Home
http://www.faz.net/-gqi-150j4
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Apples Chefdesigner Jonathan Ive Kreativer Kopf im Hintergrund

Zuerst der digitale Musikspieler iPod, dann das Multimediahandy iPhone. Und jetzt der Tablet-Computer iPad. Die elektronischen Geräte von Apple tragen die Handschrift von Chefdesigner Jonathan Ive.

© Apple Vergrößern Jonathan Ive

Jonathan Ive könnte es sich leisten, ein bisschen dick aufzutragen. Als Designchef des amerikanischen Apple-Konzerns ist er der kreative Kopf hinter einigen der begehrtesten elektronischen Geräte der vergangenen Jahre, vom digitalen Musikspieler iPod bis zum Multimediahandy iPhone. Erfolge wie diese haben dafür gesorgt, dass es um den neuen Tablet-Computer iPad schon vor seiner Enthüllung am Mittwoch eine öffentliche Hysterie gab. Und doch will Ive keine großen Töne spucken. "Jedes Mal, wenn wir von vorne anfangen, habe ich panische Angst, dass wir Mist bauen", hat er einmal über den Beginn seines Designprozesses gesagt. Und am Ende sei er nie ganz zufrieden. Er sei jedes Mal vom Gedanken verfolgt, was er hätte besser machen können.

Roland Lindner Folgen:        

Dieser Hang zum Grübeln passt zu einem Mann wie Ive, der sich nicht ins Rampenlicht drängt. Ive ist in gewisser Weise das krasse Gegenteil des Vorstandsvorsitzenden Steve Jobs, der die öffentlichen Präsentationen der neuesten Apple-Produkte geradezu zelebriert. Auch jetzt bei der Vorstellung des iPad beanspruchte Jobs die meiste Zeit auf der Bühne für sich. Und doch sind Ive und Jobs ein Stück weit aus demselben Holz geschnitzt: Sie teilen die Designphilosophie, mit der Apple zu einem der erfolgreichsten Technologieunternehmen der vergangenen Jahre geworden ist. Sie wollen die Menschen mit Geräten in den Bann ziehen, die schlicht und edel aussehen, ohne Schnickschnack auskommen und einfach zu bedienen sind.

Mehr zum Thema

Traditionelle Benutzerfreundlichkeit

Diese bei Apple traditionelle Benutzerfreundlichkeit hat den 42 Jahre alten gebürtigen Briten Ive schon fasziniert, als er noch ein Student war. In einem Interview hat er einmal erzählt, wie es ihn begeistert hat, als er sich zum ersten Mal an einen Macintosh-Computer gesetzt hat und ihn intuitiv und ohne jegliche Anleitung bedienen konnte. Ive hat Industriedesign an der Northumbria University in Newcastle studiert. Nach seinem Abschluss im Jahr 1989 war er Mitgründer einer kleinen Designfirma namens Tangerine, wo er die unterschiedlichsten Produkte kreierte, von Werkzeugen bis zu Toiletten. Hier arbeitete er auch an einem Projekt für Apple - und hinterließ einen derart bleibenden Eindruck, dass der Konzern ihn im Jahr 1992 anheuerte.

Vier Jahre später, als Ive gerade einmal 29 Jahre alt war, wurde er Designchef. Trotzdem waren dies keine guten Zeiten für Apple: Das Unternehmen war nach einigen Produktflops schwer angeschlagen. Die Kehrtwende begann 1997, als der einst aus dem Unternehmen gedrängte Mitgründer Steve Jobs zurückkehrte. Jobs räumte bei Apple auf, und dem wäre auch Ive fast zum Opfer gefallen. Aber schließlich realisierte Jobs, dass er mit seinen Vorstellungen mit Ive auf einer Wellenlänge liegt. Schon im Jahr 1998 gelang Jobs und Ive der erste Design-Paukenschlag, als der mit einem halbdurchsichtigen Plastikgehäuse ausgestattete iMac-Computer zu einer Sensation wurde. Seither folgten Verkaufsschlager wie der iPod und das iPhone, die im Design ebenfalls Maßstäbe setzten.

Aston Martin, die einzige Extravaganz

Ive und sein Designteam sind eine überschaubare Gruppe von etwa einem Dutzend Mitarbeitern. Sie sind keine abgeschottete Kreativabteilung, sondern arbeiten eng mit anderen Teams wie Ingenieuren oder dem Marketing zusammen.

Ive lebt zurückgezogen mit seiner Frau und seinen Zwillingssöhnen in einem Vorort von San Francisco. Zu den wenigen Extravaganzen, die er sich leistet, soll ein Aston Martin gehören. Auch wenn Ive kein Mann des großen Auftritts ist, ist ihm doch öffentliche Bestätigung nicht ganz gleichgültig. Es sei immer wieder ein großartiges Gefühl, wenn er im Flugzeug neben Menschen sitze, die Apple-Produkte benutzen, hat er einmal gesagt.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kommt die iWatch? Apple lüftet den Schleier am 9. September

Immerhin der Termin ist nun offiziell: Apple will Anfang September neue Produkte vorstellen. Welche das sein werden? Dazu gibt sich der Konzern gewohnt geheimnisvoll. Mehr

29.08.2014, 05:15 Uhr | Wirtschaft
Comeback an der Börse Apple auf Allzeithoch

Der Elektronikkonzern war zwischenzeitlich an der Börse in Ungnade gefallen, hat aber das Comeback geschafft. Einen bekannten Investor freut das besonders. Mehr

20.08.2014, 06:25 Uhr | Wirtschaft
„Gear S“ Samsung kündigt Smartwatch an

Der Wettbewerb im Geschäft mit Computeruhren wächst. Samsung kündigt nun sein erstes Modell mit Mobilfunk-Anschluss an: Die Gear S soll ohne Anbindung an ein Smartphone auskommen. Mehr

28.08.2014, 08:50 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 29.01.2010, 08:28 Uhr

Uber versus Taxi

Von Britta Beeger

Ein Gericht untersagt Uber die Vermittlung privater Fahrten in ganz Deutschland. Aber die Firma lacht darüber. So dreist war noch keiner. Mehr 17 18

Umfrage

Nerven Sie geschäftliche Mails im Feierabend?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Viel Geld für Werbung im Internet

Unternehmen investieren stark in Onlinewerbung – so auch Germanwings. Nur der Autobauer Volkswagen und die Auktionsplattform Ebay geben hierzulande mehr dafür aus. Mehr