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Apple Neues vom Kult-Handy

09.06.2009 ·  Apple und das iPhone haben schon jetzt Mobilfunkgeschichte geschrieben. In San Francisco wurde nun das nächste Kapitel vorgestellt. Das neue iPhone wird vor allem in der Lage sein, Videos zu bearbeiten und sofort im Netz zu präsentieren.

Von Johannes Winkelhage
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Der Neid sämtlicher Marketingabteilungen der Wettbewerber war dem Hause Apple am Montag dieser Woche abermals sicher. Schon Wochen vor diesem Termin überschlugen sich wie gewohnt die Spekulationen darüber, was der Erfinder des iPhone zur Eröffnung seiner jährlichen Entwicklerkonferenz Worldwide Developer Conference (WWDC) in San Francisco wohl dieses Mal vorstellen werde. Die in den Blogs und Nachrichtenseiten des Internets immer neu befeuerte Gerüchteküche um die Apple-Produkte ist mit keiner anderen Welle vergleichbar, die sich immer mal wieder rund um eine Produktvorstellung entwickelt. Nicht umsonst macht auch zwei Jahre nach der Markteinführung immer noch das Wort vom „Jesus-Phone“ die Runde.

Am späten Nachmittag des Montags pendelten sich die Erwartungen vor dem großen Ereignis auf einige neue Funktionen und Varianten des iPhone ein, die von der Mehrheit der Auguren erwartet wurden. Die Bestätigung folgte dann am Abend. Die neue iPhone-Variante wird vor allem in der Lage sein, Videos aufzunehmen, zu bearbeiten und dann sofort im Netz zu präsentieren. (siehe auch: F.A.Z.-Blog: Talk Inside)

Das iPhone: 21 Millionen Stück wurden bereits verkauft

Entsprechend den Anforderungen für eine Videobearbeitung sollen auch ein schnellerer Prozessor und mehr Arbeitsspeicher verbaut sein – was aber am Montagabend noch nicht bestätigt wurde. Das soll die Geräte auch für Spieleentwickler interessanter machen. Einige dieser Spiele wurden am Abend während der WWDC schon vorgestellt. Zudem setzt Apple gemeinsam mit der niederländischen TomTom auf eine Navigationsanwendung für das iPhone. In Deutschland wird das Gerät vom 19. Juni an verfügbar sein.

Darüber hinaus wird das neue Gerät mit einer Steigerung der Akkulaufzeit aufwarten – eine Verbesserung, auf die viele Nutzer sehnlichst warten. Bisher muss das iPhone, wie viele andere Handys dieser Smartphone-Kategorie, spätestens nach einem Tag Laufzeit aufgeladen werden. In Branchenkreisen wird damit gerechnet, dass die Geräte in Deutschland schon von diesem Dienstag an bei T-Mobile zu bestellen sind. Die Telekom-Tochtergesellschaft vertreibt das iPhone hier exklusiv.

Auch die immer neue Aufregung um das Gerät hat dazu beigetragen, dass das iPhone seit dem Marktstart rund 21 Millionen Mal über den Ladentisch gegangen ist – manche Marktbeobachter rechnen damit, dass dies bis zum Jahresende rund 40 Millionen werden könnten. Allein im ersten Quartal 2009 wurden nach Angaben der Marktbeobachter von Gartner fast 4 Millionen Geräte verkauft: fast 100 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Damit hat Apple seinen Anteil an dem Smartphone-Markt auf fast 11 Prozent erhöht und gleichzeitig eine sehr viel höhere Aufmerksamkeit für dieses Marktsegment geschaffen, von der alle Hersteller profitieren. Im ersten Quartal wurden von allen Anbietern gemeinsam etwas mehr als 36 Millionen solcher High-End-Handys abgesetzt. Fast 15 Millionen Stück wurden allein vom Marktführer Nokia verkauft. Das Geschäft ist für die Hersteller besonders interessant, da dieses Marktsegment weiter wächst. Allein im ersten Quartal lag das Plus bei fast 12 Prozent – während der Gesamtmarkt um 8,6 Prozent auf 269 Millionen Einheiten zurückging.

Es geht für Apple und die Wettbewerber aber nicht nur um den Verkauf der meist relativ teuren und damit margenstarken Geräte: So hat der kalifornische Konzern mit dem iPhone auch ein neues Geschäftsmodell im Mobilfunkmarkt etabliert, das die bisher bestehende Wertschöpfungskette gehörig durcheinanderwirbelt. Vor allem der Softwarevertrieb über das Appstore genannte Internetkaufhaus von Apple läuft prima und ist inzwischen von den Wettbewerbern Nokia, Rim oder auch von den Softwarekonzernen Microsoft und Google kopiert worden.

Gute Perspektiven für Smartphones

Hier können Entwickler ihre Programme für die jeweiligen Handys einstellen, und der Kunde kann sie direkt auf das Telefon laden. Vom Verkaufserlös erhält Apple einen Anteil von 30 Prozent. Der Rest geht an den Programmierer. Viele Anwendungen werden kostenlos angeboten. Rund 40000 Programme stehen im Appstore derzeit für das iPhone zur Verfügung. Abgerechnet wird über Apple. Gerade durch diese Zusatzprogramme werden die Geräte inzwischen zu Helfern in jeder Lebenslage, was nicht unerheblich zu ihrem Erfolg beiträgt.

Entsprechend den guten Perspektiven, die dieses Marktsegment vorzuweisen hat, steigen seit einigen Monaten immer mehr Unternehmen mit eigenen Smartphone-Varianten in den wachsenden Markt ein. Dazu gehört neben Acer und Asus aus Taiwan auch der Anbieter Palm, der erst am Wochenende sein Gerät mit dem Namen Pre in Amerika auf den Markt gebracht hat und zumindest am ersten Tag den Ausverkauf der ersten Bestände melden konnte. Auch der Anbieter HTC bringt ein Smartphone nach dem anderen heraus. So sollen am 24. Juni gleich zwei neue Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android vorgestellt werden. Nokia hat ebenfalls gerade mit der Auslieferung seines neues Flaggschiffs N97 begonnen und hofft, damit seine Vormachtstellung in dem Markt weiter verteidigen zu können.

Die Zeiten werden auch für Apple härter, und der Konzern muss seine bisher sprunghaft wachsende iPhone-Gemeinde mit neuen Innovationen bei Laune halten. Daher wird auch damit gerechnet, dass die Ankündigungen vom Montagabend nicht die letzten Neuigkeiten sein werden, die Apple in diesem Jahr zu bieten hat. Unter anderem spekulieren die Beobachter darüber, dass Apple in Kürze in den ebenfalls schnell wachsenden Markt mit den kleinen Laptops (Netbooks) einsteigen wird. Auch wird damit gerechnet, dass der Konzern sein iPhone-Angebot um einige neue Varianten ausbauen wird – und eine abgespeckte und preiswerte Variante des Kulthandys auf den Markt bringt.

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