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Arbeitsmarkt Entwickeln in Deutschland - Nähen in China

29.01.2007 ·  In der Modeindustrie sind die Zeiten starken Arbeitsplatzabbaus vorbei. Gute Schneider sind ebenso gefragt, wie Betriebswirte und Abgänger von Textilfachschulen. Wer Talent hat, soll auf Modedesign setzen.

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„Mit Sicherheit keine Näherinnen“, antwortet Thomas Rasch, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes German Fashion auf die Frage, welche Berufe in der Modeindustrie gefragt sind. „In Deutschland gibt es kaum noch Arbeitsplätze in der Produktion. Wir brauchen Systemköpfe.“

Gesucht werden Menschen mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und Abgänger von Textilfachschulen. Mittlerweile herrscht Mangel, weil viele Fachhochschulen diese Studiengänge eingestellt haben. Auch wenn technische Berufe eine größere Arbeitsplatzsicherheit böten, rät Rasch Interessierten zu einem Modedesign-Studium. „Wer flexibel ist und ein gutes Gespür für Trends hat, wird auch Erfolg haben“, sagt Rasch.

Produktionsstandorte wechseln schnell

Auch gute Schneider seien in der Branche begehrt - besonders wenn sie ein Aufbaustudium oder eine Zusatzausbildung absolviert hätten. Rasch geht davon aus, dass der Strukturwandel in der Branche vollzogen und somit auch die Zeiten des starken Arbeitsplatzabbaus vorbei seien. Die Statistik belegt seine Einschätzung: Während von 2003 bis 2004 noch jeweils mehr als 4.400 Stellen gestrichen wurden, ging im folgenden Jahr die Zahl um etwa 2.500 Arbeitsplätze zurück.

Wer in der Modeindustrie Erfolg haben will, muss vor allem beweglich sein. In kaum einer anderen Branche wechseln die Produktionsstandorte so schnell, sind die Produktzyklen so kurz und die Trends so unbeständig. „Flexibilität und Mobilität gehören zu den wichtigsten Anforderungen an die Arbeitnehmer in unserer Branche“, sagt Rasch. Und bei vielen Abgängern von Modefachschulen gebe es immer noch Defizite in betriebswirtschaftlichen Kenntnissen.

Knowhow im Einzelhandelsgeschäft

Aufgrund der zunehmenden vertikalen Strukturen wird Knowhow im Einzelhandelsgeschäft immer wichtiger. Während früher die Regel galt, dass die Industrie entwickelte und herstellte, dem Einzelhandel jedoch den Verkauf überließ, sind diese Abgrenzungen inzwischen überholt. Da Unternehmen wie Zara oder H&M den Einzelhandel selbst bestreiten, suchen sie auch selbst Verkaufstalente.

So international das Geschäft mit der Mode auch ist, sind die meisten deutschen Unternehmen in bestimmten Regionen angesiedelt. Die regionalen Schwerpunkte liegen in Ostwestfalen, im Rheinland, im Großraum München und in Franken. Dort sind zumindest die Köpfe - während die Nähmaschinen in der Türkei und in China laufen.

Quelle: jul. / F.A.Z., 29.01.2007, Nr. 24 / Seite 21
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