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Arbeitsmarkt Abbauen, Einstellen

27.01.2008 ·  Die Telekom will im laufenden Jahr rund 10.000 Mitarbeiter einstellen. Das ist schwer zu verstehen, nach den Entlassungen der jüngeren Vergangenheit. Doch es ist auch symptomatisch für die Branche.

Von Johannes Winkelhage
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Vor einigen Tagen überraschte die Deutsche Telekom. Der Konzern kam mit der ungewöhnlichen Nachricht heraus, es würden im laufenden Jahr rund 4000 neue Mitarbeiter eingestellt. Der Konzern ist eigentlich mehr dafür bekannt, dass in der Vergangenheit regelmäßig rund 10.000 Stellen im Jahr abgebaut worden sind; dies wird sich weiter fortsetzen. Viele fragten sich, wie das zusammen passen kann - besonders nach der bitteren Tarifauseinandersetzung zu Beginn des Jahres 2007.

Die Antwort ist klar: Die Telekom, die mit rund 150.000 Beschäftigten immer noch der bei weitem größte Arbeitgeber der Branche in Deutschland ist, spricht gern über die High-Tech-Arbeitsfelder, für die jetzt Mitarbeiter gesucht werden. Die Fachrichtungen unter den Akademikern reichen von der Betriebswirtschaft über die Informatik und das Wirtschaftsingenieurswesen bis zur Elektrotechnik und den Medienwissenschaften. Der Wandel in der Welt der Netze spiegelt sich in diesen Anforderungen, die die gesamte Branche künftig an ihre Bewerber stellen wird.

Die Anforderungen sind gestiegen

Die Telekom ist nur der Indikator. Was dort geschieht, gilt auch für Unternehmen wie Arcor oder die Stadtnetzbetreiber. Wo früher der klassische Fernmeldetechniker gefragt war, werden heute Qualifikationen gesucht, die in der Lage sind, die Netze auf der Basis des Internet-Protokolls (IP) zu planen, zu bauen und zu warten. Das Telekommunikationsgeschäft wächst durch die Umstellung auf die IP-Technik immer stärker mit der Computer- und Informationstechnik (IT) zusammen, und entsprechend ändern sich die Anforderungen an die Mitarbeiter.

Das zeigt sich auch bei den Lehrberufen. Hier sucht die Telekom neben IT-Systemelektronikern auch Fachinformatiker und IT-Systemkaufleute. Natürlich werden weiterhin die klassischen Richtungen mit den Kaufleuten im Einzelhandel oder für das Dialogmarketing gesucht. Der große Wandel vollzieht sich derzeit in der geänderten Netztechnik und der veränderten Nachfrage nach den entsprechenden Qualifikationen. Insgesamt ist die Branche angesichts des stagnierenden Gesamtumsatzes aber vorsichtig, wenn es um Neueinstellungen geht.

Quelle: F.A.Z., 28.01.2008, Nr. 23 / Seite 23
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