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Apobank Schwer zu heilen

Die Apotheker- und Ärztebank erschüttert die zweite Affäre in drei Jahren. Zwei Vorstände mussten gehen. Die nun eingeleitete Prüfung soll ans Licht bringen, wie stark das Institut von den Machenschaften Einzelner beeinflusst worden ist.

© dapd Vergrößern Stethoskop auf Arztkittel: Berufskleidung der Kernklientel

Globuli und Rescuetropfen werden in diesem kritischen Fall wohl nicht helfen, das gesunde Gleichgewicht wiederherzustellen. Vielmehr wird die Bank der Heilberufe in den nächsten Wochen und Monaten eine Menge bitterer Medizin parat haben müssen. Kaum der tiefen Finanzkrise und dem Subprime-Desaster entronnen, gerät die Düsseldorfer Apobank abermals in negative Schlagzeilen. Mitarbeiter der Bank mit dem rebellischen Namen, der in der Langfassung Deutsche Apotheker- und Ärztebank heißt, sollen in eine Betrugsaffäre rund um denkmalgeschützte Immobilien verwickelt sein. Zwei Vorstände hat die Affäre in dieser Woche die Stelle gekostet. Wie stark das Institut von den Machenschaften Einzelner infiziert ist, wird die jetzt eingeleitete interne und externe Prüfung zeigen. Auch die Finanzaufsicht Bafin hat sich in die Untersuchungen eingeschaltet.

Herbert Pfennig, seit Juli vergangenen Jahres Sprecher des Vorstandes der ehedem bestens beleumundeten Bank, hat jedenfalls lückenlose Aufklärung versprochen. Pfennig gibt sich felsenfest davon überzeugt, dass das Immunsystem der Bank stark genug ist, den eingeschleppten Virus zu besiegen. „Wir werden nicht eher ruhen, bis wir sicher sein können, wieder eine saubere Apobank zu haben“, hat er öffentlich angekündigt. So sauber und weiß wie die Berufskleidung der Klientel und Eigner, mag man assoziieren. Denn das genossenschaftliche Institut gehört mehr als 100.000 Ärzten, Apothekern, Zahnärzten und Tierärzten. Rund 60 Prozent aller akademisch ausgebildeten Heilberufler wickeln zumindest Teile ihrer Bankgeschäfte über die 1902 von 18 Apothekern in Danzig gegründete Genossenschaftsbank ab. Jede zweite Praxisgründung wird von den Düsseldorfern finanziert. Im Prinzip begleitet das Institut ihre auch von anderen Banken umgarnte gehobene Zielkundschaft über ihren gesamten Berufsweg hinweg, vom Examen bis zum Verkauf der Praxis oder Apotheke.

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Verstrickungen zwischen Licon und Apobank

Ans Licht der Öffentlichkeit kam die jüngste Affäre im Zuge staatsanwaltlicher Ermittlungen gegen leitende Mitarbeiter der Leipziger Immobiliengesellschaft Licon. Gründungsgesellschafter Jürgen Henning persönlich hatte Anzeige gegen die beiden bisherigen geschäftsführenden Gesellschafter und einen weiteren Mitarbeiter gestellt, und zwar wegen dringenden Betrugsverdachts. Umfangreiche Untersuchungen von Geschäfts- und Privaträumen führten sogar zu Verhaftungen. Der Bauträger, der nach der Rochade jetzt von Henning und dem Ex-West-LB-Chef Alexander Stuhlmann geführt wird, ist auf die Sanierung von denkmalgeschützten Altbauten spezialisiert. Unter den „Denkmaljuwelen“, wie Licon seine Projekte nennt, finden sich Investments wie die Kaisergärten im heute wieder feinen Leipziger Vorort Gohlis oder die Fehrbelliner Höfe in Berlin. Für den Vertrieb an interessierte Kapitalanleger ist eine Tochtergesellschaft mit dem vielsagenden Namen Medicon zuständig, die auch Kunden der Apobank berät. In der seit 2008 bestehenden Kooperation mit Medicon erhält die Bank eine nach eigenen Angaben marktübliche Provision und stellt bei Bedarf die Erwerberfinanzierung zur Verfügung.

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