05.01.2009 · Seit Monaten wird über den Gesundheitszustand des Apple-Chefs spekuliert. Jetzt hat sich Steve Jobs selbst dazu geäußert. Er führt seinen Gewichtsverlust auf einen Eiweißmangel zurück. Die Behandlung sei „relativ einfach“ - aber langwierig.
Von Roland LindnerSteve Jobs räumt mit den Spekulationen auf: Der Vorstandsvorsitzende des Computer- und Elektronikkonzerns Apple ist nicht gesund, aber offenbar auch nicht so krank wie befürchtet - und er wird an der Spitze des Unternehmens bleiben. Sein hageres Erscheinungsbild hat in den vergangenen Monaten Gerüchte über eine schwere Erkrankung geschürt, zumal Jobs vor wenigen Jahren schon einmal mit einem Krebsleiden zu kämpfen hatte.
In einem ungewöhnlich offenen Brief an die „liebe Apple-Gemeinde“ hat Jobs am Montag seinen Gesundheitszustand erklärt: Er führt seinen Gewichtsverlust auf einen Eiweißmangel zurück, der wiederum von einem Ungleichgewicht in seinem Hormonhaushalt ausgelöst worden sei. Die Behandlung sei „relativ einfach“, wenngleich langwierig. „Meine Ärzte erwarten, dass es bis zum späten Frühjahr dauern wird, das Gewicht wiederzugewinnen“, schreibt Jobs. In dieser Zeit werde er sein Amt als Vorstandsvorsitzender weiter ausüben.
Kein Krebs
Die unausgesprochene Botschaft lautet: Es ist nicht wieder Krebs. Jobs war im Jahr 2004 an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt und hatte eine zwischenzeitliche Auszeit von seiner Arbeit nehmen müssen. Nach der Behandlung versicherte er, er habe den Krebs überwunden. Als Jobs im Juni 2008 bei der Vorstellung einer neuen Version des iPhone abgemagert und fahl aussah, kochten Spekulationen hoch, der Krebs könnte zurückgekehrt sein. Apple erklärte das Thema zu einer Privatsache. Kurz vor Weihnachten flammten die Gerüchte neu auf, als Apple mitteilte, Jobs werde bei der Macworld-Messe im Januar nicht als Hauptredner auftreten. Dabei war der Jobs-Auftritt auf der Macworld jedes Jahr eines der Großereignisse schlechthin in der Technologiebranche. Die für den heutigen Dienstag angesetzte Rede soll stattdessen Marketingchef Phil Schiller halten.
Der Brief hat die Börse beruhigt: Der Aktienkurs von Apple legte am Montag im Handelsverlauf um 4 Prozent auf mehr als 94 Dollar zu. Apple wird wie wenig andere Unternehmen mit der Person seines Vorstandsvorsitzenden identifiziert, Jobs gilt hier als unbestrittener Vater des Erfolgs. Er hat das Unternehmen von einem reinen Computerhersteller zu einem breit aufgestellten Elektronikkonzern gemacht. Unter seiner Führung kamen Verkaufsschlager wie der digitale Musikspieler iPod und das Multimediahandy iPhone auf den Markt.
Behandlung wird mehrere Monate in Anspruch nehmen
Nun schreibt Jobs, er wolle mit seiner „sehr persönlichen“ Mitteilung dafür sorgen, „dass wir uns alle entspannen und die morgige Show genießen“. Er gibt zu, dass er über das ganze Jahr 2008 hinweg Gewicht verloren habe. Die Gründe dafür seien ihm und seinen Ärzten lange Zeit ein Rätsel gewesen. Vor wenigen Wochen hätten seine Ärzte nach neuen Tests das Hormon-Ungleichgewicht als vermeintliche Ursache für den Gewichtsverlust festgestellt. Danach habe er mit der Behandlung begonnen, die nun mehrere Monate in Anspruch nehmen werde.
Jobs verhehlt in seinem Brief nicht, dass ihn die Spekulationen über seine Gesundheit ärgern. „Manche veröffentlichen Geschichten darüber, dass ich auf dem Totenbett liege.“ Auch der Verwaltungsrat von Apple schlägt in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung einen indignierten Ton an: „Sollte jemals ein Tag kommen, an dem Steve in Rente gehen will oder aus anderen Gründen seine Pflichten als Vorstandschef von Apple nicht erfüllen kann, werden Sie es erfahren.“ Steve Jobs macht am Ende seines Briefes noch einmal klar, wie sehr es ihm widerstrebt, seinen Gesundheitszustand zu erklären: „Ich habe jetzt mehr gesagt als ich darüber sagen wollte, und alles, was ich darüber sagen werde.“
Schattenseiten des Erfolgs
Marvin Parsons (mapar)
- 05.01.2009, 18:21 Uhr
Gott sei Dank, ist er gesund ...
Emanuel Schwabe (fray048x)
- 05.01.2009, 20:00 Uhr
good Job(s), good luck and live long and prosper
Ronald Bach (onlyhuman)
- 08.01.2009, 09:00 Uhr
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