Die Deutsche Bank schaltet im Streit mit den Vereinigten Staaten wegen angeblich unsauberer Hypothekengeschäfte auf Angriff. Das Institut beantragte am Montag bei einem New Yorker Gericht offiziell die Abweisung der potentiell milliardenschweren Klage der amerikanischen Regierung. Diese hatte Deutschlands größtem Geldhaus und seiner einstigen Immobilientochter MortgageIT vorgeworfen, sich den Zugang zu einem Regierungsprogramm erschlichen zu haben, das für Hypotheken bürgte.
Andrew Levander, Anwalt der Deutschen Bank, bezeichnete die Klage nun als „grundlegend fehlerhaft“. Zahlreiche Vorwürfe seien nicht belegt. Die amerikanische Seite wollte sich nicht äußern. In dem Streit geht es um Garantien, die der amerikanische Staat für Immobilienkredite übernahm, die die Deutsche Bank und MortgageIT zwischen 1999 und 2009 an Hauskäufer in Amerika vergeben hatten. Die Behörden sprechen angesichts zahlreicher fauler Kredite von Betrug und fordern Schadenersatz sowie zusätzlich eine Geldstrafe.
Der Klageschrift vom 3. Mai zufolge musste der amerikanische Staat bislang schon mit 386 Millionen Dollar für Kreditausfälle bei Hypotheken des deutschen Konzerns geradestehen - und rechnet mit weiteren Hunderten Millionen Dollar an künftigen Belastungen. Nach einer Faustformel liegt die Geldstrafe in solchen Fällen etwa beim Doppelten des Schadenersatzes - das ergäbe zusammen rund eine Milliarde Dollar. Die Deutsche Bank habe am Weiterverkauf der Hypotheken verdient „und kaum finanzielle Anreize gehabt, um die Qualität der abgesicherten Kredite zu sichern“, hieß es.
Die Deutsche Bank - die in den Vereinigten Staaten wegen ihrer Hypothekengeschäfte gerade an mehreren Fronten kämpft - hatte bereits im Mai angekündigt, sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Klage zur Wehr setzen. Beobachter halten einen Vergleich für wahrscheinlich. Ermittlungen gegen Einzelpersonen gibt es nicht. Das Geldhaus hatte MortgageIT 2007 übernommen - kurz vor der Finanzkrise und unter der Führung des heutigen Investmentbanking-Chefs Anshu Jain, der als Kronprinz von Vorstandschef Josef Ackermann gilt.
Das Unternehmen war damals einer der größten Finanzierer von Hypotheken auf dem amerikanischen Häusermarkt. Die Vereingten Staaten werfen MortgageIT vor, falsche Angaben gemacht zu haben, um damit in das Regierungsprogramm aufgenommen zu werden. Das Unternehmen habe wahllos Hypotheken durch den Staat absichern lassen, ungeachtet der finanziellen Verhältnisse der Kreditnehmer. Insgesamt gehe es um mehr als 39.000 Kredite über fünf Milliarden Dollar.
In den USA ist das so
Holger Muschal (Holly01)
- 12.07.2011, 15:26 Uhr
Pikant an dem Rechtsstreit ist zudem, ...
Andreas Neubert (Citizen_Kane)
- 12.07.2011, 17:24 Uhr
Vergehen aus der Zeit vor der Übernahme durch die Dt. Bank
Klaus Keller (kkeller)
- 12.07.2011, 18:28 Uhr
