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Arbeitsmarkt Dienstleister schaffen 450.000 neue Arbeitsplätze

10.04.2007 ·  Die Industrie- und Handelskammern erwarten 450.000 neue Arbeitsplätze allein im Servicesektor. Grund für den Aufschwung ist, dass es mehr Aufträge und Investitionen gibt. In einzelnen Bereichen herrscht schon Fachkräftemangel.

Von Andreas Mihm, Berlin
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Der Wirtschaftsaufschwung versetzt die Dienstleistungsbranche in Hochstimmung. Geschäftslage und -erwartungen haben nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) neue Höchstwerte erreicht. Dies werde in diesem Jahr fühlbar auf den Arbeitsmarkt durchschlagen. „Auf Basis der positiven Beschäftigungspläne der Unternehmen rechnet der DIHK mit einem Plus von rund 450.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen allein im Servicesektor“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Kammernorganisation, Martin Wansleben, der F.A.Z. In einzelnen Wirtschaftsbereichen wie der Informationstechnologie gebe es bereits einen Fachkräftemangel.

„Mehr Aufträge, mehr Investitionen, neue Jobs: Die Dienstleistungskonjunktur macht im Frühjahr 2007 einen großen Satz nach vorne“, sagte Wansleben. Die Geschäftslage sei so gut wie seit 15 Jahren nicht mehr. Grund dafür sei einerseits der Boom im Ausfuhrgeschäft, von dem gerade unternehmensbezogene Dienstleister profitierten.

Deutlich besser als im Handel und in der Bauwirtschaft

Hinzu komme eine, auch wegen der gestiegenen Beschäftigung deutlich verbesserte Binnennachfrage, die das Geschäft personennaher Serviceanbieter belebe. Beispielhaft nannte Wansleben Leasinggesellschaften, private Bildungsanbieter, Kinos und Sportstudios. Im Vergleich der Wirtschaftszweige habe sich die Lage bei den Dienstleistern nach der Industrie am stärksten aufgehellt. Die Lageeinschätzung sei deutlich besser als die im Handel und in der Bauwirtschaft.

Die Dienstleistungsunternehmen erwarteten, dass im Jahr 2007 die Binnenkonjunktur weiter an Fahrt gewinne. „Es ist davon auszugehen, dass der Servicesektor auch im laufenden Jahr spürbare konjunkturelle Impulse aussenden wird“, heißt es in der Untersuchung, für die der DIHK 10.000 Dienstleister befragte.

Unternehmen „so expansiv wie seit 15 Jahren nicht“

Die Studie berücksichtigt indes nicht den Handel. Vor allem Serviceanbieter der Informationstechnik (IT) hätten von hervorragenden Geschäftsaussichten berichtet. Themen wie die Digitalisierung von Unternehmensprozessen und die IT-Sicherheit stünden hoch im Kurs. Unternehmensnahe Dienstleister, Zeitarbeitsunternehmen und Unternehmensberater berichteten von einer deutlich verbesserten Stimmung. Banken und Versicherungen zeigten sich über eine steigende Nachfrage nach Produkten für die Altersvorsorge zufrieden.

Die positiven Einschätzungen wirken sich auch auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen aus, die „so expansiv wie seit 15 Jahren nicht mehr“ seien. Zudem wollen die Serviceanbieter wieder mehr Personal einstellen. Ihre Beschäftigungspläne seien so gut wie seit sechs Jahren nicht mehr. Fast ein Viertel der Unternehmen und damit mehr als im Herbst wollten neue Mitarbeiter einstellen. Nur noch 12 Prozent der Unternehmen planen einen Arbeitsplatzabbau. Zwei Drittel der befragten Unternehmen wollten ihre Beschäftigung stabil halten.

„Ausländer sollten in Deutschland bleiben können“

Vor allem Branchen wie die IT-Dienste, Werbewirtschaft, Sicherheitsdienstleister, Zeitarbeitsunternehmen und auch die Verkehrs- und Logistikwirtschaft schafften neue Jobs, sagte Wansleben. Zugleich suchten sie aber „nicht selten vergeblich nach passenden Mitarbeitern“. Um den wachsenden Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen, müssten ausländische Fachkräfte leichter Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erhalten, wovon vor allem die IT-Branche profitieren würde.

„Vor allem Erleichterungen für ausländische Absolventen einer deutschen Hochschule sind aus DIHK-Sicht längst überfällig“, sagte Wansleben. Sie beherrschten die deutsche Sprache und seien bereits gut integriert. „Ausländer, die hierzulande im Anschluss an ihr Studium einen Job mit einem jährlichen Mindestgehalt von 40.000 Euro finden, sollten in Deutschland bleiben können.“ Derzeit dürften ausländische Spitzenkräfte der Wirtschaft und Wissenschaft, die ein Arbeitsplatzangebot haben, ohne weitere Beschränkung die Stelle annehmen, wenn sie damit mehr als 84.000 Euro im Jahr verdienen. Wirtschaftsverbände beklagen schon seit langem, dass diese Grenze zu hoch sei und den Zuzug von Fachkräften erschwere.

Quelle: F.A.Z., 10.04.2007, Nr. 83 / Seite 13
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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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