresende 2006 hatte die ADAC-Autoversicherung annähernd 310.000 versicherte Mitglieder. Meyer will für die Versicherung nicht in erster Linie mit niedrigen Preisen, sondern vor allem mit besonderen Leistungsversprechen werben.

Weiter ausgebaut werden soll zudem das sogenannte ADAC-Vorteilsprogramm. Dahinter verbirgt sich ein Bündel von verbilligten Angeboten für Mitglieder. Seit November vergangenen Jahres erhalten die Mitglieder an fast allen deutschen Shell-Tankstellen einen Cent Rabatt auf jeden Liter Kraftstoff. „Seit Beginn der Kooperation haben annähernd 24 Millionen ADAC-Mitglieder den verbilligten Sprit getankt“, sagte Meyer. Das sei ein großer Erfolg; mit weiteren namhaften Partnern würden Gespräche geführt.

Finanzielle Großwetterlage: „heiter“

Beim Blick auf die Mitgliederentwicklung erwartet Meyer zwar weitere Steigerungen, aber eine im Vergleich zu den beiden Vorjahren nachlassende Dynamik. Die Mitgliedsbeiträge sind 2006 um 4 Prozent auf 598 Millionen Euro gestiegen. Die Summe der Aufwendungen erhöhte sich auf 524 Millionen Euro, davon entfallen 284,8 Millionen Euro auf direkte Hilfeleistungen. Den größten Anteil daran hat die Pannenhilfe. Den Rücklagen konnte der ADAC schließlich 74,2 Millionen Euro zuführen.

„Man könnte die finanzielle Großwetterlage beim ADAC als durchaus heiter bezeichnen“, sagte Meyer. Allerdings werde die Kostenbelastung für den Club spürbar steigen. Ein Grund seien steigende Kosten bei der Pannenhilfe: „Die Autos auf unseren Straßen werden immer älter – zur Zeit beträgt das Durchschnittsalter 8,1 Jahre – und sie werden immer seltener in der Werkstatt gewartet.“

3,9 Millionen Pannen im vergangenen Jahr

Die Konsequenz daraus seien mehr Pannen und damit höhere Kosten für den ADAC. Im vergangenen Jahr wickelten die Straßenwachtfahrer fast 3,9 Millionen Pannen ab, 136.000 mehr als 2005. „Auf diese seit Jahren zu beobachtende Entwicklung wird der ADAC vor allem personell reagieren müssen“, sagte Meyer. Ein zweites Beispiel sei die Luftrettung. Hier sorge eine Reihe von Faktoren für Kostensteigerungen, so der Austausch der heutigen Hubschrauber gegen moderne Modelle, die Erhöhung der Mehrwertsteuer, stark gestiegene Wartungs- und Treibstoffkosten sowie höhere Bezüge für die Rettungsärzte. Meyer versprach aber dennoch, dass die Mitgliedsbeiträge im laufenden und im kommenden Jahr konstant bleiben.

Die Wirtschafts- und Beteiligungs-Tochtergesellschaft des ADAC steigerte ihren Umsatz um 3,6 Prozent auf mehr als 900 Millionen Euro. Allerdings sank der Jahresüberschuss auf 17,47 (34,99) Millionen Euro. Die größte Tochtergesellschaft, die ADAC-Schutzbrief Versicherungs-AG, steigerte ihre Prämieneinnahmen auf 375,9 (Vorjahr: 359,3) Millionen Euro. Der ADAC beschäftigt 7950 hauptamtliche Mitarbeiter, darunter 1648 Straßenwachtfahrer.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.

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